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Adipositas, erhöhtes Bilirubin und das Krebsrisiko

Obesity, genetically elevated bilirubin and cancer risk

Karl-Heinz Wagner (ORCID: 0000-0002-1683-7265)
  • Grant-DOI 10.55776/P32303
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.09.2019
  • Projektende 31.08.2023
  • Bewilligungssumme 266.710 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Gesundheitswissenschaften (70%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)

Keywords

    Obesity, Breast Cancer, Pancreatic Cancer, Obesity-Related Cancers, Bilirubin, Host Factors

Abstract Endbericht

Adipositas, definiert über einen sehr hohen Body Mass Index (BMI), ist ein bestätigter Risiko- faktor für die Entstehung vieler Tumore. Allerdings entwickeln nicht alle adipösen Personen diese Krebsarten, auch nicht bei gleichem Körperfettgehalt und gleicher Körperfettverteilung. Eine Erklärung ist, dass trotz des hohen Körperfettanteils noch andere Faktoren wie Ge- schlecht, Alter oder die Genetik eine wichtige Rolle spielen bei der Krebsentstehung. Ein derzeit sehr stark diskutierter und vielversprechender Marker in diese Richtung ist, gene- tisch bedingt, leicht erhöhtes Bilirubin. Bilirubin ist eines der Endprodukte des Hämstoffwechsels und entsteht bei normalem Abbau der roten Blutkörperchen. Lange wurde Bilirubin keine physiologische Wirkung zugeschrieben, aber die Ergebnisse der letzten Jahre weisen Bilirubin eine starke antioxidative und anti- entzündliche Wirkung aus. Personen mit einem leicht erhöhten Bilirubinspiegel im Blut (auch Gilberts Syndrom (GS) genannt) zeigen sich sehr häufig in der Bevölkerung mit einem Auftreten von 5-20% je nach Geschlecht und ethnischer Herkunft. Personen mit GS weisen gegenüber Kontrollpersonen bessere Glukose- und Fettstoffwech- selwerte auf, hatten einen geringeren BMI, eine geringere Körperfettmasse und zeigten einen effizienteren Energiestoffwechsel. Zudem zeigten sie ein geringeres Risiko für einige chronische Erkrankungen, unter anderem auch Krebserkrankungen. Basierend auf dieser Datenlage scheint es wahrscheinlich dass Personen mit leicht erhöhen Bilirubinspiegeln weniger oft Krebserkrankungen entwickeln, die mit Adipositas in Verbindung stehen. Unser Projektziel ist daher das Risiko von Adipositas assoziierten Krebserkrankungen von adipösen Personen mit und ohne leicht erhöhten Bilirubinspiegeln zu vergleichen. Zudem wird ihr Risiko zusätzlich zu normalgewichtigen Personen mit und ohne leicht erhöhten Bilirubin- spiegeln verglichen. Die spezifischen Projektziele sind: 1. Die Untersuchung von Assoziationen zwischen Adipositas/Bilirubin definierten metabo- lischen Gesundheitstypen und dem Risiko Adipositas-assoziierte Krebserkrankungen zu entwickeln mit dem Scherpunkten auf Krebserkrankungen der Brust, des Endomet- riums, des Pankreas und des Dickdarms; 2. Zu untersuchen ob eine günstiges metabolisches Gesundheitsprofil von Personen mit leicht erhöhten Bilirubinspiegeln die Assoziationen zwischen Adipositas/Bilirubin defi- nierten metabolischen Gesundheitstypen und dem Risiko Adipositas-assoziierte Krebserkrankungen zu entwickeln, mit dem Scherpunkten auf Krebserkrankungen der Brust, des Endometriums, des Pankreas und des Dickdarms, erklären kann; 3. Zu untersuchen ob Personen mit genetischen Prädispostitionen zu Adipositas (= Adi- positas Genotyp) und Gilberts Syndrom (= GS Genotyp) ein anderes Risiko entwi- ckeln für Krebserkrankungen des Dickdarms, der Brust, des Endometriums und des Pankreas verglichen mit Personen mit einem Adipositas Genotyp aber ohne GS Geno- typ Diese Studien mit sehr großen internationalen Datenmengen sollen helfen das Potential von leichter Hyperbilirubinämie auf Adipositas assoziierten Krebsarten besser zu verstehen.

