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Doping im Behindertensport - ein Multimodaler Ansatz

Doping in Paralympic Sports - A Mixed Methods Approach

Cornelia Maria Blank (ORCID: 0000-0002-5913-0251)
  • Grant-DOI 10.55776/P31864
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2019
  • Projektende 31.03.2023
  • Bewilligungssumme 149.616 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (30%); Gesundheitswissenschaften (50%); Psychologie (20%)

Keywords

    Willingness, Mixed Methods, Motives, Disability Sport, Doping, Knowledge

Abstract Endbericht

Zahlreiche Versuche wurden unternommen, das Phänomen Doping im Leistungssport zu beschreiben, zu verstehen und Präventionsmaßnahmen zu setzen allerdings bisher fast ausschließlich im Nicht- Behindertensport. Die Ziele dieser geplanten Studie sind daher zum einen ein detaillierteres Bild über Doping im Behindertensport zu erlangen und zum anderen ein Forschungsinstrument zu entwickeln um Informationen über Wissen und Einstellungen zum Thema Doping bei AthletInnen mit Behinderung und ihren TrainerInnen zu generieren. Darüber hinaus sollen auch Aspekte wie Dopingbereitschaft und Vertrauen in die Anti-Doping Arbeit im Allgemeinen erfasst, und mit einem Kollektiv von AthletInnen ohne Behinderungen und deren TrainerInnen verglichen werden. Auf Grund fehlender Studien im Behindertensport ist es generell schwierig, vorab fundierte Hypothesen zu formulieren. Dennoch wird angenommen, dass auch AthletInnen mit Behinderung und deren TrainerInnen Wissenslücken und eine positive Anti-Doping Einstellung aufweisen. Zudem wird erwartet, dass sich Prädiktoren die Dopingbereitschaft zu erklären bei AthletInnen mit und ohne Behinderungen in einigen Bereichen unterschieden. Um die Ziele dieser Studie zu erreichen wird ein sequenzieller multimodaler Ansatz aus Interviews und Fragebögen, gewählt, wobei sich die Erstellung des Fragebogens nach den Ergebnissen der Interviews richtet. In Kooperation mit dem Deutschen und Österreichischen Behindertensportverband, der Sporthochschule Köln, dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum und der Leeds Beckett Universität (UK) werden Deutsche, Schweizer, Österreichische und Britische KaderathletInnen mit Behinderung und deren TrainerInnen sowie ein Kontroll-Kollektiv ohne Behinderung inkludiert und befragt. Nach unserem besten Wissen ist dies die erste Studie, die mit verschiedenen Methoden und in mehreren Ländern doping-bezogenes Wissen, Einstellungen, Vertrauen, sowie mögliche Gründe bei AthletInnen mit Behinderung und ihren TrainerInnen erforscht. Basierend auf den Ergebnissen könnten behindertensport-spezifische Interventionsmaßnahmen abgeleitet, implementiert und evaluiert werden, sowie Unterschied zum Nicht-Behindertensport aufgezeigt und zukünftig berücksichtigt werden. Ergebnisse sind nicht nur von sportpolitischer, sondern auch von gesellschaftspolitischer Wichtigkeit, da es das Thema Inklusion wert ist, in jeglichen Bereichen, auch in die Forschung, mit einbezogen zu werden. Dieses Projekt soll dem bereits langwährenden Ruf nach Synergien zwischen Forschung und Anwendung auch im Behindertensport nachkommen.

