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Diversity Computing Spaces

Diversity Computing Spaces

Verena Fuchsberger-Staufer (ORCID: 0000-0002-1179-1990)
  • Grant-DOI 10.55776/P34226
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2021
  • Projektende 30.06.2025
  • Bewilligungssumme 506.477 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (100%)

Keywords

    Human-Computer Interaction, Design Research, Participatory Design, Children And Young Adults, Diversity

Abstract Endbericht

In zunehmend pluralistischen Gesellschaften ist es eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit, ein Miteinander ohne destruktive Konflikte zu ermöglichen. Zentrale Linien der Ab- und Ausgrenzung verlaufen dabei entlang von Geschlechterrollen, Behinderungen, des Alters, der politischen Gesinnung oder auch des sozio-ökonomischen Status. Digitale Technologie spielt in den Mechanismen der Differenzierung, also der sozialen Abgrenzung gegenüber anderen, eine Schlüsselrolle, online sowie in physischen Kontexten. Dieses Projekt fragt danach, wie interaktive Technologien dazu benutzt werden können, um intelligente, physische Räume zu schaffen, in denen diverse Gruppen von Menschen bedeutsame und verbindende gemeinsame Erfahrungen machen können. Über den Ansatz der Designforschung bauen wir auf dem Konzept Diversity Computing auf und setzen es im Rahmen von unstrukturierten Zwischenräumen in Schulen, wie etwa in Gängen, Pausenräumen oder Schulhöfen, für Kinder und junge Erwachsene um - Kontexte, in denen sehr unterschiedliche Gruppen miteinander in Kontakt kommen und komplexe Prozesse der Ab- und Ausgrenzung entstehen und erlernt werden. Solche Räume (DivComp Spaces) zu gestalten, bringt eine Reihe von neuen, wissenschaftlichen Herausforderungen mit sich. Zum einen brauchen wir a) neue Methoden, um Technologie so zu gestalten, dass sie nicht normativ wirkt und auf Unterschiede positiv eingeht. Zum anderen braucht es b) technische Innovation, die verschiedenste Interaktionsmöglichkeiten miteinander verbindet, um bedeutsame gemensame Erfahrungen zu erzeugen. Schließlich braucht es auch c) theoretische Arbeit, um die Rolle von Technologie in den komplexen Prozessen der Ab- und Ausgrenzung zu verstehen. DivComp Spaces sind Räume, die für verschiedene Menschen auf verschiedene Art und Weise Sinn machen, aber dennoch einen gemeinsamen Rahmen anbieten. Sie sind auf Begegnungen und Teilhabe ausgerichtet, die konstruktive, respektvolle und gewaltlose Auseinandersetzungen anstatt negative Ausgrenzung und Konflikt ermöglichen. Dies setzt den vorherrschenden Rollen von Technologie, die Gleichheit und Individualismus fördern, eine Vision der Pluralität und Zusammengehörigkeit entgegen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse dieser Forschung tragen zu verschiedenen Disziplinen bei. Zum einen zu den Kernfeldern der Mensch-Maschine-Kommunikation (Human-Computer Interaction) und der partizipativen Designforschung. Darüber hinaus aber auch zur Informatik im Allgemeinen (z. B. Sensorik und Datenverarbeitung), zur Soziologie (z. B. Gruppendynamiken), zur Philosophie (z. B. Ethik) und zu den Kognitivwissenschaften. Über alle diese Wissenschaftsdisziplinen hinweg gehen die Erkenntnisse, die dieses Projekt erzeugt, über eine rein beschreibende Analyse hinaus. Sie verbinden vielmehr ein besseres Verstehen von komplexen sozialen Vorgängen mit der konkreten Gestaltung von alternativen, technologischen Zukünften.

In zunehmend pluralistischen Gesellschaften schaffen Dimensionen von Unterschiedlichkeit - wie Behinderung, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder sozioökonomischer Status - gesellschaftliche und zwischenmenschliche Spannungen sowie Prozesse von Ausgrenzung und Polarisierung. In den vergangenen Jahren haben digitale Technologien großen Einfluss auf diese Prozesse genommen, da sie Unterschiede häufig für wirtschaftliche oder politische Zwecke aufzeigen und verstärken. Im Gegensatz dazu hat dieses Projekt mögliche Rollen digitaler Technologien erforscht, die darauf abzielen, Unterschiede zu vermitteln und gemeinsame, bedeutsame Erfahrungen zwischen Menschen zu ermöglichen. Dies steht im Einklang mit einer breiteren Idee, die als "Diversity Computing" bezeichnet wird und darauf abzielt, Interaktionen mit Computern so zu gestalten, dass Vielfalt gesehen und genutzt wird, anstatt vorgefertigte Stereotypen zu fördern oder zu verfestigen. Dieses Projekt hat die Idee des Diversity Computings in einem spezifischen Kontext und für eine bestimmte Zielgruppe untersucht: Kinder und Jugendliche in physischen Schulräumen. In diesem Umfeld kommen junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen auf natürliche Weise zusammen und entwickeln soziale Kompetenzen, die mit Prozessen der Inklusion, Exklusion, Gruppenbildung oder Konfliktlösung verbunden sind. Besonders in Zeiten außerhalb des regulären Unterrichts - in Pausen - erleben junge Menschen komplexe soziale Situationen, in denen sie soziale Fähigkeiten durch Experimentieren erwerben. Genau diese Zwischenräume sind im Fokus dieses Projekts, das die Frage stellt: Wie können digitale Technologien genutzt werden, um interaktive physische Zwischenräume zu gestalten? Wir haben Schüler:innen einer österreichischen Mittelschule einbezogen, um die sozialen Dynamiken in diesen "Zwischenräumen" besser zu verstehen, und sie eingeladen, interaktive Technologien für diese Räume mitzugestalten. Wir entwickelten iterativ eine Reihe von Prototypen, die wir in der Schule und im Rahmen einer Ausstellung testeten. Der finale Prototyp wurde in einem Schulflur installiert. Über einen Zeitraum von sieben Monaten beobachteten und analysierten wir die sozialen Interaktion mit und rund um den Prototypen. Der Prototyp bestand aus mehreren Bildschirmen, Zeichenflächen und Sensoren, die in verschiedenen physische Objekte implementiert waren und zusammen einen sogenannten DivComp-Space bildeten. Das Interaktionskonzept ermöglichte es den Nutzer:innen, auf verschiedene Weisen teilzunehmen und miteinander zu kooperieren. In der Langzeitstudie untersuchten wir die Auswirkungen dieser interaktiven Technologie auf das Sozialverhalten der Schüler:innen. Im Verlauf der Studie entdeckten wir zahlreiche Varianten, in denen unser Prototyp eine breite Palette von Interaktionen zwischen unterschiedlichen Gruppen von Kindern und Jugendlichen förderte. Aus unserer Analyse leiteten wir Gestaltungsprinzipien für Diversity Computing Spaces ab, die anderen helfen sollen, ähnliche interaktive Technologien zu entwickeln. Das Projekt hat bedeutende Beiträge zur akademischen Forschung geleistet: methodisch - im Hinblick auf die kreative Entwicklung solcher Technologien gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen; theoretisch - in Bezug auf das Verständnis sozialer Gruppendynamiken und der Rolle von Technologie darin; sowie praktisch - durch die Entwicklung von Gestaltungswissen, wie interaktive Technologien für Diversity Computing geschaffen werden können.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

