Motorimitation beim Kea Bergpapagei
Motor imitation in kea parrots
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Psychologie (80%)
Keywords
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Do-As-I-Do Paradigm,
Kea Parrots,
Motor Imitation,
Sequential Learning,
Two-Action Task
Menschen lernen viele ihrer Fähigkeiten durch das Imitieren anderer in ihrer Umgebung. Obwohl soziales Lernen immer wieder in einer grossen Anzahl von Tieren gezeigt worden ist, fehlen die Beweise der wahren Imitation grossteils. Motorimitation, das Nachahmen von Bewegungen oder Interaktionen mit Objekten, ist zwar schon in ein paar Spezies gezeigt worden, aber oft nur unter spezifischen Bedingungen. Die Aufgabe war entweder stark abhängig von stark unterscheidbaren Aktionen, was dazu führte dass die Genauigkeit mit der imitiert wurde nicht messbar war. Oder, es konnte nur mit stark sozialisierten/domestizierten Subjekten, z.B. Hunden oder von Menschen erzogenen Menschenaffen, gearbeitet werden, um Menschen als Demonstratoren einsetzen zu können, und dadurch die Genauigkeit der Demonstration zu kontrollieren. Hier schlagen wir ein Projekt womit wir die Fähigkeit des Kea Bergpapagei untersuchen würden die Aktionen eines anderen Kea zu imitieren. Als erstes würden wir den Standard two-action task einsetzen, in dem Demonstratoren trainiert werden eine Box auf eine von zwei Weisen zu öffnen. Die Fähigkeit des zuschauenden Keas zu imitieren kann dann an Hand der Wahl der Aktion des Demonstratoren statt einer anderen gesehen werden. Danach würden wir Kea trainieren eine bestimmte Sequenz von Punkten an einem Touchscreen Computer zu drücken welche ein Demonstrator vorgemacht hat. Obwohl vom Prinzip her dasselbe wie der vorhergegangene Versuch, würde die höhere Anzahl der Möglichen Wahlen dazu führen dass die Genauigkeit der Imitation beschaut werden kann. Als letztes, würden wir dann das so genannte Do-as-I-do Paradigma anwenden. Hierbei führt ein Demonstrator eine von mehreren bekannten Aktionen vor, und das Subjekt wird belohnt wenn es diese genau imitiert. Danach werden neue Bewegungen vorgemacht um die spontane Imitation dieser zu evaluieren. Der Unterschied zum vorherigen, besteht in der Inklusion von Aktionen die nicht notwendig sind um an die Belohnung zu kommen, z.B. das Heben eines Flügels. Solche intransitive actions werden von menschlichen Kindern mit Leichtigkeit nachgeahmt, aber bei nicht - menschlichen Tieren fehlt der Nachweiss grossteils; nur eine rezente Hundestudie konnte zeigen dass ihre Subjekte eine irrelevante Aktion (das Berühren eines Fabkleckses) imitieren welches durch ihren Besitzer vorgeführt worden ist um an eine Belohnung zu kommen. Dementsprechend würde diese Projekt neue Wege beschreiten, und unser Wissen über Imitation bei nicht menschlichen Tieren fördern.
In der ersten Aufgabe, die Imitation beim Kea Bergpapagei untersuchte, haben wir einen Versuch mit Wellensittichen nachgemacht, wo diese das Öffnen einer Box durch einen Demonstrator, in Aktion sowohl wie Farbe und Position des Deckels kopiert hatten. Bei den Keas hat die Testgruppe, nach einer Demonstration, schneller die Lösung gefunden als die Kontrollgruppe, ohne Demonstration; ein klarer Effekt des sozialen Lernens. Aber kein Vogel hat die genaue Aktion, die Deckelfarbe oder -seite der Demonstration kopiert. Es war also keine Imitation, wo das Ziel durch Kopieren der Details erreicht wird, sondern Emulation, wo das Ziel gelernt wird, aber auch Aspekte der Lösung, z.B. dass den Deckel entfernen Zugang zum Futter gibt. Da jeder Kea in jedem Durchgang die Aufgabe gelöst hat, unabhängig von Gruppe, kann es auch zu einfach gewesen sein für die Keas. Die zweite Aufgabe war eine Sequenz mit zwei Schritten, wo die Keas einen Stift rausziehen mussten, um eine Schiebetür zu entriegeln, und dadurch an das Futter kamen. Es gab zwei Stifte und zwei Türen, und die Keas mussten zwischen den Schritten um die Box herumgehen, da der linke Stift die rechte Tür entriegelte und andersherum; beide Türen verriegelten wieder wenn beide Stifte