Bedeutung von NPY in Furcht und Essverhalten
Role of NPY in the integration of fear and food intake
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
-
Neuropeptide,
Neuropeptid Y,
NPY,
Amygdala,
Fear,
Food intake
Phänomene wie Furcht, Angst und Hunger werden von spezifischen Hirnarealen gesteuert und sind Schutzmechanismen, die zur Aufrechterhaltung des metabolischen Gleichgewichts und zum Überleben in einer natürlichen Umwelt dienen. Seit langem ist bekannt, dass sich emotionale und metabolische Verhaltensweisen gegenseitig beeinflussen, wobei ein Ungleichgewicht ein nicht zu unterschätzendes Risiko für entsprechende Erkrankungen darstellt. So kann zum Beispiel eine posttraumatische Belastungsstörung, die vor allem nach intensiven Traumata entsteht, ein Risikofaktor für Essstörungen, Adipositas und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen sein. Ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen von Furcht, Angst und Essverhalten und vor allem wie sich diese Phänomene gegenseitig beeinflussen, kann zur Prävention beziehungsweise Behandlung von emotional-affektiven und metabolischen Erkrankungen beitragen. Neuropeptide sind kleine Proteine, die unter anderem im Gehirn als Botenstoffe dienen. Besonders hohe Neuropeptid Spiegel kommen im limbischen System vor, wo sie unter anderem emotionales Verhalten beeinflussen. Zusätzlich sind sie auch an der Steuerung von metabolischen Prozessen beteiligt. Neuropeptide Y (NPY) ist ein derartiges Neuropeptid, welches sehr stark im Mandelkern (Amygdala) vorkommt. Die Amygdala ist eine zentrale Schaltstelle emotionaler Signalverarbeitung. Ob und wie die Amygdala und das enthaltene NPY an der Steuerung von Hunger und Essverhalten beteiligt sind und ob dies von emotionalen Prozessen abhängt, ist noch unklar. Ziel des vorliegenden Projekts ist es daher die Beteiligung von NPY-haltigen Nervenzellen und im speziellen des Neurotransmitters NPY an der Steuerung von emotionalen und metabolischen Prozessen in Amygdala Kernen zu untersuchen. Wir wollen durch genetische und pharmakologische Manipulation in genau definierten Regionen der Amygdala metabolische und affektive Verhaltensveränderungen beeinflussen. Die Anwendung der CRISPR/cas9 Technologie erlaubt uns die unterschiedlichen Funktionen einzelner Botenstoffe derselben Nervenzelle zu untersuchen. In der Folge sollen dann die dabei involvierten NPY Rezeptoren identifiziert werden. Diese können dann als Ansatzpunkte für neuartige Medikamente dienen. Das Projekt wird neue Erkenntnisse zur Funktion eines spezifischen Neuropeptids und die dabei involvierten neuronalen Verschaltungen liefern. Wir werden die Rolle von NPY in metabolischen Prozessen und der Integration emotionaler Signalverarbeitung in der Amygdala aufklären. Es wird auch ein besonderes Augenmerk auf NPY-haltige Nervenzellen, deren Projektionen und die rezeptorspezifischen Mechanismen gelegt.
- Roman A. Romanov, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Tibor Harkany, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Herbert Herzog, St Vincent’s Centre for Applied Medical Research - Australien
- William Wisden, University of Aberdeen - King´s College - Vereinigtes Königreich