Briefwechsel A.Schönberg–Universal-Edition. Hybrid-Edition
Correspondence A.Schönberg–Universal-Edition. Hybrid Edition
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (45%); Kunstwissenschaften (55%)
Keywords
-
Music publishing,
Hybrid edition,
Digital humanities,
Arnold Schönberg,
Viennese school,
Music history
Der Komponist, Schriftsteller, Maler und Lehrer Arnold Schönberg (geb. 1874 in Wien, gest. 1951 in Los Angeles) ist eine zentrale Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts. Bis zu seiner durch den Nationalsozialismus erzwungenen Emigration in die USA im Jahr 1933 veröffentlichte er die Mehrzahl seiner Werke bei dem auf neue Musik spezialisierten Verlag Universal-Edition in Wien. Der zwischen dem Komponisten und dem Musikverlag über einen Zeitraum von knapp vier Jahrzehnten ausgetauschte Briefwechsel erlaubt Einblicke in die Herstellung der Noten vom Manuskript bis zu den gedruckten Partituren und Stimmen für die Musiker*innen. Darüber hinaus wird die Kommunikation zwischen dem schaffenden Künstler und allen an der Aufführung seiner Werke beteiligten Personen bzw. Institutionen dokumentiert und die komplexen Abläufe in einem international tätigen Musikverlag beleuchtet. Der zwei Weltkriege umspannende Briefwechsel erlaubt auch Rückschlüsse auf die Zeitgeschichte und entwirft schließlich ein kulturelles Panorama einer als "Musikalische Moderne" bezeichneten Epoche. Die rund 1.600 Schriftstücke umfassende Korrespondenz zwischen Arnold Schönberg und der Universal-Edition wird nun in einem Forschungsprojekt auf zwei Ebenen erschlossen und herausgegeben (ediert): in einer digitalen Ausgabe, die neben der Übertragung der teilweise in schwer entzifferbarer Kurrentschrift überlieferten Briefe auch digitale Abbildungen der Originale sowie eine Vielzahl von Begleitmaterial enthalten wird, sowie im klassischen mehrbändigen Buchdruck. Diese sogenannte historisch-kritische "Hybridedition" als Mischsystem von digital und gedruckt bedient sich neuester technischer Methoden, die international gültigen Standards folgen und alle Aspekte eines Schriftstückes von der reinen Wiedergabe des Inhalts bis zur Tiefe der darin behandelten Thematik berücksichtigt. Naturgemäß spielt die Musik in diesem Briefwechsel eine zentrale Rolle, was sich in Form der Notenschrift auf einer weiteren Ebene niederschlägt. Dieser Bereich wird durch viele Zwischenstufen von der Komposition bis zur Aufführung abgedeckt und bedarf einer separaten Behandlung in der digitalen Umsetzung. Alle Briefe werden nach den Originalen in Archiven der ganzen Welt durchgesehen und aufbereitet. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Arnold Schönberg Center in Wien durchgeführt, wo der Nachlass des Komponisten bewahrt wird, mit dem heute noch in Wien etablierten Musikverlag Universal- Edition, dessen Archiv eine wichtige Materialgrundlage für die Forscher bietet, sowie dem Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin, wo die Buchausgabe in der Serie "Briefwechsel der Wiener Schule" erscheinen wird.
- Thomas Ertelt, Staatliches Institut für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz - Deutschland