Therapieresistenz des Melanoms durch Modulation des Tumorstromas durch B Zellen
Therapy resistance of melanoma through modulation of the tumor stroma by B cells
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
-
Melanoma,
Proteomics,
Tumor Microenvironment
Wie andere Tumore besteht das Melanom nicht nur aus den eigentlichen Krebszellen, sondern aus einer Reihe weiterer Zelltypen in unmittelbarer Umgebung, dem sogenannten Tumor-Stroma. Das sind oft Immun-Zellen, die bei Eintritt in das Tumor-Stroma von den Tumorzellen umgepolt werden und nun anfangen, das Wachstum des Tumors zu unterstützen. Einer dieser Zelltypen ist der sogenannte tumor-assoziierte B-Lymphozyt (TAB), über dessen neue Funktion nur wenig bekannt ist. Unsere Arbeitsgruppe konnte nun einen Weg der Interaktion von TAB mit Tumorzellen entschlüsseln, der zur Entwicklung einer Resistenz der Tumorzellen gegen moderne zielgerichtete Therapien führt. Weiterhin konnten wir beobachten, dass eine gegen TAB gerichtete Therapie sogar Aktivität zeigen kann bei Melanompatienten im Endstadium, die eine Resistenz gegen diese modernen zielgerichteten Therapien entwickelt hatten. Die Zellen des Tumor-Stromas interagieren nicht nur direkt mit den Tumorzellen, sondern kommunizieren auch untereinander. Unsere Hypothese ist nun, dass TAB nicht nur direkt, sondern auch indirekt über die Interaktion mit anderen Zelltypen des Tumor-Stromas Therapieresistenz von Tumorzellen induzieren können. Mit Kenntnis dieser indirekten Wirkungsmechanismen könnte man die Wirkung aktueller Therapien verbessern bzw. neue zusätzliche Therapieansätze entwickeln. Mit modernsten Methoden der Genom- und Proteomforschung, der Bioinformatik und systembiologischen mathematischen Algorithmen wollen wir nun aus Gewebeproben von Melanomen mit Therapieresistenz eine Landkarte der Interaktion von TAB mit anderen Zelltypen erstellen. Diese Landkarte soll dann validiert werden über funktionelle Untersuchungen in modernen 3D-Zellkulturmodellen, die den Tumor, das Tumor-Stroma und das vom Melanom am häufigsten betroffene Organ, nämlich die Haut, in der Zellkulturschale nachbilden. Wir erwarten durch dieses Vorgehen neue erweiterte Einblicke in das hochkomplexe interaktive Kommunikations-Netzwerk von Tumorzellen und Tumor-Stroma, die wichtige Informationen für die Entwicklung von neuen Therapieansätzen mit Hilfe der maßgeschneiderten Präzisionsmedizin liefern. Dieser komplexe Ansatz benötigt die Anwendung systembiologischer mathematischer Algorithmen genauso wie neueste Technologien der Proteom- und Genom-Analysen sowie zur Medikamententestung. Deshalb hat sich eine Gruppe von hochspezialisierten und erfahrenen Wissenschaftlern zusammengefunden, die ihre spezifische Expertise in Bioinformatik und systembiologischen Analysen (Johannes Griss, Med. Univ. Wien; Jörg Menche, CeMM, Wien); Proteomtechnologie (Markus Hartl, Univ. Wien); Genomik (Christoph Bock, CeMM) und in Melanom- Immunologie und Zellbiologie sowie Medikamententestung und Zellkulturmodellen in 3D (Stephan N. Wagner, Med. Univ. Wien, Meenhard Herlyn, Wistar Inst., Philadelphia) in dieses Projekt einbringen werden.
