Die Toleranz stressvoller Bedingungen und von Umweltvariation durch Individuen stellt eine
Grundvoraussetzung für das langfristige Überleben von Populationen dar, und sie ist im
Zusammenhang mit dem globalen Klimawandel von herausragender Bedeutung. Eine wichtige Art
und Weise, wie Organismen sich an Umweltvariation anpassen können, ist die Veränderung der
Genexpression. Am Beispiel der Modell-Flechtenart Lobaria pulmonaria (Lungenflechte)
thematisieren die geplanten Untersuchungen, wie Genexpressionsantworten auf Umweltvariation in
genetische, akklimatorische und biotische Komponenten partitioniert werden können. Bei den
Flechten lässt sich Fitness am besten über das Wachstum quantifizieren, denn damit wird die
Kohlenstoffbilanz der mutualistischen Symbiose parametrisiert. Wachstum wird gemessen und in
genetische, akklimatorische und biotische Effekte partitioniert werden. Durch die geplanten
Forschungsarbeiten wird das Verständnis davon, wie symbiotische Organismen auf Umweltvariation
reagieren, substantiell verbessert werden.