Mit dem Wachstum der Paralympischen Spiele hat sowohl die Anzahl paralympischer Athlet:innen als auch das Vorkommen von Dopingfällen zugenommen. Doping ist im paralympischen Sport - im Vergleich zum Olympischen Sport - sowohl aus der Perspektive paralympischer Athlet:innen als auch der Trainer:innen unzureichend erforscht, weshalb es notwendig ist, diese Forschungslücke zu beheben. Das Ziel dieses Forschungsprojekts war die Wahrnehmungen, Gründe und das Wissen paralympischer Athlet:innen und Trainer:innen in Bezug auf Doping zu erforschen. Zusätzlich sollten ihre Meinungen zum aktuellen Anti-Doping System ergründet werden, um zukünftige Interventionen speziell für den paralympischen Sport abzuleiten. Mithilfe von Interviews und Fragebögen konnte herausgefunden werden, dass Athlet:innen und Trainer:innen Doping als ein bekanntes und verbreitetes Problem im paralympischen Sport wahrnehmen. Paralympische Athlet:innen sind extremem Druck ausgesetzt, der vor allem durch finanzielle Anreize und Erfolgsdruck entsteht, was ein Risiko für die Verwendung verbotener Methoden und/oder Substanzen darstellt. Diese verwobenen Risikofaktoren (Geld, Erfolgsdruck in Bezug auf Geld und/oder Sponsoren) kann zusätzlich (negativ) vom landesspezifischen Sportsystem beeinflusst werden. In der Tat gaben die Athlet:innen an, dass es aufgrund von "Schlupflöchern" im derzeitigen Anti-Doping System mehrere Möglichkeiten zu betrügen gibt. Die Trainer:innen hoben die Unterschiede im Bereich Dopingkontrollen und Bildung zwischen Ländern aus dem Globalen Norden und dem Globalen Süden hervor, die ihrer Meinung nach in Budget-, Ressourcen- oder Infrastrukturproblemen begründet liegen. Einstimmig gaben sowohl Athlet:innen als auch Trainer:innen an, dass der Betrug in der Klassifizierung der Athlet:innen eine Form von Doping und vielleicht sogar die größte Bedrohung für die Integrität des Paralympischen Sports darstellt. Diese Ergebnisse sollten aus zwei Perspektiven angesprochen werden, zum einen auf individueller Ebene (z.B. Unterstützung von dualer Karriere; breitere Verteilung von Preisgeldern) und zum anderen auf einer strukturellen Ebene (z.B. Minimumstandards um das global inkonsistente anti-doping System anzugleichen, bessere Überwachung der Klassifizierungen). Aufbauend auf diese Ergebnisse, sollte zukünftige Forschung weiteren Ländern einbeziehen, um diese Ergebnisse zu verifizieren und auf Verallgemeinerbarkeit hin zu überprüfen. Ein Augenmerk sollte hierbei auf die Anzahl von Dopingkontrolle und umgesetzter Bildungsmaßnahmen gelegt werden. In einem breiteren Kontext sollte untersucht werden ob ein Fokus auf die Gesundheit der Athlet:innen und deren Erhaltung eine positive Wirkung in Bezug auf Dopingverhalten haben könnte.

Forschungsstätte(n)
  • Priv.-Univ. für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Mario Thevis, Deutsche Sporthochschule Köln - Deutschland
  • Thomas Abel, Deutsche Sporthochschule Köln - Deutschland
  • Laurie Patterson, Leeds Beckett University - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 20 Zitationen
  • 4 Publikationen
  • 2 Disseminationen
Publikationen
  • 2023
    Titel Doping in Paralympic sport: perceptions, responsibility and anti-doping education experiences from the perspective of Paralympic athletes and parasport coaches.
    DOI 10.3389/fspor.2023.1166139
    Typ Journal Article
    Autor Blank C
    Journal Frontiers in sports and active living
    Seiten 1166139
  • 2023
    Titel Doping in Paralympic sport: perceptions, responsibility and anti-doping education experiences from the perspective of Paralympic athletes and parasport coaches
    Typ Journal Article
    Autor Blank C
    Journal Frontiers in Sport and Active Living
    Seiten 1166139
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Doping in disabled elite sport: Perceptions, knowledge and opinions from the perspective of German and UK coaches
    DOI 10.1016/j.psychsport.2022.102233
    Typ Journal Article
    Autor Weber K
    Journal Psychology of Sport and Exercise
    Seiten 102233
    Link Publikation
  • 2022
    Titel An exploration of doping-related perceptions and knowledge of disabled elite athletes in the UK and Austria
    DOI 10.1016/j.psychsport.2021.102061
    Typ Journal Article
    Autor Weber K
    Journal Psychology of Sport and Exercise
    Seiten 102061
    Link Publikation
Disseminationen
  • 2021 Link
    Titel Newspaper
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2021
    Titel Conference attendance
    Typ A talk or presentation

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