Epitop Spezifität von MOG Antikörpen
Epitope specificity of MOG antibodies
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (10%); Klinische Medizin (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (80%)
Keywords
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Epitope specificity,
MOG,
Autoantibody,
Antibody
Autoimmunerkrankungen sind eine Krankheitsgruppe, bei denen sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Weltweit sind ca. 7-9% der Bevölkerung von ungefähr 80- 100 verschiedenen Autoimmunerkrankungen betroffen. Diese sind damit die dritthäufigste Krankheitsgruppe in Industrieländern. Die Häufigkeit von Autoimmunerkrankungen des Nervensystems ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Bei vielen dieser Erkrankungen findet man spezifische Antikörper gegen körpereigene Bestandteile des Zentralen Nervensystems. Zahlreiche neuere Studien zeigten, dass Antikörper gegen das MyelinOligodendrozytenGlykoprotein (MOG)beiselten vorkommenden Autoimmunerkrankungen des Gehirns gefunden werden, nicht aber bei der bekannteren und häufigeren Multiplen Sklerose. Diese MOG Antikörper können mit der Methode der zellbasierten Testsysteme nachgewiesen werden, in denen das Zielprotein in menschlichen Zellen in seiner natürlichen Struktur an der Zelloberfläche präsentiert wird. Die Bindung der Antikörper wird anschließend mittels fluoreszierender Farben sichtbar gemacht. Der diagnostische Nutzen von MOG Antikörpern ist gut belegt, nicht aber welchen Bereich des MOG Proteins (Epitope) sie angreifen und auch nicht ihre Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung. In unseren bisherigen Untersuchungen nutzten wir die Tatsache, dass es unterschiedliche MOG Proteine mit ähnlicher Funktion, aber unterschiedlichem Aufbau (Isoformen) gibt. Wir erforschten das Bindeverhalten von menschlichen MOG Antikörpern gegen diese Isoformen. Dabeikonntenwir großeUnterschiede im Erkennungsverhalten feststellen und drei unterschiedliche Bindemuster nachweisen. In unserem Forschungsprojekt wollen wir diese Bindemuster mit immunologischen und biochemischen Methoden genauer untersuchen. Aufgrund bisheriger Beobachtungen lautet unsere Hypothese, dass diese Bindemuster unterschiedliche biochemische Strukturen erkennen. Zur Klärung dieserHypothese wollen wir sowohl bekannte mögliche Bindungspartner von MOG als auch neue MOG Bindungspartner mit proteinbiochemischen Methoden untersuchen. Darüber hinaus soll getestet werden, ob sich MOG Antikörper mit unterschiedlichen Bindungsmustern in ihrer krankmachenden Bedeutung unterscheiden. Dies soll durch den direkten Nachweis verschiedener Mechanismen erfolgen, welche die Zielzellen schädigen. Wir erhoffen uns damit, menschliche Autoimmunreaktionen gegen MOG besser zu verstehen. Außerdem könnten unsere Ergebnisse klären, ob diese Antikörper oder die von ihnen erkannten Ziele auch für die Entstehung und Entwicklung der mit ihnen zusammenhängenden neurologischen Erkrankungen wichtig sind.
Autoimmunerkrankungen sind eine Krankheitsgruppe, bei denen sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Weltweit sind ca. 7-9% der Bevölkerung von ungefähr 80-100 verschiedenen Autoimmunerkrankungen betroffen. Diese sind damit die dritthäufigste Krankheitsgruppe in Industrieländern. Die Häufigkeit von Autoimmunerkrankungen des Nervensystems ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Bei vielen dieser Erkrankungen findet man spezifische Antikörper gegen körpereigene Bestandteile des Zentralen Nervensystems. Zahlreiche neuere Studien zeigten, dass Antikörper gegen das Myelin Oligodendrozyten Glykoprotein (MOG) bei selten vorkommenden Autoimmunerkrankungen des Gehirns gefunden werden, nicht aber bei der bekannteren und häufigeren Multiplen Sklerose. Diese MOG Antikörper können mit der Methode der zellbasierten Testsysteme nachgewiesen werden, in denen das Zielprotein in menschlichen Zellen in seiner natürlichen Struktur an der Zelloberfläche präsentiert wird. Die Bindung der Antikörper wird anschließend mittels fluoreszierender Farben sichtbar gemacht. Der diagnostische Nutzen von MOG Antikörpern ist gut belegt, nicht aber welchen Bereich des MOG Proteins (Epitope) sie angreifen und auch nicht ihre Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung. In diesem Forschungsprojekt konnten wir zeigen, dass es große Unterschiede in der Bindung von menschlichen Autoantikörpern gegen unterschiedliche MOG Proteine mit ähnlicher Funktion, aber unterschiedlichem Aufbau (Isoformen) gibt. Wir konnten drei unterschiedliche Bindemuster identifizieren, welche sich in ihren molekularen Eigenschaften stark unterscheiden. Eines dieser Bindemuster erkannte alle MOG Isoformen, während sich die beiden anderen Bindemuster durch eine eingeschränkte Erkennung von unterschiedlichen MOG Isoformen auszeichneten. In detaillierten Untersuchungen konnten wir die Grundlagen dafür aufklären, welche in Unterschieden in der räumlichen Anordnung der unterschiedlichen MOG Isoformen lagen. Unsere Ergebnisse konnten eine Reihe von offenen Fragen klären und könnten zu einer Weiterentwicklung von diagnostischen Verfahren beitragen. Obwohl es deutliche molekulare Unterschiede zwischen diesen Bindemustern gibt haben diese nur geringe Auswirkungen auf die krankmachende Bedeutung von MOG Antikörpern, da wir keinen Einfluss auf verschiedene Mechanismen der Schädigung von Zielzellen nachweisen konnten. Darüber hinaus unterschieden sich Menschen mit Autoantikörpern mit den unterschiedlichen MOG Bindemustern nicht in ihrer klinischen Symptomatik und ihrem Krankheitsverlauf. Zusammenfassend tragen die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts zu einem besseren Verständnis von menschliche Autoimmunreaktionen gegen MOG bei.