Adipositas, definiert über einen sehr hohen Body Mass Index (BMI), ist ein bestätigter Risikofaktor für die Entstehung vieler Tumore wie auch kardiometabolischer Erkrankungen. Allerdings entwickeln nicht alle adipösen Personen diese Krebsarten, auch nicht bei gleichem Körperfettgehalt und gleicher Körperfettverteilung. Eine Erklärung ist, dass trotz des hohen Körperfettanteils noch andere Faktoren wie Geschlecht, Alter oder die Genetik eine wichtige Rolle spielen bei der Krebsentstehung. Ein derzeit sehr stark diskutierter und vielversprechender Marker in diese Richtung ist, gene-tisch bedingt, leicht erhöhtes Bilirubin. Bilirubin ist eines der Endprodukte des Hämstoffwechsels und entsteht bei normalem Abbau der roten Blutkörperchen. Lange wurde Bilirubin keine physiologische Wirkung zugeschrieben, aber die Ergebnisse der letzten Jahre weisen Bilirubin eine starke antioxidative und anti-entzündliche Wirkung aus. Personen mit einem leicht erhöhten Bilirubinspiegel im Blut (auch "Gilberts Syndrom" (GS) genannt) zeigen sich sehr häufig in der Bevölkerung mit einem Auftreten von 5-20% je nach Geschlecht und ethnischer Herkunft. Das vorliegende Projekt untersuchte die Zusammenhänge zwischen Adipositas/Bilirubin definierten metabolischen Gesundheitstypen und dem Risiko Adipositas-assoziierte Krebserkrankungen zu entwickeln mit dem Schwerpunkten auf Krebserkrankungen der Brust, des Endometriums, des Pankreas und des Dickdarms zu entwickeln und ob ein günstiges metabolisches Gesundheitsprofil von Personen mit leicht erhöhten Bilirubinspiegeln die Assoziationen zwischen Adipositas/Bilirubin definierten metabolischen Gesundheitstypen und dem Risiko Adipositas-assoziierte Krebserkrankungen und metabolische Erkrankungen zu entwickeln erklären kann. Dazu wurden Daten aus mehreren großen internationalen Studien (EPIC: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition; UK Biobank, KoGES_HEXA aus Südkorea und die Genetic consortia on cancers of the colorectum, breast, pancreas, and endometrium) ausgewertet. Zudem konnten wir die Fragestellung in der Europäischen MARK-AGE Studie bearbeiten. Daten aus der UK-Biobank unter Berücksichtigung von 467.519 Teilnehmer:innen zeigen sehr interessante Zusammenhänge. Höhere Bilirubinwerte waren sowohl bei Männern als auch bei Frauen negativ assoziiert mit Indikatoren der allgemeinen Adipositas (BMI und Fettmasse) sowie der Körperfettverteilung im Rumpf. Daher konnten wir schlussfolgern, dass höhere Bilirubinwerte invers assoziiert sind mit kardiometabolischen Risikofaktoren wie Adipositas, Dyslipidämien oder dem Bluthochdruck. Sehr ähnliche Ergebnisse zeigte auch die Auswertung der MARK-Age Studie wo ältere Personen die leicht erhöhte Bilirubinspiegel aufwiesen, eine viel geringer Konzentration von kardiometabolischen Risikofaktoren im Blut aufwiesen (z.B. geringerer BMI, HbA1c, Insulin, Triglyceride, gesamt-Cholesterin, LDL-Cholesterin, weniger Punke im Framingham-Risikoscore oder ein höheres HDL-Cholesterin) als jene mit geringen Bilirubinspiegeln im Blut. Weitere Auswertungen, insbesondere hinsichtlich des Krebsrisikos, sind im Gange oder sind, mit vielversprechenden Ergebnissen, Teil eingereichter Arbeiten, die gerade evaluiert werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Heinz Freisling, The International Agency for the Research on Cancer (IARC) - Frankreich

Research Output

  • 24 Zitationen
  • 9 Publikationen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2025
    Titel Bilirubin Metabolism Does Not Influence Serum Bile Acid Profiles According to LC–MS: A Human Case-Control Study
    DOI 10.3390/ijms26062475
    Typ Journal Article
    Autor Stelzer T
    Journal International Journal of Molecular Sciences
    Seiten 2475
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Serum bilirubin levels and risk of colorectal cancer in Korean adults: results from the Korean Genome and Epidemiology Study-Health Examinee (KoGES-HEXA) Cohort Study
    DOI 10.1038/s41416-024-02847-9
    Typ Journal Article
    Autor Noh H
    Journal British Journal of Cancer
    Seiten 1635-1643
  • 2024
    Titel Association between bilirubin and biomarkers of metabolic health and oxidative stress in the MARK-AGE cohort
    DOI 10.1016/j.isci.2024.110234
    Typ Journal Article
    Autor Schoissengeier V
    Journal iScience
    Seiten 110234
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Serum bilirubin levels and risk of colorectal cancer in Korean adults: Results from the Korean Genome and Epidemiology Study-Health Examinee (KoGES-HEXA) Cohort Study
    Typ Journal Article
    Autor Hwayoung Noh
    Journal International Journal of Cancer
  • 2024
    Titel Association between unconjugated bilirubin and metabolic health and oxidative stress biomarkers: a secondary analysis of the MARK-AGE study cohort
    Typ Journal Article
    Autor Schoissengeier Vanessa
    Journal iscience
  • 2022
    Titel Additional file 1 of Bilirubin as an indicator of cardiometabolic health: a cross-sectional analysis in the UK Biobank
    DOI 10.6084/m9.figshare.19613651
    Typ Other
    Autor Seyed Khoei N
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Additional file 1 of Bilirubin as an indicator of cardiometabolic health: a cross-sectional analysis in the UK Biobank
    DOI 10.6084/m9.figshare.19613651.v1
    Typ Other
    Autor Seyed Khoei N
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Bilirubin as an indicator of cardiometabolic health: a cross-sectional analysis in the UK Biobank
    DOI 10.1186/s12933-022-01484-x
    Typ Journal Article
    Autor Seyed Khoei N
    Journal Cardiovascular Diabetology
    Seiten 54
    Link Publikation
  • 0
    Titel Circulating triglycerides are a likely underlying mediator of the inverse relationship between total bilirubin and cardiovascular diseases.
    Typ Journal Article
    Autor Hana C
    Journal European Heart Journal
Weitere Förderungen
  • 2023
    Titel Bilirubin and Metabolic Health
    Typ Other
    Förderbeginn 2023

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