Die koptische Überlieferung des Johannesevangeliums und das griech. Neue Testament
The Coptic Versions of the Gospel of John: Their Relevance for the Greek Text
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (20%); Philosophie, Ethik, Religion (20%); Sprach- und Literaturwissenschaften (60%)
Keywords
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Coptic,
Gospel of John,
Greek New Testament,
Textual Criticism,
Editio Critica Maior,
Manuscripts
Die bedeutendste altkirchliche Übersetzung des Neuen Testaments ist jene in koptischer Sprache. Innerhalb dieser Sprache ist für das Johannesevangelium der sahidische Dialekt der wichtigste. Es wurde bereits im Vorprojekt deutlich, dass die sahidische Überlieferung des Johannesevangeliums teilweise sehr seltene Varianten bezeugt, die bisher nur in wenigen griechischen Handschriften des Neuen Testaments bezeugt sind, da die Übersetzung in das Koptische bereits Ende des zweiten Jahrhunderts begann, während die handschriftliche Überlieferung des Neuen Testaments erst wirklich nach dem Ende der Verfolgungen, d.h. nach dem ersten Jahrzehnt des 4. Jahrhunderts einsetzt. Deswegen ist die koptische Überlieferung von großer Bedeutung für die Textkritik des Neuen Testaments. Das Ziel des Projekts ist es, alle koptischen Übersetzungen des Johannesevangeliums für die Textgeschichte des griechischen Textes fruchtbar zu machen. Hierfür sind alle bekannten und erreichbaren Handschriften dieses Texts im sahidischen Dialekt sechs vollständige und rund 130 bruchstückhafte heranzuziehen und sorgfältig zu kollationieren. Darüber hinaus werden auch die (weniger umfangreichen) proto-bohairischen, bohairischen, lykopolitanischen, faijumischen und achmimischen Überlieferungen berücksichtigt. Neben der übersichtlichen Aufbereitung aller Varianten ist ein weiteres wesentliches Ziel des Projektes die sprachliche und textkritische Analyse, welche griechische(n) Version(en) als Vorlage(n) für die koptischen Übersetzungen diente(n). Erste Ergebnisse aus dem Vorprojekt fanden bereits in den kritischen Apparat der 28. Auflage des Novum Testamentum Graece Eingang. Die Ergebnisse des Projekts sind abgesehen von dem Nutzen für die Koptologie von besonderer Bedeutung für die Erstellung des Textes des Johannesevangeliums im Rahmen der Editio Critica Maior, die neben allen bekannten griechischen Handschriften auch die altkirchlichen Übersetzungen (Lateinisch, Syrisch etc.) zur Erstellung des kritischen Apparats und zur Dokumentation aller bekannten Lesarten heranzieht. Als wichtigste altkirchliche Übersetzung darf hier die koptische Überlieferung nicht fehlen. Die im Projekt erzielten Ergebnisse der Arbeit mit den koptischen Übersetzungen in der ganzen Breite ihrer handschriftlichen Überlieferung werden unmittelbar in die Arbeiten der Editio Critica Maior am Johannesevangelium einfließen und damit für weiteste Kreise der Bibelwissenschaft fruchtbar und sichtbar gemacht werden.
Das Forschungsprojekt P28821 beschäftigte sich mit der koptischen Überlieferung des Johannesevangeliums. Das Koptische ist die Sprache des christlichen Ägyptens, und in diese Sprache wurde das Johannesevangelium schon früh übersetzt. Das Johannesevangelium ist in verschiedenen Dialekten des Koptischen erhalten. Im Zentrum des Forschungsprojekts stand die Frage nach der Bedeutung dieser altkirchlichen Übersetzung für die Textgeschichte der griechischen Überlieferung. Die einzelnen Bücher des Neuen Testaments wurden ursprünglich als Handschriften überliefert, ein "Urtext" bzw. die allererste Handschrift ist nicht erhalten, und so ist es Teil einer seit langem durchgeführten wissenschaftlichen Arbeit, den Text des Neuen Testaments in seiner handschriftlichen Überlieferung zu dokumentieren. Von besonderer Bedeutung sind für diese Überlieferung auch die frühen Übersetzungen, zu denen das Koptische gehört. Einer Übersetzung liegt ein konkreter Text zugrunde, frühe Textvarianten - auch solche, die in der griechischen handschriftlichen Überlieferung nicht erhalten sind - können durch diese altkirchlichen Übersetzungen bewahrt werden. Zu den wichtigen altkirchlichen Übersetzungen gehört neben dem Koptischen die lateinische Überlieferung des Neuen Testaments, die Übersetzung in das Syrische sowie - soweit erhalten - die gotische Überlieferung. Aufgabe des Forschungsprojekts war es, diese Übersetzungen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die handschriftliche Überlieferung des griechischen Textes des Johannesevangeliums zu untersuchen und - soweit dies philologisch möglich ist - die griechischen Textzeugen zu identifizieren, die an einzelnen Stellen der Übersetzung zugrunde lagen. Die Ergebnisse wurden in einer Datenbank festgehalten (Versional Editor), die neben den griechischen Textvarianten, wie sie in der handschriftlichen Überlieferung bezeugt werden, auch die Bezeugung der verschiedenen altkirchlichen Übersetzungen dokumentiert. Diese Datenbank ist die Grundlage dafür, dass eine neue kritische Edition der griechischen Version des Johannesevangeliums publiziert werden kann. Die Arbeit des Forschungsprojekts wurde im Rahmen der Arbeiten an der so genannten Editio Critica Maior durchgeführt und stellt damit ein international vernetztes Forschungsprojekt dar.
