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Zwei Strategien zur Optimierung der Anaeroben Vergärung

Optimizing anaerobic digestion, a two-strategy approach

Sabine Podmirseg (ORCID: 0000-0003-1775-2412)
  • Grant-DOI 10.55776/P33163
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2020
  • Projektende 31.10.2024
  • Bewilligungssumme 405.485 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (80%); Umweltingenieurwesen, Angewandte Geowissenschaften (20%)

Keywords

    Anaerobic Digestion, Serial Reactor Operation, Intracellular Dna, 16S amplicon sequencing, Metaproteomics, Priming Effect

Abstract Endbericht

Energiewirtschaftlich eine Nischentechnologie, zeichnet sich die anaerobe Vergärung durch einige ökologische und ökonomische Vorteile gegenüber anderen Technologien auf Basis nachwachsender Rohstoffe aus. Deshalb ist ein Ausbau dieser Technologie auch in Zukunft sinnvoll und sollte weiterverfolgt werden. Anaerobe Vergärung ist unabhängig von Klima und Geographie und kann damit global zur Anwendung gebracht werden. Zudem kann eine Vielzahl kommunaler, landwirtschaftlicher oder industrieller organischer Abfälle als Substrat verwendet werden und auf diesem Wege deren Verbrennung oder Deponierung vermieden werden. Das produzierte Biogas ist vielseitig einsetzbar und kann in Wärme und Strom umgewandelt, nach Aufreinigung in das Erdgasnetz eingespeist oder direkt als Biotreibstoff für Fahrzeuge verwendet werden. Zudem lässt sich das Gas einfach und effizient speichern, was einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energieträgern darstellt. Trotz dieser Vorteile stehen Betreiber oft unter enormem Druck, wenn es um die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlage geht. Organische Abfälle sind auch bei anderen Verbrauchern begehrt und Einspeisetarife sinken. Gerade dieser Druck bedingt neue, innovative Strategien, die direkt an der Basis ansetzen. Dabei geht es um die Erhöhung des Wirkungsgrads des Abbaus, um mehr Biogas bei gleichzeitig geringerer Menge an Restschlämmen am Ende des Prozesses zu erhalten. Dieses Projekt untersucht zwei vielversprechende Strategien zur Effizienzsteigerung: serielle Biogasproduktion und die Nutzung des sogenannten Priming Effekts. Bei der Umstellung von parallelem auf seriellen Betriebsmodus werden zwei Reaktoren hintereinandergeschaltet. Dies ermöglicht die Etablierung speziell angepasster mikrobieller Gemeinschaften im primären und sekundären Reaktor, was zu einem verbesserten Abbau schwer verwertbarer Substrate führt. Die zweite Strategie behandelt das Einbringen schnell abbaubarer Substanzen, welche von den involvierten Mikroorganismen umgehend genutzt werden können. Dadurch wird ein als Priming bezeichneter Effekt, der zu einer Steigerung des Biogasertrags führen soll, ausgelöst. Die Versuche laufen in 6,5 L Bioreaktoren, wobei am Institut für Umwelttechnik der Universität Innsbruck die klassischen Prozessparameter erhoben werden, und am Institut für Mikrobiologie das Mikrobiom sowohl auf phylogenetischer als auch auf funktioneller Basis untersucht wird. Ergänzend wird das Proteom durch Wissenschaftler der Universität Magdeburg untersucht. Die Ergebnisse aus diesem Grundlagenforschungs-Projekt sollen die Basis liefern, um Biomethanisierung besser zu verstehen und Prozessabläufe optimal steuern zu können. Das Projekt trägt dabei zur Erreichung der 20-20-20 Ziele der Europäischen Union, welche die aktuelle Klimapolitik der EU-27 definieren, bei.

