Demografie und soziale Strukturen im histor. Südosteuropa
Demography and society in historical Southeastern Europe
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Soziologie (80%)
Keywords
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Historical Demography,
Southeastern Europe,
Household Structure,
Patriarchy,
Social History
In vielen europäischen Ländern werden Familien bereits mithilfe von historischen Volkszählungen erforscht, allerdings befinden sich diese Länder meist in West- und Nordeuropa. Diese Volkszählungen bieten den Vorteil, dass zu jeder einzelnen Person Informationen vorhanden sind und auch nach eigenen Forschungsfragen ausgewertet werden können, während man bei den vorhandenen Statistiken darauf angewiesen ist, was damals ausgewertet worden ist. In Südosteuropa ist das bis jetzt noch kaum geschehen, weil die dafür nötigen Grundlagen (Volkszählungsdatenbanken) noch nicht geschaffen worden sind. Dieses Projekt soll dazu dienen, eben diese Grundlagen zu schaffen, um Unterschiede zwischen diesen Ländern und innerhalb dieser Länder erforschen zu können. Als Vorbild für die zu schaffende Volkszählungsdatenbank dienen dabei die bereits bestehenden Datenbanken historischer Volkszählungen in West- und Nordeuropa und der albanischen Volkszählung von 1918. In einem ersten Schritt werden in den Ländern Südosteuropas die Archive nach vorhandenen Manuskripten von Volkszählungen bis zum 1. Weltkrieg durchsucht. Daraus wird anschließend eine möglichst repräsentative Auswahl getroffen, um städtische und ländliche Familien und unterschiedliche Regionen innerhalb der einzelnen Länder untersuchen zu können. Die ausgewählten Personen und Familien werden dann in einer Datenbank erfasst und anhand wichtiger Merkmale (Geschlecht, Familienstand, Verwandtschaftsverhältnis, Beruf, Religion) codiert. Durch dieses Projekt wird die größte europäische Datenbank historischer Volkszählungsdaten außerhalb von West- und Nordeuropa entstehen. Untersuchungen aufgrund dieser im großen Stil erweiterten Datenbasis werden Licht auf bisher dunkle Gebiete Südosteuropas hinsichtlich Heiratsalter, Kinderzahlen und Haushaltsstrukturen werfen. Die neuen Daten werden der internationalen Forschungsgemeinschaft kostenlos zur Verfügung gestellt werden und dadurch sollen zusätzliche Möglichkeiten zur Forschung geschaffen werden.
- Universität Graz - 100%