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Die Interpolationseigenschaft für Gödel Logiken erster Ordnung

Interpolation properties for first-order Gödel logics

Matthias Baaz (ORCID: 0000-0002-7815-2501)
  • Grant-DOI 10.55776/P31955
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2019
  • Projektende 30.06.2022
  • Bewilligungssumme 297.465 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (10%); Mathematik (90%)

Keywords

    Herbrand expansions, Gödel logics, Interpolation, Skolemization

Abstract Endbericht

Seit dem Erscheinen des grundlegended Resultats von Craig über Interpolation ist es offensichtlich, dass die Interpolationseigenschaft eine wesentliche Eigenschaft eines formalen Systems ist. Interpolationseigenschaften haben zahlreiche Anwendungen in der Mathematik und in der Informatik, z.B. bei Konsistenzbeweisen, Model Checking, Beweisen in modularen Spezifikationen und für modulare Ontologien. (Eine Logik L besitzt die Interpolationseigenschaft unter folgenden Umständen: immer wenn A impliziert B in L gültig ist, dann ist auch A impliziert I und I impliziert B gültig für ein I im sprachlichen Durchschnitt von A und B.) Das vorliegende Projekt soll die noch offenen Fälle der Bestimmung der Interpolationseigenschaft von Gödel Logiken erster Ordnung lösen und diese demnach im Bezug auf die Interpolationseigenschaft charakterisieren. Gödel Logiken wurden 1932 durch Gödel eingeführt um die Existenz von unendlich vielen Aussagenlogiken zwischen intuitionistischer und klassischer Aussagenlogik zu beweisen. Überschlagsmäßig können Gödel Logiken wie folgt beschrieben werden: die formale Sprache (aussagenlogisch, mit aussagelogischen Quantoren, erste Ordnung) wird wie üblich gewählt. Die Logiken sind mehrwertig und die jeweiligen Wahrheitsmengen bestehen aus abgeschlossenen Teilmengen von [0, 1], die sowohl 0 als auch 1 enthalten. 1 repräsentiert wahr. Das heißt eine Formel ist gültig, wenn sie in jeder Interpretation mit 1 bewertet wird. Konjunktion und Disjunktion berechnen sich durch Minimum und Maximum, Allquantoren und Existenzquantoren berechnen sich durch Infimum und Supremum. Der wichtigste Operator der Gödel Logiken ist die Implikation: a impliziert b berechnet sich zu 1 dann und nur dann wenn a kleiner gleich b ist, andernfalls ist der Wert b. Da die Auswertung einer Formel nur von der Anordnung, nicht aber von der Größe der verwendeten Wahrheitswerte abhängt, sind Gödel Logiken hervorragend geeignet um Vergleichbarkeit auszudrücken.

Interpolationseigenschaften sind seit dem grundlegenden Ergebnis von Craig eine der wichtigsten erwünschten Eigenschaften formaler logischer Systeme. Die Interpolation nach Craig hat zahlreiche Anwendungen in Mathematik und Informatik, zum Beispiel Konsistenzbeweise, Model-Checking, Beweisen in modularen Spezifikationen und modularen Ontologien. Zur Erinnerung: eine Logik L besitzt die Interpolationseigenschaft wenn aus der Implikation von B durch A in L auch folgt, dass eine Formel I in der gemeinsamen Sprache von A und B existiert, sodass I aus A in L folgt, und B aus I in L folgt. Dieses Projekt untersuchte das Problem der Interpolation von Gödel Logiken, insbesonders Gödel Logiken erster Ordnung. Zwei-wertige, drei-wertige, und effektive unendlich-wertige Gödel Logiken besitzen eine Form der Interpolationseigenschaft, alle anderen nicht. Die wesentlichste Einsicht, die aus diesem Projekt gewonnen werden konnte, ist die Abhängigkeit der positiven Ergebnisse von beweistheoretischen Überlegungen, insbesondere Expansionen, und der negativen Ergebnisse von modelltheoretischen Überlegungen. Expansionen entsprechen Herbrand Disjunktionen innerhalb der Formeln. Die Existenz von Herbrand Disjunktionen ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Logiken, weil sie zeigt, dass die Logik in einem gewissen Sinn konstruktiv ist.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Mai Gehrke, Université Cote d´Azur - Frankreich
  • Arnon Avron, Tel Aviv University - Israel
  • Anna Zamansky, University of Haifa - Israel
  • Rosalie Iemhoff, Universiteit Utrecht - Niederlande
  • Lev D. Beklemishev, Russian Academy of Sciences - Russland
  • George Metcalfe, University of Bern - Schweiz

