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Riskante Grenzen. Geschlecht und ´race´ im Grenzschutz

Risky Borders. Gender and Race in Border Security

Julia Carolin Sachseder (ORCID: 0000-0002-1077-3352)
  • Grant-DOI 10.55776/P33355
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.2021
  • Projektende 31.08.2025
  • Bewilligungssumme 491.032 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Sozialwissenschaften (20%); Politikwissenschaften (60%); Soziologie (20%)

Keywords

    Border Security, Critical Security Studies, Feminist Security Studies, Frontex, Risk Analysis, Postcolonial Theory

Abstract

Von der Risikoanalyse zu Sicherheitsoperationen. Eine Untersuchung der Produktion von vergeschlechtlichter und rassifizierter Unsicherheit an den EU Außengrenzen Die EU steht derzeit vor enormen Herausforderungen an ihren Außengrenzen. Gleichzeitig sind die Folgen von Grenzsicherungsmaßnahmen für gefährdete Gruppen von MigrantInnen, wie Frauen und Minderjährige, teilweise alarmierend.Bisher wurdengender-spezifischeundrassifizierte Auswirkungen von Grenzschutz meist in der Implementierungsphase von Sicherheitsoperationen und Durchsetzungsmaßnahmen sowie bei Überwachungs-, und Search & Rescue-Praktiken untersucht. Dieses Projekt stellt hingegen die erste umfassende feministisch-postkoloniale Analyse der aktuellen EU-Grenzschutzoperationen dar. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Schritt der Risikoanalyse gelegt, der für die Planung und Durchführung von Sicherheitsoperationen in zunehmend risiko- und wissensbasierten Sicherheitsinstitutionen zentral ist. Hier werden Vorstellungen von (Un)Sicherheit geprägt, die, wie auch das Phänomen der Migration im Allgemeinen, stark mit geschlechtsspezifischen und rassifizierten Ungleichheiten zusammenhängen. Wir untersuchen diese Fragen am Beispiel der Grenzschutzoperationen im Mittelmeer, die unter dem Dach der European Border and Coast Guard Agency (Frontex) durchgeführt werden und in ein breiteres Netzwerk von anderen Akteuren, wie z. B. grenzpolizeiliche Einheiten der Mitgliedstaaten und andere EU-Agenturen, eingebettet sind. Risikoanalysen bilden die Grundlage für Politikgestaltung und Ressourcenverteilung bei Grenz-, Migrations- und Sicherheitsfragen in der EU und bestimmen, wann und wo Frontex aktiv wird und wie Operationen in Hinblick auf Ressourcen, Material, Technologien, Personal und konkrete Praktiken durchgeführt und begründet werden. Erfahrungen aus den Operationen fließen dann über Evaluierungsverfahren wieder in die Risikoanalyse ein. Durch diese Wechselwirkung können problematische Lock-in-Effekte entstehen, durch die es zunehmend schwieriger wird, alternative Denkansätze und Lösungsstrategien in Bezug auf Grenzsicherheit zu formulieren. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Projektes, geschlechtsspezifische und rassifizierte Konzeptualisierungen von (Un)Sicherheit herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie diese die Planung und Durchführung von Frontex Joint Operations beeinflussen. Das Projekt entwickelt einen Methodenmix, der Frame- und Bildanalyse mit Mapping- und Interviewmethoden kombiniert, um zu verstehen, wiedievielfältigenAkteureundRationalitätenindereuropäischen Grenzsicherungsarchitektur Sicherheitsverständnisse und -praktiken verändern und wie dies im Verhältniszu globalen undregionalen Machtverhältnissensteht. Dertheoretische und methodologische Rahmen wird darüber hinaus auf andere staatliche und nicht-staatliche Akteure und Regime anwendbarsein, um dieweitreichenden Auswirkungen vonwissensbasierten Sicherheitspraktiken in Bezug auf soziale Ungleichheiten umfassend zu evaluieren.

Forschungsstätte(n)
  • OIIP - Österreichisches Institut für Internationale Politik - 20%
  • Central European University Private University - 80%
Internationale Projektbeteiligte
  • Nina Perkowski, Universität Hamburg - Deutschland
  • Polly Pallister-Wilkins, The University of Amsterdam - Niederlande
  • Berndt Körner, Europäische Union - Polen
  • Immaculada Arnaez, Frontex - Polen
  • Annick Wibben, University of San Francisco - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Nick Vaughan-Williams, The University of Warwick - Vereinigtes Königreich
  • Vicki Squire, The University of Warwick - Vereinigtes Königreich
  • Sarah Léonard, University of the West of England - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 46 Zitationen
  • 4 Publikationen
Publikationen
  • 2023
    Titel Gendering EU security strategies: a feminist postcolonial approach to the EU as a (global) security actor
    DOI 10.1080/09662839.2023.2232742
    Typ Journal Article
    Autor Sachseder J
    Journal European Security
    Seiten 404-424
    Link Publikation
  • 2023
    Titel The (inter)visual politics of border security: Co-constituting gender and race through Frontex’s Risk Analysis
    DOI 10.1177/09670106231182314
    Typ Journal Article
    Autor Achilleos-Sarll C
    Journal Security Dialogue
    Seiten 374-394
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Entangled Vulnerabilities: Gendered and Racialised Bodies and Borders in EU External Border Security
    DOI 10.1080/14650045.2023.2291060
    Typ Journal Article
    Autor Sachseder J
    Journal Geopolitics
    Seiten 1913-1941
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Gender, race, and crisis-driven institutional growth: discourses of ‘migration crisis’ and the expansion of Frontex
    DOI 10.1080/1369183x.2022.2092461
    Typ Journal Article
    Autor Sachseder J
    Journal Journal of Ethnic and Migration Studies
    Seiten 4670-4693
    Link Publikation

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