Obwohl energiewirtschaftlich eine Nischentechnologie, zeichnet sich die anaerobe Vergärung auf Basis nachwachsender Rohstoffe durch einige ökologische und ökonomische Vorteile gegenüber anderen Technologien aus. Deshalb ist ein Ausbau dieser Technologie auch in Zukunft sinnvoll und sollte unbedingt weiterverfolgt werden. Anaerobe Vergärung ist unabhängig von Klima und Geographie und kann damit global zur Anwendung gebracht werden. Zudem kann eine Vielzahl kommunaler, landwirtschaftlicher oder industrieller organischer Abfälle als Substrat verwendet werden und auf diesem Wege deren Verbrennung oder Deponierung vermieden werden. Das produzierte Biogas ist vielseitig einsetzbar und kann in Wärme und Strom umgewandelt, nach Aufreinigung in das Erdgasnetz eingespeist oder direkt als Biotreibstoff für Fahrzeuge verwendet werden. Zudem lässt sich Biogas einfach und effizient speichern, was Biogas zu einer idealen Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energieträgern macht. Trotz dieser Vorteile stehen Betreiber oft unter enormen Druck, wenn es um die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlage geht. Organische Abfälle sind mittlerweile auch bei anderen Verbrauchern begehrt und Einspeisetarife sinken. Gerade dieser Druck bedingt neue, innovative Strategien, die direkt an der Basis ansetzen. Dabei geht es insbesondere um die Erhöhung des Wirkungsgrads des Abbaus, also um mehr Biogas bei gleichzeitig geringerer Menge an Restschlämmen am Ende des Prozesses. Dieses Projekt untersuchte zwei vielversprechende Strategien zur Effizienzsteigerung, nämlich die serielle Biogasproduktion und die Nutzung des sogenannten Priming Effekts. Bei der Umstellung von parallelem auf seriellen Betriebsmodus werden zwei Reaktoren in einer Kaskade hintereinander geschaltet. Dies ermöglicht die Etablierung speziell angepasster mikrobieller Gemeinschaften im primären und sekundären Reaktor, was zu einem verbesserten Abbau schwer verwertbarer Substrate führt. Die zweite Strategie behandelte das Einbringen von schnell abbaubaren Substanzen (in diesem Fall Glycerin), welche von den involvierten Mikroorganismen umgehend genutzt werden können. Dadurch wird ein als Priming bezeichneter Effekt, der zu einer Steigerung des Biogasertrags führen kann, ausgelöst. Die Versuche liefen in 6,5 L Bioreaktoren, wobei am Institut für Umwelttechnik der Universität Innsbruck die klassischen Prozessparameter erhoben wurden, und am Institut für Mikrobiologie das Mikrobiom, sowohl auf phylogenetischer als auch auf funktioneller Basis untersucht wurde. Ergänzend wurde das Proteom durch Wissenschaftler der Hochschule Anhalt untersucht. Die Ergebnisse aus diesem Grundlagenforschungsprojekt zeigten die Vorteile sowohl der kaskadischen Prozessführung als auch der Zugabe des Zusatzstoffes Glycerin. Das Projekt liefert die Basis, um anaerobe Vergärung generell besser zu verstehen und Prozessabläufe optimal steuern zu können. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Erreichung der 20-20-20 Ziele der Europäischen Union, welche die aktuelle Klimapolitik der EU-27 definieren. Es ist zu hoffen, dass die Ergebnisse dieses Projektes dazu beitragen, die Akzeptanz von Biogas als eine wichtige Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energieträgern zu erhöhen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Andreas O. Wagner, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Andreas Walter, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Anke Bockreis, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Michael Traugott, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Paul Illmer, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Dirk Benndorf, Anhalt University of Applied Sciences - Deutschland

Research Output

  • 40 Zitationen
  • 10 Publikationen
  • 1 Policies
  • 1 Datasets & Models
  • 2 Disseminationen
Publikationen
  • 2023
    Titel Steigerung der Biogasproduktion durch Umstellung von einem parallelen Betrieb in einen seriellen Betrieb
    Typ Other
    Autor Habel M
    Konferenz Österreichische Abfallwirtschaftstagung (Alpbach, Tirol, 2023)
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Strategien zur Optimierung der anaeroben Vergärung von Klärschlamm
    Typ Other
    Autor Habel M
    Konferenz Österreichische Abfallwirtschaftstagung (Alpbach, Tirol, 2023)
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Anaerobic co-digestion of sewage sludge and pure glycerol, and the effects on the microbial community
    Typ Other
    Autor Nussbaumer K
  • 2023
    Titel Effect of glycerol addition on the anaerobic digestion process
    Typ Other
    Autor Pansoni C
  • 2023
    Titel Exploring Anaerobic Digestion from Mesophilic to Thermophilic Temperatures—Operational and Microbial Aspects
    DOI 10.3390/fermentation9090798
    Typ Journal Article
    Autor Steiniger B
    Journal Fermentation
    Seiten 798
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Impact of impeller design on anaerobic digestion: Assessment of mixing dynamics, methane yield, microbial communities and digestate dewaterability
    DOI 10.1016/j.biortech.2024.131095
    Typ Journal Article
    Autor Winkler J
    Journal Bioresource Technology
    Seiten 131095
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Taxonomic and functional analysis of metaproteomic data of a lab-scale anaerobic digester
    Typ Other
    Autor Kokkiligada J
  • 2024
    Titel Decentralised system for demand-oriented collection of food waste - assessment of biomethane potential, pathogen development and microbial community structure
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Hupfauf S
    Konferenz 11th International Conference on Sustainable Solid Waste Management
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Stability of the Anaerobic Digestion Process during Switch from Parallel to Serial Operation—A Microbiome Study
    DOI 10.3390/su14127161
    Typ Journal Article
    Autor Walter A
    Journal Sustainability
    Seiten 7161
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Analyse des Einflusses der Glycerol Supplementierung auf das Mikrobiom und Metaproteom in Biogasanlagen
    Typ Other
    Autor Rittmeier L
Policies
  • 2021 Link
    Titel Member of the ÖWAV board "Anaerobic Waste Treatment"
    Typ Participation in a guidance/advisory committee
    Link Link
Datasets & Models
  • 2025 Link
    Titel Amplicon sequencing data for the fed-batch experiment (EXP1.5)
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Disseminationen
  • 2020 Link
    Titel Public web page
    Typ Engagement focused website, blog or social media channel
    Link Link
  • 2022 Link
    Titel Participation in the ÖWAV working committee "Anaerobic waste treatment"
    Typ A formal working group, expert panel or dialogue
    Link Link

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