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Private Kunstmuseen und Stiftungen russischer Oligarchen

Russian ´Oligarch´ Art Museums and Foundations

Waltraud Maria Bayer (ORCID: 0000-0002-4242-3306)
  • Grant-DOI 10.55776/P31388
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2018
  • Projektende 30.06.2022
  • Bewilligungssumme 270.270 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Museum studies, Post Soviet Russia, Private art museums, Private art foundations, Economic elites, Cultural policy

Abstract Endbericht

Weltweit erleben private Kunstmuseen und Stiftungen einen Boom. Ihr Einfluss auf die globalen Kunst- und (öffentlichen) Museen steigt seit den 1990er Jahren stark. Doch in der Russischen Föderation setzte diese Entwicklung verspätet ein. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts, im Zuge der Privatisierung der Wirtschaft, begann sich die neue wirtschaftliche Elite des Landes in größerer Zahl mäzenatisch zu engagieren. Insbesondere die letzten zehn Jahre waren geprägt von einem Grün- dungsboom privater Stiftungen und Museen russischer OligarchInnen. Deren Förderung umfasst ein breites Spektrum vom imperialen Erbe der Zarenzeit und der Ikonenkunst über die Moderne und Avantgarde bis hin zum Sozialistischen Realismus und der Gegenwartskunst; sie deckt russische wie internationale Kunst ab. Einige StifterInnen haben Museen und Kunstinstitutionen gegründet. Andere investieren in Bauvorhaben mit gemischter kulturell-kommerzieller Nutzung oder finanzieren Muse- umsprojekte, Preise und Schenkungen. Charakteristisch für die neue russische Philanthropie ist ihr zunehmendes Engagement im Ausland: Russische Mäzene und Mäzeninnen finanzieren Biennalen, sie kooperieren weltweit mit führenden öffentlichen Institutionen und privaten Stiftungen. Welt- weite Schlagzeilen machen ihre Übernahmen von traditionsreichen westlichen Auktionshäusern und Kunstmedien. Ihr mäzenatischer Beitrag zur (inter-)nationalen Kunst- und Museumswelt steigt kontinuierlich und scheint vorerst dem hohen innen- und außenpolitischen Konfliktpotential Russlands zu widerstehen. Im Gegensatz zur wachsenden Bedeutung russischer privater Kunstmuseen und Stiftungen hat die internationale Forschung diesen Themenkomplex bisher vernachlässigt. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, dieses Desiderat zu thematisieren und zu erforschen. Gegen- stand der Arbeit werden umfangreiche empirische Studien sein vorwiegend basierend auf primären und sekundären Quellen und Daten in russischer Sprache. Methodisch-theoretische Ansätze aus der erweiterten Museumswissenschaft sowie aus der Kultursoziologie und der digitalen Forschung werden das Projekt leiten. Die Ergebnisse werden als repräsentative Fallstudien im komparativen Kontext veröffentlicht und im akademischen Austausch diskutiert.