gezogen wurden. Mehr Vögel der Testgruppe haben die Aufgabe gelöst als von der Kontrollgruppe. Wobei fast die Hälfte der erfolgreichen Vögel den vorgeführten Lösungsweg nicht kopiert haben, sondern in die andere Richtung die Aufgabe lösten. Sie hatten also die Sequenz und das Ziel gelernt, aber wieder die Farbe der Stifte und Türen und die Richtung der Demonstration nicht kopiert. Dies schien auch auf Emulation statt Imitation, als den Standardlernmechanismus beim Kea zu weisen., was durch ihre Ökologie erklärbar ist. In der Wildnis fressen Keas von einer Vielzahl von Futterquellen, welche sporadisch verteilt sind. Sollte ein Kea einem anderen Vogel zuschauen, wie er eine Wurzel ausgräbt und frisst, dann würde das genaue Kopieren dieser Handlung, an der gleichen Pflanze und Stelle, nicht von Vorteil sein, da diese Wurzel schon gefressen wurde. Stattdessen würde, wie bei Emulation, das Lernen von Aspekten der Aufgabe (dies Pflanze kann ausgegraben werden) und des Ziels (es gibt drunter eine fressbare Wurzel) bei der weiteren Futtersuche behilflich sein. Through the third and fourth tasks, both designed to require the kea to match colour/shape, we found that the kea could learn to pay attention to these aspects when necessary. Durch die dritte und vierte Aufgabe, die beide so geplant waren um die Kea zu nötigen Farbe und Form zu kopieren, fanden wir, dass Keas, unter den richtigen Bedingungen, sehr wohl lernen können auf solche Aspekte zu achten.
Research Output
- 11 Zitationen
- 14 Publikationen
- 1 Datasets & Models
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2023
Titel Kea, bird of versatility. Kea parrots (Nestor notabilis) show high behavioural flexibility in solving a demonstrated sequence task. Typ Other Autor Elisabeth Suwandschieff Konferenz Behaviour 2023 -
2023
Titel Dominance and social learning in kea (Nestor notabilis) Typ Other Autor Lucie Gudenus -
2023
Titel Stimulus enhancement in kea (Nestor notabilis) doing an object choice task Typ Other Autor Yasmin Gräter -
2024
Titel Motor Imitation in Kea (Nestor notabilis) Parrots Typ Other Autor Elisabeth Suwandschieff -
2024
Titel Motor Imitation in Kea (Nestor notabilis) Parrots Typ PhD Thesis Autor Elisabeth Suwandschieff -
2024
Titel Feathered Lectures—Evidence of Perceptual Factors on Social Learning in Kea Parrots (Nestor notabilis) DOI 10.3390/ani14111651 Typ Journal Article Autor Gudenus L Journal Animals Seiten 1651 Link Publikation -
2022
Titel Imitative and nonimitative social learning in kea (Nestor notabilis) in a two-action task Typ Other Autor Elisabeth Suwandschieff Konferenz ISBE 2022 -
2022
Titel Dominance and Social Learning in Kea (Nestor notabilis) Typ Other Autor Lucie Gudenus Konferenz MEi:CogSci Conference 2022 -
2022
Titel Replication of the two-action-task for testing imitative and nonimitative social learning in kea (Nestor notabilis) Typ Other Autor Elisabeth Suwandschieff Konferenz ECBB 2022 -
2022
Titel Validation study: measuring dominance rank in kea parrots Typ Other Autor Denis Kovalenko Konferenz ECBB 2022 -
2022
Titel Does demonstrator dominance affect observer success in a social learning task? Typ Other Autor Amelia Wein Konferenz ECBB 2022 -
2022
Titel Sequential Learning in Kea (Nestor notabilis) Typ Other Autor Adele Tuozzi Konferenz ECBB 2022 -
2023
Titel Kea, bird of versatility. Kea parrots (Nestor notabilis) show high behavioural flexibility in solving a demonstrated sequence task DOI 10.1007/s10336-023-02127-y Typ Journal Article Autor Suwandschieff E Journal Journal of Ornithology Seiten 49-55 Link Publikation -
2023
Titel Two-action task, testing imitative social learning in kea (Nestor notabilis) DOI 10.1007/s10071-023-01788-9 Typ Journal Article Autor Suwandschieff E Journal Animal Cognition Seiten 1395-1408 Link Publikation
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2023
Titel Data set for Suwandschieff et al. 2023 Two-action task, testing imitative social learning in kea DOI 10.57760/sciencedb.07974 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich