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Modulation des Kappa Opioid Systems in der TLE

Modulation of the Kappa Opioid System in TLE

Christoph Schwarzer (ORCID: 0000-0002-6373-3717)
  • Grant-DOI 10.55776/P30430
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 07.08.2017
  • Projektende 06.08.2022
  • Bewilligungssumme 401.895 €
  • Projekt-Website

Matching Funds - Tirol

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (90%)

Keywords

    Temporal Lobe Epilepsy, Kappa opioid receptor, Biased Agonists, Diphenethylamines

Abstract Endbericht

Mit einer weltweiten Prevalenz von 1-2% zählen Epilepsien zu den häufigsten neurogischen Erkrankungen. Von den 870 Millionen Menschen in der europäischen Region sind über 5 Millionen aus allen Altersstufen betroffen.Die derzeit zur Verfügung stehenden pharmakologischen Therapien sond für über 30 % der Patienten nicht ausreichend und verursachen in 10 bis 90 % schwere Nebeneffekte. Deshalb sind Forschungsanstrengungen, die zu einer verbesserten Therapie führen notwendig. Das Ziel muss sein die Behandlungseffizienz zu steigern und die zugleich die Komplikationen zu reduzieren. Wir und andere haben in den letzten Jahren Erkenntnisse gewonnen, die den Kappa Opioid Rezeptor (KOR) als mögliches Ziel für Substanzen identifizieren, die spezifisch den G-protein Signalweg stärker stimulieren als den ß-Arrestin2 Signalweg, um anti-ictale Effekte mit geringen Nebenwirkungen zu erreichen. Die Idee sogenannter gebiaster Agonisten wurde über die letzten Jahre durch ein besseres verständnis G- Proetin gekoppelter Rezeptoren entwickelt und mit computerunterstütztem Modellverfahren unterstützt. Das langfristige Ziel ist es, die Bedeutung des Dynorphin/KOR Systems in pathophysiologischen Vorgängen der TLE zu verstehen, die als definierte Ziele therapeutischer Strategien zur Modulierung veränderter neurologischer Funktionen und/oder neuropathologischer Änderungen in der TLE dienen könnten. Das vorliegende Projekt umfasst Grundlagenforschung, die als experimentelle Arbeit ausgelegt ist um (1) neue Einblicke in und ein besseres Verständnis der Modulation des Dynorphin/KOR Systems in der Temporallappenepilepsie (TLE) zu gewinnen und die zugrunde liegenden Mechanismen für eine Trennung von anti-ictalen und unerwünschte Effekten der KOR Aktivierung zu durchleuchten. Die Klärung des pharmakologischen und neurobiochemischen Hintergrundes dieser Trennung ist essentiell für eine effektive Therapie der TLe mit geringeren Nebenwirkungen; (2) Zur Identifizierung und Charakterisierung neuer, wissenschaftlich belegter KOR Liganden aus der Klasse der Diphenethylamine mit zielorientierter Pharmakologie, hoher Effizienz und Sicherheitsprofil für die Behandlung von TLE und (3) um die funktionelle Selektivität und strukturelle und molekulare Determinanten für eine Verbesserung des Risiko/Nutzen Verhältnisses solcher Behandlungen zu verstehen. Für dieses Projekt haben sich 3 Expertenteams der beiden Universitäten in Innsbruck und vom Max Planck Institut für Biochemie in Martinsried zusammengeschlossen. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden das Verständnis von Liganden-Rezeptor Interaktionen, den molekularen Grundlagen und KOR aktivierter Signalwege vertiefen. Dies ist wichtig um neue, bessere und besser tolerierte Therapien zu entwickeln.