Research Output

  • 152 Zitationen
  • 10 Publikationen
  • 2 Künstlerischer Output
  • 10 Disseminationen
  • 2 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2022
    Titel How Shortening or Lengthening Design Processes Configure Decision Making
    DOI 10.1145/3546155.3547726
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Falk J
    Seiten 1-11
  • 2024
    Titel Crafting Electronic Textiles as a Participatory Design Material for Slowing Down
    DOI 10.1145/3623509.3634894
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Blumenkranz A
    Seiten 1-5
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Designing Participatory AI: Creative Professionals’ Worries and Expectations about Generative AI
    DOI 10.1145/3544549.3585657
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Inie N
    Seiten 1-8
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Doing responsibilities in entangled worlds
    DOI 10.1080/07370024.2023.2269934
    Typ Journal Article
    Autor Fuchsberger V
    Journal Human–Computer Interaction
    Seiten 65-88
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Three Design Directions for a Diversity Computing Design Space
    DOI 10.1145/3544548.3581155
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Falk J
    Seiten 1-16
  • 2023
    Titel Designing Participatory AI: Creative Professionals' Worries and Expectations about Generative AI
    DOI 10.48550/arxiv.2303.08931
    Typ Preprint
    Autor Inie N
  • 2024
    Titel Designing Diverse Pathways for Participation
    DOI 10.1145/3613904.3642240
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Falk J
    Seiten 1-16
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Exploring Child-AI Entanglements
    DOI 10.1145/3628516.3661155
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Honauer M
    Seiten 1029-1031
  • 2023
    Titel Situating computational empowerment in formal education: A multi-perspective view
    DOI 10.1016/j.ijcci.2023.100604
    Typ Journal Article
    Autor Göbl B
    Journal International Journal of Child-Computer Interaction
    Seiten 100604
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Computational Empowerment and children: Expanding empowerment, agency and participation in computation
    DOI 10.1016/j.ijcci.2023.100617
    Typ Journal Article
    Autor Schaper M
    Journal International Journal of Child-Computer Interaction
Künstlerischer Output
  • 2024
    Titel DivComp Installation
    Typ Artefact (including digital)
  • 2024
    Titel AI storytelling prototype
    Typ Artefact (including digital)
Disseminationen
  • 2025 Link
    Titel Online Guest Talk "The Slow Stitch: E-Textiles as a Medium for Critical and Reflective Design" at i_mBODY Lab in Universidad de Madrid, Spain, 2025
    Typ A talk or presentation
    Link Link
  • 2023
    Titel Project presentation at the European Researchers' Night
    Typ Participation in an open day or visit at my research institution
  • 2022 Link
    Titel Science Meets Fiction Festival
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
  • 2022 Link
    Titel Participatory Design Methods in Research with Children, Kunstuniversität Linz, 2022
    Typ A talk or presentation
    Link Link
  • 2024
    Titel Guest Talk, HCI, Aalborg University, Denmark, 2024
    Typ A talk or presentation
  • 2023
    Titel Artist Talk, Textile Department, Academy of Fine Arts, Stuttgart, 2023 (virtual)
    Typ A talk or presentation
  • 2023 Link
    Titel KI, die digitale Revolution und wir
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
  • 2022 Link
    Titel E-Textile Summercamp, Tag der offenen Tür, Centre d'Art Contemporain, Paillard, Frankreich, 2022
    Typ Participation in an activity, workshop or similar
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Lecture-Performance "Textile Verlangsamung", Galerie Foe, München, 2024
    Typ A talk or presentation
    Link Link
  • 2024 Link
    Titel Forum Kultur - Fokus Künstliche Intelligenz
    Typ A formal working group, expert panel or dialogue
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2024
    Titel IDC Workshop Keynote
    Typ Personally asked as a key note speaker to a conference
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2024
    Titel Associate editor for the ACM Transaction on Human-Computer Interaction
    Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series
    Bekanntheitsgrad Continental/International

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