Research Output

  • 22 Zitationen
  • 19 Publikationen
Publikationen
  • 2021
    Titel Towards a proof theory for Henkin quantifiers
    DOI 10.1093/logcom/exaa071
    Typ Journal Article
    Autor Baaz M
    Journal Journal of Logic and Computation
    Seiten 40-66
  • 2020
    Titel Determinate logic and the Axiom of Choice
    DOI 10.1016/j.apal.2019.102745
    Typ Journal Article
    Autor Aguilera J
    Journal Annals of Pure and Applied Logic
    Seiten 102745
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Determined Admissible Sets
    DOI 10.1090/proc/14914
    Typ Journal Article
    Autor Aguilera J
    Journal Proceedings of the American Mathematical Society
    Seiten 2217-2231
    Link Publikation
  • 2020
    Titel An abstract form of the first epsilon theorem
    DOI 10.1093/logcom/exaa044
    Typ Journal Article
    Autor Baaz M
    Journal Journal of Logic and Computation
    Seiten 1447-1468
  • 2019
    Titel Projective Games on the Reals
    DOI 10.48550/arxiv.1907.03583
    Typ Preprint
    Autor Aguilera J
  • 2019
    Titel Epsilon Theorems in Intermediate Logics
    DOI 10.48550/arxiv.1907.04477
    Typ Preprint
    Autor Baaz M
  • 2020
    Titel First-order interpolation derived from propositional interpolation
    DOI 10.1016/j.tcs.2020.07.043
    Typ Journal Article
    Autor Baaz M
    Journal Theoretical Computer Science
    Seiten 209-222
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Projective Games on the Reals
    DOI 10.1215/00294527-2020-0027
    Typ Journal Article
    Autor Aguilera J
    Journal Notre Dame Journal of Formal Logic
  • 2019
    Titel Consistency of circuit lower bounds with bounded theories
    DOI 10.48550/arxiv.1905.12935
    Typ Preprint
    Autor Bydzovsky J
  • 2020
    Titel Consistency of circuit lower bounds with bounded theories
    DOI 10.23638/lmcs-16(2:12)2020
    Typ Journal Article
    Autor Bydzovsky J
    Journal Logical Methods in Computer Science
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Some properties of the factors of Fermat numbers
    DOI 10.26493/2590-9770.1473.ec5
    Typ Journal Article
    Autor Altuzarra L
    Journal The Art of Discrete and Applied Mathematics
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Time and Gödel: Fuzzy Temporal Reasoning in PSPACE
    DOI 10.1007/978-3-031-15298-6_2
    Typ Book Chapter
    Autor Aguilera J
    Verlag Springer Nature
    Seiten 18-35
  • 2021
    Titel A Non-hyperarithmetical Gödel Logic
    DOI 10.1007/978-3-030-93100-1_1
    Typ Book Chapter
    Autor Aguilera J
    Verlag Springer Nature
    Seiten 1-8
  • 2022
    Titel Lattice properties of partial orders for complex matrices via orthogonal projectors
    DOI 10.1080/03081087.2022.2160948
    Typ Journal Article
    Autor Cimadamore C
    Journal Linear and Multilinear Algebra
    Seiten 718-736
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Noetherian Gödel logics
    DOI 10.1093/logcom/exac064
    Typ Journal Article
    Autor Aguilera J
    Journal Journal of Logic and Computation
    Seiten 1487-1503
  • 2022
    Titel EPSILON THEOREMS IN INTERMEDIATE LOGICS
    DOI 10.1017/jsl.2021.103
    Typ Journal Article
    Autor Baaz M
    Journal The Journal of Symbolic Logic
    Seiten 682-720
    Link Publikation
  • 2022
    Titel The number of axioms
    DOI 10.1016/j.apal.2021.103078
    Typ Journal Article
    Autor Aguilera J
    Journal Annals of Pure and Applied Logic
    Seiten 103078
  • 2022
    Titel Towards a proof theory for quantifier macros
    DOI 10.1016/j.ic.2021.104753
    Typ Journal Article
    Autor Baaz M
    Journal Information and Computation
    Seiten 104753
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Some arithmetical problems that are obtained by analyzing proofs and infinite graphs
    DOI 10.48550/arxiv.2002.03075
    Typ Preprint
    Autor Sauras-Altuzarra L

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