Der Re-Import der analytischen Philosophie
Re-Import of Analytic Philosophy to German Speaking Academia
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
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Analytic Philosophy,
History of Post-War Analytic Philosophy,
Rudolf Haller,
Austrian Philosophy
Dieses Projekt beschäftigt sich mit einer für den deutschsprachigen Raum entscheidenden Phase in der Geschichte der analytischen Philosophie. Befeuert durch den Export der PhilosophInnen des Wiener Kreises und verwandter DenkerInnen, etablierte sich die analytische Philosophie ab den 1930er Jahren vorab im angelsächsischen Raum, wo sie seitdem eine dominierende Stellung einnimmt. Anders als z. B. im Falle der Frankfurter Schule, kehrte von den EmigrantInnen auch so gut wie niemand zurück. Es blieb einer neuen Generation vorbehalten, die analytische Philosophie im deutschsprachigen Raum wieder einzuführen. Allerdings war dasjenige, was re-importiert wurde, nicht identisch mit dem, was zuvor exportiert wurde; denn die Entwicklung der analytischen Philosophie von den ersten radikalen Thesen des Wiener Kreises bis in die sechziger Jahre ist von tiefgreifenden Transformationen und Brüchen gekennzeichnet. Neben diesen inhaltlichen Aspekten ist so eine zentrale Arbeitshypothese in diesem Projekt diese Tatsache des Re-Imports selbst von entscheidender Bedeutung für die Art und Weise, wie sich die analytische Philosophie in der deutschsprachigen akademischen Welt wieder etablieren konnte. Der Grazer Philosoph Rudolf Haller (19292014) war ein wichtiger Vertreter dieser neuen Generation. Vorliegendes Projekt untersucht die Rolle, die Haller beim Re-Import der analytischen Philosophie spielte. Anhand einer Auseinandersetzung mit seiner intellektuellen Biografie sollen dazu erstens die Einflüsse beleuchtet werden, die Hallers Interesse an der analytischen Philosophie überhaupt erst geweckt haben. Zweitens geht es darum, einen genauen Blick auf die zahlreichen organisatorischen Aktivitäten von Haller zu werfen, mittels derer er in seinem Umfeld ein für die analytische Philosophie offenes Milieu und Graz zu einem frühen Zentrum der analytischen Philosophie im deutschsprachigen Raum machten. Drittens soll Hallers Rolle bei der Erforschung der Frühgeschichte der analytischen Philosophie (und namentlich ihrer österreichischen Wurzeln) betrachtet werden: diese Frage ist für den Gegenstand des Projekts insofern von Bedeutung, als Hallers diesbezügliche Arbeiten einen maßgeblich zur Möglichkeit beitrugen, den Import als Re-Import verstehen zu können. Viertens sollen schließlich schlaglichtartig einzelne von Hallers philosophischen Auffassungen in ihrem Zusammenhang diskutierten werden. Dazu gehören etwa seine metaphilosophische Position mit Blick auf die Frage nach der Natur philosophischer Probleme oder seine Beiträge zur Erkenntnistheorie, im speziellen zur Frage nach der Fundierung menschlichen Wissens.
- Universität Graz - 100%
- Christian Damböck, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Mauro Antonelli, University of Milan - Italien
- Maria Van Der Schaar, Universität Leiden - Niederlande
- Hanjo Glock, University of Zurich - Schweiz
- Ambrus Gergely, Eötvös Lorand University - Ungarn
- Michael Beaney, Kings College Aberdeen - Vereinigtes Königreich
- Mark Textor, King´s College London - Vereinigtes Königreich
- Thomas Uebel, University of Manchester - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 4 Publikationen
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2025
Titel Haller as a Wittgenstein-Scholar DOI 10.1163/18756735-00000232 Typ Journal Article Autor Höfer U Journal Grazer Philosophische Studien Seiten 380-407 -
2025
Titel Non-Kantianism or Anti-Kantianism? DOI 10.1163/18756735-00000234 Typ Journal Article Autor Renz U Journal Grazer Philosophische Studien Seiten 277-296 -
2025
Titel Wittgenstein, Danto, and Aesthetic Attitude DOI 10.1163/18756735-00000223 Typ Journal Article Autor Kaidisch J Journal Grazer Philosophische Studien Seiten 432-450 -
2025
Titel Haller on the Principles of Empirical Knowledge DOI 10.1163/18756735-00000224 Typ Journal Article Autor Friedl J Journal Grazer Philosophische Studien Seiten 362-379