- Universität Wien - 100%
- Heike Behlmer, Georg-August-Universität Göttingen - Deutschland
- Christoph Markschies, Humboldt-Universität zu Berlin - Deutschland
- Anne BoudHors, Centre National de la Recherche Scientifique - Frankreich
- Tommy Wasserman, Lund University - Schweden
- David Parker, The University of Birmingham - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 31 Zitationen
- 12 Publikationen
- 1 Disseminationen
- 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
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2020
Titel Luminal STIM1 Mutants that Cause Tubular Aggregate Myopathy Promote Autophagic Processes DOI 10.3390/ijms21124410 Typ Journal Article Autor Sallinger M Journal International Journal of Molecular Sciences Seiten 4410 Link Publikation -
2019
Titel Verstehen und Glauben im Johannesevangelium: Ein alternativer Übersetzungsvorschlag für Joh 5,37–40 DOI 10.1515/znw-2019-0006 Typ Journal Article Autor Förster H Journal Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft Seiten 115-126 Link Publikation -
2018
Titel From Inner-Jewish Debate to Anti-Jewish Polemic? The Transformation of the Gospel of John within its Textual Transmission; In: Liturgy and the Living Text of the New Testament: Papers from the Tenth Birmingham Colloquium on the Textual Criticism of the New Testament Typ Book Chapter Autor Förster Verlag Gorgias Press Seiten 245-267 -
2018
Titel Quod licet Iovi non licet bovi? Überlegungen zur Auslegung der Zinsgroschenperikope nach dem Lukasevangelium, SNTU.A 43 (2018) 33-59. Typ Journal Article Autor Förster H. Journal Studien zum Neuen Testament und seiner Umwelt Seiten 33-59 -
2016
Titel Zur Bedeutung von in Joh 10,22 Typ Journal Article Autor Förster H Journal Revue Biblique Seiten 400-417 Link Publikation -
2018
Titel The Good News Bible: Is It Good News for the Jews? Methodological Observations on Translational Choices in GNB DOI 10.1177/2051677018808855 Typ Journal Article Autor Förster H Journal The Bible Translator Seiten 383-401 -
2018
Titel „An ignorant, if not a careless, scribe“ – Überlegungen zum Text von Apg 3,26 in der von Codex Bezae Cantabrigiensis (D 05) gebotenen Version DOI 10.13109/glot.2018.94.1.153 Typ Journal Article Autor Förster H Journal Glotta Seiten 153-162 Link Publikation -
2017
Titel Antijüdische Polemik oder innerjüdischer Diskurs? Eine kritische Lektüre der Zinsgroschenperikope (Lk 20,[19]20-26) in der Version der revidierten Einheitsübersetzung Typ Journal Article Autor Förster Journal Studien zum Neuen Testament und seiner Umwelt Seiten 35-54 -
2017
Titel Drei antijüdische Verzerrungen im achten Kapitel des Johannesevangeliums DOI 10.30965/25890468-06102004 Typ Journal Article Autor Förster H Journal Biblische Zeitschrift Seiten 219-229 -
2017
Titel 4 Überlegungen zur angeblichen Textverderbnis von Apg 17,27 (Codex Bezae Cantabrigiensis) und zu Joh 8,25 DOI 10.1163/9789004335936_006 Typ Book Chapter Autor Förster H Verlag Brill Academic Publishers Seiten 138-157 -
2017
Titel John 8.17—An Invitation to Perjury? DOI 10.1177/2051677016688072 Typ Journal Article Autor Förster H Journal The Bible Translator Seiten 38-50 -
2017
Titel Selbstoffenbarung und Identität. Zur grammatikalischen Struktur der „absoluten“ Ich-Bin-Worte Jesu im Johannesevangelium DOI 10.1515/znw-2017-0002 Typ Journal Article Autor Förster H Journal Zeitschrift für die neutestamentliche Wissenschaft Seiten 57-89 Link Publikation
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2016
Titel Journal of Greco Roman Christianity and Judaism Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series Bekanntheitsgrad Continental/International