B Zellen können in Tumoren sowohl Tumor-fördernde als auch -unterdrückende Effekte auslösen. Das geschieht in einem komplexen Netzwerk direkter Interaktionen von Tumorzellen mit B Zellen und durch indirekte Effekte durch Interaktion von B Zellen mit weiteren Zelltypen in der Mikroumgebung der Tumorzellen, dem sogenannten Tumor-Mikromilieu. In diesem Projekt haben wir mit einer Vielzahl von Wissenschaftlern mithilfe modernster Methoden der Immunologie, Molekularbiologie und Proteomik daran gearbeitet, diese komplexen Interaktionen zu identifizieren und näher zu beschreiben, um so neue Wege zur Verbesserung aktueller Immuntherapien zu finden. In einer ersten Analyse der Interaktion von Tumorzellen, in diesem Fall humanen Melanomzellen, mit B Zellen zeigten wir als Erste, dass Melanomzellen den Erscheinungstyp und die Funktion von B Zellen so verändern, dass diese Tumor-bekämpfende Immunzellen, nämlich T Zellen, anlocken und aktivieren können. So kann die Präsenz von B Zellen in Melanomen nicht nur zu einer Verstärkung der Wirkung von aktuellen Immuntherapien führen, sondern auch das Ansprechen auf diese Therapien vorhersagen. B Zellen werden in reifen lymphatischen Strukturen gebildet. Das geschieht entweder direkt vor Ort im Tumor oder im benachbarten Lymphknotengewebe, von wo die B Zellen in den Tumor einwandern können. Unsere Daten weisen darauf hin, dass die meisten lymphatischen Strukturen im Melanom im Gegensatz zu denen in Lymphknotengewebe nicht vollständig ausgereift sind. So sollten zukünftige Ansätze zur Verbesserung von Immuntherapien die vollständige Ausreifung von lymphatischen Strukturen in Tumoren einbeziehen. Diese Arbeiten konnten wir in von Experten begutachteten Publikationen in renommierten Fachzeitschriften hochrangig veröffentlichen. Im Augenblick analysieren wir die Interaktionen von B Zellen mit weiteren Zelltypen aus dem Mikromilieu von Melanomen. Unsere Arbeiten weisen auf eine bedeutsame Veränderung des Erscheinungstyps und der Funktion einzelner Zelltypen hin, die ebenfalls für die Verbesserung von Immuntherapien von großer Bedeutung sein können. Wir werden diese Ergebnisse in näherer Zukunft in zwei weiteren Manuskripten zusammenfassen.
- Meenhard Herlyn, The Wistar Institute - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 426 Zitationen
- 10 Publikationen
- 1 Weitere Förderungen
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2022
Titel scAnnotatR: framework to accurately classify cell types in single-cell RNA-sequencing data DOI 10.1186/s12859-022-04574-5 Typ Journal Article Autor Nguyen V Journal BMC Bioinformatics Seiten 44 Link Publikation -
2020
Titel scClassifR: Framework to accurately classify cell types in single-cell RNA-sequencing data DOI 10.1101/2020.12.22.424025 Typ Preprint Autor Nguyen V Seiten 2020.12.22.424025 Link Publikation -
2019
Titel B cells sustain inflammation and predict response to immune checkpoint blockade in human melanoma DOI 10.1038/s41467-019-12160-2 Typ Journal Article Autor Griss J Journal Nature Communications Seiten 4186 Link Publikation -
2022
Titel Additional file 1 of scAnnotatR: framework to accurately classify cell types in single-cell RNA-sequencing data DOI 10.6084/m9.figshare.18585919.v1 Typ Other Autor Griss J Link Publikation -
2022
Titel Additional file 1 of scAnnotatR: framework to accurately classify cell types in single-cell RNA-sequencing data DOI 10.6084/m9.figshare.18585919 Typ Other Autor Griss J Link Publikation -
2024
Titel Cancer-associated fibroblast subtypes modulate the tumor-immune microenvironment and are associated with skin cancer malignancy DOI 10.1038/s41467-024-53908-9 Typ Journal Article Autor Forsthuber A Journal Nature Communications Seiten 9678 Link Publikation -
2018
Titel B cells sustain inflammation and predict response to immune checkpoint blockade in human melanoma DOI 10.1101/478735 Typ Preprint Autor Griss J Seiten 478735 Link Publikation -
2023
Titel Cancer associated fibroblast subtypes modulate the tumor-immune microenvironment and are associated with skin cancer malignancy DOI 10.1101/2023.05.03.539213 Typ Preprint Autor Forsthuber A Seiten 2023.05.03.539213 Link Publikation -
2022
Titel Indolent primary cutaneous B-cell lymphomas resemble persistent antigen reactions without signs of dedifferentiation DOI 10.1101/2022.12.16.520801 Typ Preprint Autor Griss J Seiten 2022.12.16.520801 Link Publikation -
2021
Titel A Standardized Analysis of Tertiary Lymphoid Structures in Human Melanoma: Disease Progression- and Tumor Site-Associated Changes With Germinal Center Alteration DOI 10.3389/fimmu.2021.675146 Typ Journal Article Autor Werner F Journal Frontiers in Immunology Seiten 675146 Link Publikation
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2020
Titel International PhD Program in Translational Oncology (IPPTO): Characterization of tumor-promoting and -protective human melanoma B cell subsets Typ Studentship Förderbeginn 2020