- Gerald J. Obermair, Karl Landsteiner Priv.-Univ. , nationale:r Kooperationspartner:in
- Bettina Sarg, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Herbert Lindner, Medizinische Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Romana Höftberger, Medizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Thomas Berger, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Doris Wilflingseder, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Research Output
- 594 Zitationen
- 30 Publikationen
- 1 Policies
- 1 Disseminationen
- 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 1 Weitere Förderungen
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2020
Titel International multicenter examination of MOG antibody assays DOI 10.1212/nxi.0000000000000674 Typ Journal Article Autor Reindl M Journal Neurology - Neuroimmunology Neuroinflammation Link Publikation -
2024
Titel Children with MOG-IgG positive bilateral optic neuritis misdiagnosed as fulminant idiopathic intracranial hypertension DOI 10.1016/j.msard.2024.106205 Typ Journal Article Autor Wendel E Journal Multiple Sclerosis and Related Disorders Seiten 106205 -
2024
Titel Long-term follow-up MR imaging in children with transverse myelitis DOI 10.1016/j.msard.2024.105926 Typ Journal Article Autor Naggar I Journal Multiple Sclerosis and Related Disorders Seiten 105926 -
2025
Titel Effects of rhythmic-cued gait training on gait-like task related brain activation in people with multiple sclerosis DOI 10.1016/j.jns.2025.123426 Typ Journal Article Autor Helmlinger B Journal Journal of the Neurological Sciences Seiten 123426 Link Publikation -
2025
Titel Characterization of children with early onset pediatric multiple sclerosis DOI 10.1016/j.ejpn.2025.01.006 Typ Journal Article Autor Kauth F Journal European Journal of Paediatric Neurology Seiten 113-120 -
2024
Titel Blood parameters in pediatric myelin oligodendrocyte glycoprotein antibody-associated disorders DOI 10.1016/j.ejpn.2024.04.011 Typ Journal Article Autor Peternell A Journal European Journal of Paediatric Neurology Seiten 86-95 Link Publikation -
2022
Titel Significance of Myelin Oligodendrocyte Glycoprotein Antibodies in CSF DOI 10.1212/wnl.0000000000201662 Typ Journal Article Autor Carta S Journal Neurology Link Publikation -
2022
Titel Should We test for IgG Antibodies Against MOG in Both Serum and CSF in Patients With Suspected MOGAD? DOI 10.1212/wnl.0000000000206805 Typ Journal Article Autor Kim H Journal Neurology Seiten 497-498 -
2022
Titel Temporal Dynamics of MOG Antibodies in Children With Acquired Demyelinating Syndrome DOI 10.1212/nxi.0000000000200035 Typ Journal Article Autor Wendel E Journal Neurology: Neuroimmunology & Neuroinflammation Link Publikation -
2022
Titel Anti-NMDA receptor encephalitis and MOG-associated demyelination – a case report with long-term follow-up and a systematic review DOI 10.1186/s12883-022-02974-x Typ Journal Article Autor Berek K Journal BMC Neurology Seiten 434 Link Publikation -
2022
Titel The Potential Pathogenicity of Myelin Oligodendrocyte Glycoprotein Antibodies in the Optic Pathway DOI 10.1097/wno.0000000000001772 Typ Journal Article Autor Lerch M Journal Journal of Neuro-Ophthalmology Seiten 5-16 Link Publikation -
2023
Titel Serum MOG IgG titres should be performed routinely in the diagnosis and follow-up of MOGAD: Yes DOI 10.1177/13524585231172954 Typ Journal Article Autor Reindl M Journal Multiple Sclerosis Journal Seiten 926-927 Link Publikation -
2021
Titel Myelin Oligodendrocyte Glycoprotein Antibody-Associated Disease and Varicella Zoster Virus Infection - Frequency of an Association DOI 10.3389/fimmu.2021.769653 Typ Journal Article Autor Di Pauli F Journal Frontiers in Immunology Seiten 769653 Link Publikation -
2021
Titel Differential Binding of Autoantibodies to MOG Isoforms in Inflammatory Demyelinating Diseases DOI 10.1212/nxi.0000000000001027 Typ Journal Article Autor Schanda K Journal Neurology: Neuroimmunology & Neuroinflammation Link Publikation -
2021
Titel Antibodies to MOG in CSF only: pathological findings support the diagnostic value DOI 10.1007/s00401-021-02286-3 Typ Journal Article Autor Carta S Journal Acta Neuropathologica Seiten 801-804 -