Mit einer weltweiten Prävalenz von 1-2% zählen Epilepsien zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Von den 870 Millionen Menschen in der europäischen Region sind über 5 Millionen aus allen Altersstufen betroffen. Die derzeit zur Verfügung stehenden pharmakologischen Therapien sind für über 30 % der Patienten nicht ausreichend und verursachen in 10 bis 90 % schwere Nebeneffekte. Deshalb sind Forschungsanstrengungen, die zu einer verbesserten Therapie führen notwendig. Das Ziel muss es sein die Behandlungseffizienz zu steigern und zugleich die Komplikationen zu reduzieren. Wir und andere haben in den letzten Jahren Erkenntnisse gewonnen, die den Kappa Opioid Rezeptor (KOPr) als mögliches Ziel für Substanzen identifizieren, die spezifisch den G-protein Signalweg stärker stimulieren als den -Arrestin2 Signalweg, um anti-ictale Effekte mit geringen Nebenwirkungen zu erreichen. Im Rahmen dieses Projektes ist es uns gelungen eine Reihe von KOPr Liganden aus der Klasse der Diphenethylamine sowohl in-vitro als auch in-vivo zu charakterisieren. Als wichtigstes Ergebnis konnten wir zeigen, dass es möglich ist antikonvulsive von aversiven Effekten zu trennen. Dabei konnten wir zeigen, dass die Aktivierung bestimmter Signalwege eine zentrale Rolle für aversive Effekte spielt. Dieser Teil der Arbeit beruhte auf einer Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried (Deutschland). Unsere Daten ergaben ein tieferes Verständnis der zu Grunde liegenden Mechanismen. Bisher war nur der erste Schritt der Signalkaskaden postuliert, wir konnten nachfolgende Schritte (Z.B. mTOR) definieren und zeigen, dass eine Blockade dieser Schritte die aversiven Effekte hemmt. KOPr Agonisten, die diese Signalkaskaden nicht oder wenig aktivieren zeigen auch keine oder weniger aversive Effekte. Diese Ergebnisse sind publiziert oder Publikationen sind in Vorbereitung. Neben den den Diphenethylaminen konnten in einer Zusammenarbeit mit der Universität Wien auch Bumetanidderivate auf ihre antikonvulsive Wirkung getestet werden. Diese Substanzgruppe hat nicht den KOPr als Zielpunkt sondern greift regulierend in die Chloridverteilung zwischen dem intra- und extrazellulären Raum ein, welche in der Epilepsie gestört ist. Diese Ergebnisse wurden bereits publiziert. Ein wichtiger Aspekt in der Epilepsietherapie ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Zur Zeit werden aber beinahe ausschließlich männliche Tiere für die Testung verwendet. Daher haben wir begonnen im Rahmen dieses Projektes das kainsäurebasierte Model der Temporallappenepilepsie auch in weiblichen Mäusen zu charakterisieren. Damit können zum einen Unterschiede in der Therapiewirkung getestet werden, es ermöglicht aber auch Untersuchung zur Therapie in der Schwangerschaft und eventuelle Folgen für die Nachkommen. Erste Daten wurden hierzu publiziert, weitere Daten sollen in einem Folgeprojekt gesammelt werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 3%
  • Medizinische Universität Innsbruck - 97%
Nationale Projektbeteiligte
  • Mariana Spetea, Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Jeffrey Liu, Max-Planck-Gesellschaft - Deutschland

Research Output

  • 194 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2024
    Titel Characterization of the intrahippocampal kainic acid model in female mice with a special focus on seizure suppression by antiseizure medications.
    DOI 10.1016/j.expneurol.2024.114749
    Typ Journal Article
    Autor Lieb A
    Journal Experimental neurology
    Seiten 114749
  • 2021
    Titel Kappa Opioid Receptor Ligands and Pharmacology: Diphenethylamines, a Class of Structurally Distinct, Selective Kappa Opioid Ligands
    DOI 10.1007/164_2020_431
    Typ Book Chapter
    Autor Spetea M
    Verlag Springer Nature
    Seiten 163-195
  • 2022
    Titel Characterization of the intrahippocampal kainic acid model in female mice with a special focus on seizure suppression by antiseizure drugs and DMSO
    DOI 10.1101/2022.07.05.498820
    Typ Preprint
    Autor Widmann M
    Seiten 2022.07.05.498820
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Proenkephalin Derived Peptides Are Involved in the Modulation of Mitochondrial Respiratory Control During Epileptogenesis
    DOI 10.3389/fnmol.2018.00351
    Typ Journal Article
    Autor Burtscher J
    Journal Frontiers in Molecular Neuroscience
    Seiten 351
    Link Publikation
  • 2018
    Titel In vivo brain GPCR signaling elucidated by phosphoproteomics
    DOI 10.1126/science.aao4927
    Typ Journal Article
    Autor Liu J
    Journal Science
    Link Publikation
  • 2018
    Titel Protein kinase N1 critically regulates cerebellar development and longterm function
    DOI 10.1172/jci96165
    Typ Journal Article
    Autor Nedden S
    Journal Journal of Clinical Investigation
    Seiten 2076-2088
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Opioids and Their Receptors: Present and Emerging Concepts in Opioid Drug Discovery
    DOI 10.3390/molecules25235658
    Typ Journal Article
    Autor Spetea M
    Journal Molecules
    Seiten 5658
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Functional characterization of novel bumetanide derivatives for epilepsy treatment
    DOI 10.1016/j.neuropharm.2019.107754
    Typ Journal Article
    Autor Auer T
    Journal Neuropharmacology
    Seiten 107754
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Opioids and Their Receptors: Present and Emerging Concepts in Opioid Drug Discovery II
    DOI 10.3390/molecules27103140
    Typ Journal Article
    Autor Van Rijn R
    Journal Molecules
    Seiten 3140
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Impaired chloride homeostasis in epilepsy: Molecular basis, impact on treatment, and current treatment approaches
    DOI 10.1016/j.pharmthera.2019.107422
    Typ Journal Article
    Autor Auer T
    Journal Pharmacology & Therapeutics
    Seiten 107422
  • 2020
    Titel Development of Diphenethylamines as Selective Kappa Opioid Receptor Ligands and Their Pharmacological Activities
    DOI 10.3390/molecules25215092
    Typ Journal Article
    Autor Schmidhammer H
    Journal Molecules
    Seiten 5092
    Link Publikation

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