Weltweit erleben private Kunstmuseen und Stiftungen einen Boom. Ihr Einfluss auf globale Kunst- und Museumsinstitutionen steigt seit den 1990er Jahren stark. Doch in der Russischen Föderation setzte diese Entwicklung verspätet ein. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts, im Zuge der Privatisierung der Wirtschaft, begann sich die neue wirtschaftliche Elite des Landes in größerer Zahl mäzenatisch zu engagieren. Insbesondere die 2010er Jahre waren geprägt von einem Gründungsboom privater Stiftungen und Museen russischer Milliardäre. Deren Förderung umfasste ein zunehmend breites Spektrum - vom imperialen Erbe der Zarenzeit und der Ikonenkunst über die Moderne und Avantgarde bis hin zum Sozialistischen Realismus und der Gegenwartskunst; sie inkludiert russische wie internationale Kunst. Einige Stifter, selten Stifterinnen, haben Museen und Kunstinstitutionen gegründet. Andere investierten in Bauvorhaben mit gemischter kulturell-kommerzieller Nutzung. Zudem wurden und werden Kunstpreise, Schenkungen, Publikationen, Museums- und Forschungsprojekte vielfach von vermögenden Einzelpersonen oder Gruppen finanziert. Von wachsender Relevanz erwies sich das globale Engagement russischer Wirtschaftstreibender: Vor Beginn des Ukrainekrieges finanzierten sie internationale Biennalen; sie kooperierten weltweit mit führenden öffentlichen Institutionen und privaten Stiftungen. Schlagzeilen machten ihre Übernahmen von traditionsreichen westlichen Auktionshäusern und Kunstmedien. Ihr mäzenatischer Beitrag zur (inter-)nationalen Kunst- und Museumswelt gewann kontinuierlich an Bedeutung. Ungeachtet dessen vernachlässigte die internationale Museumsforschung bislang diesen Bereich. Dieses Desiderat zu thematisieren, zu erforschen und zu analysieren war Gegenstand eines interdisziplinären Forschungsprojekts, das vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF finanziert wurde. Die Ergebnisse sind nun in Open-Access-Publikationen verfügbar. Die innovative Studie umfasst repräsentative Fallstudien - vorwiegend basierend auf primären und sekundären (Online-)Quellen und Daten in russischer Sprache, bereitgestellt von Stiftungs- und Behördenportalen. Methodisch-theoretische Ansätze aus der erweiterten Museumswissenschaft sowie aus der komparativen Forschung zur Philan-thropie leiteten die Untersuchung. Der erfasste Zeitrahmen umspannt drei Jahrzehnte - von der Perestroika bis zum Ausbruch der Pandemie 2020; letztere schränkte philanthropische Unternehmungen ebenso ein wie die Durchführung der Forschung vor Ort.

Forschungsstätte(n)
  • Stadt Wien - 100%

Research Output

  • 8 Publikationen
Publikationen
  • 2021
    Titel Best Practice: Fälschungsforschung im Kölner Museum Ludwig, DOI: 10.11588/artdok.00007222
    Typ Journal Article
    Autor Bayer Wm
    Journal ARTHISTORICUM, ART-DOK
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Russian 'Oligarch' Art Museums and Foundations [Final Report on the FWF-funded stand-alone research project P 31388-G26; duration: 2018-2021; cost-neutral prolongation until June 2022],
    Typ Other
    Autor Bayer Wm
    Link Publikation
  • 2022
    Titel FILANTROPIJA.RU: Kunst- und Museumsstiftungen der Moskauer Wirtschaftselite. Wissenschaftliche Studie im Rahmen des FWF-Projekts P 31388-G26, Vienna. Open-access monograph, preprint: DOI 10.5281/zenodo.6631165.
    Typ Book
    Autor Bayer Wm
    Verlag zenodo
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Filantropija.ru I Kunst- und Museumsstiftungen der Moskauer Wirtschaftselite
    DOI 10.5281/zenodo.6631164
    Typ Preprint
    Autor Bayer W
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Filantropija.ru I Kunst- und Museumsstiftungen der Moskauer Wirtschaftselite
    DOI 10.5281/zenodo.6631165
    Typ Preprint
    Autor Bayer W
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Nebesnaia golubizna angel’skikh odezhd. Sud’ba proizvedenii drevnerusskoi zhivopisi.
    DOI 10.36391/jis2/005br
    Typ Journal Article
    Autor Bayer W
    Journal Journal of Icon Studies
    Link Publikation
  • 2019
    Titel "From Russia with / without Doubt": Globale Netzwerke - Expertisen - Gerichtsprozesse
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Bayer Wm
    Konferenz Objects on the Art Market: Original oder Fälschung - eine Frage der Expertise? (Nov. 15-16), TU Berlin, FOKUM, Hybrid Lab, Villa Bell, https://www.fokum.org/konferenz-2019/
    Link Publikation
  • 2018
    Titel "A Past That Won't Pass": Stalin's Museum Sales in a Transformed Global Context, DOI: https://doi.org/10.23690/jams.v2i2.22
    Typ Journal Article
    Autor Bayer Wm
    Journal Journal for Art Market Studies (JAMS), Volume 2, Number 2, 2018, Translocations and the Art Market, Guest editor Bénédicte Savoy
    Link Publikation

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