Anpassung an hohe Dichte von Drosophila Populationen
Studying adaptation to larval crowding in D. simulans
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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Experimental evolution,
Larval Density,
Drosophila simulans
Hohe Populationsdichten haben einen Einfluss auf das Wachstum und den Zusammenbruch von Populationen. Wegen dieser Dynamiken waren Evolutionsbiologen schon seit langer Zeit an diesem Thema interessiert. In Drosophila ist sehr gut dokumentiert, dass es möglich ist sich an hohe Populationsdichten anzupassen, doch ist die genetische Grundlage dafür noch nicht verstanden. In diesem Projekt verwenden wir die innovative Kombination von experimenteller Evolution, genomischer Sequenzierung und Genexpressionsanalysen um die Anpassungsmechanismen zu verstehen. Es werden hoch variable Populationen unterschiedlicher Dichte ausgesetzt und die evolutionäre Response wird Aufschlüsse über die Anpassungsmechanismen liefern. Mit diesem Projekt werden neue Erkenntnisse über die Auswirkungen von hohen Populationsdichten gewonnen werden, die Bedeutung über Drosophila hinaus haben.
Insektenpopulationen unterscheiden sich häufig in der Anzahl von Larven im Futter (Larvendichte), was auf die unterschiedliche Verfügbarkeit von Nahrung und Substrat für die Eiablage zurückzuführen sind. Unterschiedliche Larvendichten führen zu einer plastischen phänotypischen Reaktion der erwachsenen Tiere. Dieses Muster kann bei verschiedenen Drosophila Arten beobachtet werden. Dieses Projekt verfolgte zwei Ziele. Erstens haben wir die plastische Reaktion verschiedener D. simulans Populationen auf eine hohe Larvendichte untersucht. Zweitens untersuchten wir die adaptive Reaktion auf unterschiedliche Dichte von Larven. Wir konnten zeigen, dass sich die erwachsenen Fliegen bei hohen Larvendichten über einen viel größeren Zeitraum schlüpfen als bei niedrigen Dichten. Anhand von Genexpressions- und phänotypischen Analysen zeigten wir, dass sich die Fliegen, die sich an verschiedenen Tagen schlüpfen, voneinander unterscheiden. Interessanterweise unterschied sich die Genexpression als Reaktion auf die Dichte der Larven in den natürlichen Populationen von D. simulans. Obwohl ähnliche GO-Kategorien angereichert wurden, unterschieden sich die Reaktionsnormen der einzelnen Gene zwischen den natürlichen D. simulans Populationen. Wir führen dies auf genetische Redundanz zurück, was bedeutet, dass die Expression verschiedener Gensätze für die Aufrechterhaltung der phänotypischen Stasis bei hoher Larvendichte in verschiedenen D. simulans Populationen verantwortlich ist. Bei Fliegen, die sich unter entweder unter hoher oder niedriger Larvendichte entwickelt haben, ist die Fitness im Vergleich Ausgangspopulation gestiegen, was höchstwahrscheinlich eine Anpassung an Laborbedingungen widerspiegelt. Unter niedriger Dichte waren Fliegen, die in niedriger Dichte evolviert sind, fitter als solche mit hoher Dichte, was auf eine Anpassung an die Dichtebedingungen hindeutet. Unter hoher Dichte war die Anpassung an die Laborbedingungen ebenfalls zu beobachten. Doch darüber hinaus war der relative Vorteil der Fliegen vom Zeitpunkt des Schlüpfens abhängig. Fliegen, die am ersten Tag geschlüpft sind hatten eine höhere Fitness wenn sie unter niedriger Dichte evolviert waren. Unter den Fliegen, die am zweiten Tag schlüpften wurde kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Kohorten festgestellt. Bei den Fliegen, die am dritten Tag geschlüpft sind, war die unter hoher Dichte evolvierte Kohorte fitter. Ein weiterer Beweis für die Anpassung an Laborbedingungen ist die geringere Eigröße der evolvierten Populationen, die sich unabhängig von den Versuchsbedingungen nicht zwischen den beiden evolvierten Kohorten unterscheidet. Auf genomischer Ebene fanden wir nur eine sehr wenige SNPs die in beiden Kohorten ein Selektionssignal zeigten-die meisten selektierten SNPs waren spezifisch für eines der beiden Dichte Regime. Interessanterweise waren die Allelfrequenzänderungen unter hoher Larvendichte stärker als bei geringer Larvendichte, was bei letzteren zu einer größeren geschätzten effektiven Populationsgröße führte. Unsere Analysen zeigten, dass die Laboranpassung ein wichtiger Faktor in dem Experiment war. Dennoch haben wir Unterschiede in den Fitnesskomponenten zwischen den beiden entwickelten Kohorten festgestellt. Insbesondere unter hoher Larvendichte wurden die Unterschiede zwischen den beiden evolvierten Kohorten deutlich. Dieses Beobachtung unterstützt die Hypothese, dass hohe Larvendichte einen größeren Stress verursachen als niedrige Dichte.
Research Output
- 48 Zitationen
- 6 Publikationen
- 1 Datasets & Models
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2023
Titel Non-additive effects between genotypes: Implications for competitive fitness assays DOI 10.1002/ece3.10713 Typ Journal Article Autor Xiao C Journal Ecology and Evolution Link Publikation -
2024
Titel From whole bodies to single cells: A guide to transcriptomic approaches for ecology and evolutionary biology DOI 10.1111/mec.17382 Typ Journal Article Autor Hoedjes K Journal Molecular Ecology Link Publikation -
2023
Titel How predictable is adaptation from standing genetic variation? Experimental evolution in Drosophila highlights the central role of redundancy and linkage disequilibrium DOI 10.1098/rstb.2022.0046 Typ Journal Article Autor Schlötterer C Journal Philosophical Transactions of the Royal Society B Seiten 20220046 Link Publikation -
2023
Titel Unraveling the Molecular Basis of Stabilizing Selection by Experimental Evolution DOI 10.1093/gbe/evad220 Typ Journal Article Autor Schlötterer C Journal Genome Biology and Evolution Link Publikation -
2023
Titel Effects of larval crowding on the transcriptome of Drosophila simulans DOI 10.1111/eva.13592 Typ Journal Article Autor Buchner S Journal Evolutionary Applications Seiten 1671-1679 Link Publikation -
2025
Titel Continent-wide differentiation of fitness traits and patterns of climate adaptation among European populations of Drosophila melanogaster DOI 10.1093/evlett/qraf014 Typ Journal Article Autor Mitchell E Journal Evolution Letters Seiten 473-490 Link Publikation
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2023
Link
Titel Non-additive interaction between genotypes: implications for competitive fitness assays DOI 10.5281/zenodo.8382826 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link