Vorgeburtliche Prägung und kognitive Entwicklung
Prenatal Programming and Cognitive Development
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften (17%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (34%); Psychologie (49%)
Keywords
-
Cognitive Development,
Prenatal Programming,
Stress,
Attachment,
Bonding,
EEG
Ziel: Im Zuge dieses Projekts möchten wir untersuchen, ob mütterlicher Stress während der Schwangerschaft die Mutter-Kind-Bindung und Entwicklung des Denkens im Kleinkindalter beeinflusst. Methode und Hypothesen: Mütter werden ihrem Kind während der Schwangerschaft (von der 34. Schwangerschaftswoche bis zur Geburt) 2x täglich einen Kinderreim über Lautsprecher vorspielen. Um zu untersuchen, wie das Neugeborene Informationen verarbeitet, spielen wir den Kindern im Alter von 2, 5 und 20 Wochen sowie 18 Monaten den Reim, den sie bereits vor der Geburt gehört haben, erneut zusammen mit einem neuen/unbekannten Reim vor. Die Kinder hören die Reime mit der Stimme der Mutter und einer fremden Frauenstimme. Es wird vermutet, dass der bereits vor der Geburt vorgespielte Reim, sowie die Stimme der Mutter für Kleinkinder leichter zu verarbeiten ist. Außerdem werden Reime in unterschiedlichen Sprachen präsentiert, um zu untersuchen, ob die Muttersprache bereits in diesem frühen Alter nachweislich einfacher für das Gehirn zu verarbeiten ist. Um dies zu messen, werden elektrische Gehirnaktivitäten mittels Elektroenzephalographie erfasst. Zudem wird erhoben, wie sich Stress und Wohlbefinden der Mütter (während und um die Schwangerschaft) auf (i) die sich entwickelnde Mutter-Kind-Bindung und (ii) die Entwicklung der Denkfähigkeit des Kleinkindes auswirken. Die Neuheit und zugleich Herausforderung des Projekts ist das Untersuchen von Kleinkindern auf Verhaltens-, aber auch Gehirnebene in einem sehr frühen Alter (ab 2 Wochen nach der Geburt), sowie die Interdisziplinarität, die von Bindungs-, über Stress- bis zur Gehirnforschung reicht. Hightech-EEG Kappen mit 128 Sensoren ermöglichen uns, zu erkennen, wo genau im Gehirn der Kinder die Reime verarbeitet werden und ob bedeutsame Informationen (wie z.B. ein bekannter Reim, oder die Stimme der Mutter) zusätzliche Hirnregionen aktivieren und ermöglichen, dem Gehörten besser zu folgen. Da Kinder in diesem frühen Lebensalter ständig zwischen Schlaf- und Wachphasen wechseln (selbst während des Hörens der Reime), werden wir zudem untersuchen, ob neugeborene Kinder Informationen unterschiedlich verarbeiten, wenn sie wach sind bzw. sich in verschiedenen Schlafphasen während der akustischen Stimulation befinden. Zusammenfassend soll unsere Studie dabei helfen, besser zu verstehen, welchen Einfluss der zunehmende Stress in der Gesellschaft der auch schwangere Mütter einschließt auf Bindung und Gehirnentwicklung unseres Nachwuchses hat. Die hauptverantwortlich involvierten Forscher sind Univ.-Prof. Manuel Schabus (Psychotherapeut & Experte für hdEEG, Schlaf- und Informationsverarbeitung bei veränderten Bewusstseinszuständen; Universität Salzburg), Dr. Peter Schernhardt (Klinischer Psychologe & Spezialist für Mutter-Kind- Interaktion und Bindung; Sozialpädiatrisches Zentrum Traunstein), MSc. Monika Angerer (Psychologin; Universität Salzburg), und Dr.med. Cristina Florea (Ärztin; Universität Salzburg).
- Universität Salzburg - 100%
- Anna Buchheim, Universität Innsbruck , nationale:r Kooperationspartner:in
- Peter Schernhardt, Klinikum Traunstein/Kliniken Südostbayern - Deutschland
- Sabine Scholle, RKK Apolda GmbH - Deutschland
- Ghislaine Dehaene-Lambertz, INSERM-CEA - Frankreich
Research Output
- 18 Zitationen
- 8 Publikationen
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2025
Titel Maternal characteristics and their relation to early mother-child interaction and cognitive development in toddlers DOI 10.1371/journal.pone.0301876 Typ Journal Article Autor Preiß J Journal PLOS ONE Link Publikation -
2025
Titel Fetal Dehydroepiandrosterone from Hair Samples at Birth Predicts Language Development DOI 10.1101/2025.06.24.661252 Typ Preprint Autor Reimann-Ayiköz M Seiten 2025.06.24.661252 Link Publikation -
2024
Titel Postpartum suicidal ideation in Austria and Germany during the COVID-19 pandemic DOI 10.1101/2024.03.15.24304383 Typ Preprint Autor Florea C Seiten 2024.03.15.24304383 Link Publikation -
2025
Titel Fetal Dehydroepiandrosterone from Hair Samples at Birth Predicts Language Development DOI 10.1016/j.psyneuen.2025.107663 Typ Journal Article Autor Reimann-Ayiköz M Journal Psychoneuroendocrinology Seiten 107663 Link Publikation -
2023
Titel Birth and early parenting during the COVID-19 pandemic: A cross-sectional study in the Austrian and German population DOI 10.1016/j.comppsych.2023.152405 Typ Journal Article Autor Florea C Journal Comprehensive Psychiatry Seiten 152405 Link Publikation -
2022
Titel Does the Heart Fall Asleep?—Diurnal Variations in Heart Rate Variability in Patients with Disorders of Consciousness DOI 10.3390/brainsci12030375 Typ Journal Article Autor Angerer M Journal Brain Sciences Seiten 375 Link Publikation -
2022
Titel From dawn to dusk—mimicking natural daylight exposure improves circadian rhythm entrainment in patients with severe brain injury DOI 10.1093/sleep/zsac065 Typ Journal Article Autor Angerer M Journal SLEEP Link Publikation -
2022
Titel Does the Heart Fall Asleep? – Diurnal Variations of Heart Rate Variability in Patients with Disorders of Consciousness DOI 10.1101/2022.02.07.22270241 Typ Preprint Autor Angerer M Seiten 2022.02.07.22270241 Link Publikation