2022
Titel Pathogenic autoantibodies in multiple sclerosis — from a simple idea to a complex concept DOI 10.1038/s41582-022-00700-2 Typ Journal Article Autor Höftberger R Journal Nature Reviews Neurology Seiten 681-688 -
2022
Titel More Efficient Complement Activation by Anti–Aquaporin-4 Compared With Anti–Myelin Oligodendrocyte Glycoprotein Antibodies DOI 10.1212/nxi.0000000000200059 Typ Journal Article Autor Lerch M Journal Neurology: Neuroimmunology & Neuroinflammation Link Publikation -
2021
Titel NfL levels predominantly increase at disease onset in MOG-Abs-associated disorders DOI 10.1016/j.msard.2021.102833 Typ Journal Article Autor Mariotto S Journal Multiple Sclerosis and Related Disorders Seiten 102833 -
2020
Titel Recent developments in MOG-IgG associated neurological disorders DOI 10.1177/1756286420945135 Typ Journal Article Autor Hegen H Journal Therapeutic Advances in Neurological Disorders Seiten 1756286420945135 Link Publikation -
2020
Titel MOG-expressing teratoma followed by MOG-IgG-positive optic neuritis DOI 10.1007/s00401-020-02236-5 Typ Journal Article Autor Wildemann B Journal Acta Neuropathologica Seiten 127-131 Link Publikation -
2020
Titel International multicenter examination of MOG antibody assays DOI 10.1212/nxi.0000000000000718 Typ Journal Article Journal Neurology - Neuroimmunology Neuroinflammation Link Publikation -
2020
Titel Induction of aquaporin 4-reactive antibodies in Lewis rats immunized with aquaporin 4 mimotopes DOI 10.1186/s40478-020-00920-x Typ Journal Article Autor Tsymala I Journal Acta Neuropathologica Communications Seiten 49 Link Publikation -
2020
Titel Are aquaporin antibody titers useful outcome measures for neuromyelitis optica spectrum disorders? DOI 10.1212/nxi.0000000000000759 Typ Journal Article Autor Reindl M Journal Neurology - Neuroimmunology Neuroinflammation Link Publikation -
2020
Titel Comparative Analysis of T-Cell Responses to Aquaporin-4 and Myelin Oligodendrocyte Glycoprotein in Inflammatory Demyelinating Central Nervous System Diseases DOI 10.3389/fimmu.2020.01188 Typ Journal Article Autor Hofer L Journal Frontiers in Immunology Seiten 1188 Link Publikation -
2022
Titel Temporal Dynamics of MOG Antibodies in Children With Acquired Demyelinating Syndrome DOI 10.5167/uzh-229137 Typ Other Autor Thonke Link Publikation -
2022
Titel Additional file 2 of Anti-NMDA receptor encephalitis and MOG-associated demyelination - a case report with long-term follow-up and a systematic review DOI 10.6084/m9.figshare.21582308 Typ Other Autor Berek K Link Publikation -
2022
Titel Additional file 1 of Anti-NMDA receptor encephalitis and MOG-associated demyelination - a case report with long-term follow-up and a systematic review DOI 10.6084/m9.figshare.21582305 Typ Other Autor Berek K Link Publikation -
2022
Titel Additional file 1 of Anti-NMDA receptor encephalitis and MOG-associated demyelination - a case report with long-term follow-up and a systematic review DOI 10.6084/m9.figshare.21582305.v1 Typ Other Autor Berek K Link Publikation -
2022
Titel Additional file 2 of Anti-NMDA receptor encephalitis and MOG-associated demyelination - a case report with long-term follow-up and a systematic review DOI 10.6084/m9.figshare.21582308.v1 Typ Other Autor Berek K Link Publikation -
2019
Titel An international multicenter examination of MOG antibody assays DOI 10.1101/19011049 Typ Preprint Autor Reindl M Seiten 19011049 Link Publikation
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2023
Titel Member of the MEDEN steering group Typ A formal working group, expert panel or dialogue
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2022
Titel Frontiers in Immunology Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series Bekanntheitsgrad Continental/International -
2020
Titel Clarivate highly cited researcher in the field of neuroscience and behavior Typ Medal Bekanntheitsgrad Continental/International
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2022
Titel The molecular biology of Neurocovid Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2022 Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)