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Wahrheit, Erkenntnis und Metaphysik im Vedanta

Truth, Knowledge and Metaphysics in Traditions of Vedanta

Marcus Schmücker (ORCID: 0000-0002-3961-4128)
  • Grant-DOI 10.55776/P34618
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.12.2021
  • Projektende 31.03.2026
  • Bewilligungssumme 313.777 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)

Keywords

    Vedanta, Vyasatirtha, Epistemology, Indology

Abstract

Dieses Projekt fokussiert die historische Entwicklung der philosophischen Debatten über Natur und Zweck des Erkennens in drei philosophischen Schulen der frühen Neuzeit (ca. 1500-1800) in Indien. Diese Debatten über das Erkennen entwickelten sich aus der Diskussion über die Natur Gottes sowie aus dem Status der autoritativen Quellen. Sie hatten weitreichende Auswirkungen sowohl auf die Verteidigung der Autorität des Veda, als auch auf die Beantwortung grundlegender metaphysischer Fragen, die die indischen Philosophen in dieser Zeit beschäftigten. Ein zentrales Thema des Projekts wird das erkenntnistheoretische Werk des Philosophen Vyasatirtha (1460-1539) sein. Ein solcher Schwerpunkt auf Vyasatirtha spiegelt das in letzter Zeit stark gestiegene Interesse an seinem Werk wider. Vyasatirtha war ein führender Staatsbeamter im Vijayanagara -Reich und gilt als herausragende Persönlichkeit der indischen Geistesgeschichte. Sein Werk beeinflusste Vedanta-Philosophen aus ganz Indien und regte sie zu einem neuen kritischen Ansatz in der Philosophie an, der die neuen Ideen des nordindischen Erkenntnistheoretikers Gagesa Upadhyaya einbezog. In seinen philosophischen Anschauungen war Vyasatirtha ein Intrinsizist, denn in Bezug auf das Wissen vertrat er die Ansicht, dass es in der Natur unserer kognitiven Fähigkeiten liegt, wahre Urteile über die Welt hervorzubringen. Im Rahmen des Projekts werden Originalstudien einschlägiger, in Sanskrit verfasster Manuskripte der Werke Vyasatirthas durchgeführt. Es wird eine kritische Ausgabe und Übersetzung eines zentralen Werkes von Vyasatirtha erstellt, das als Todestanz der Logik (Tarkataava) bekannt ist und in dem Vyasatirtha die Erkenntnistheorie seiner Tradition weiter entwickelt und verteidigt. Eine monographische Studie wird eine neue Ausgabe und Übersetzung von Vyasatirthas Text sowie einzelne Abschnitte enthalten, die seine Lehre in den Kontext anderer relevanter Werke des Vedanta seiner Zeit stellen. Dazu gehörten insbesondere die Tradition des Advaita- und Visiadvaita Vedanta. Die Advaitins verwendeten eine ähnliche Interpretation des Erkennens wie Vyasatirtha, um gegen die Madhvas für die Unwirklichkeit der empirischen Welt zu argumentieren. Vyasatirthas eigene Erkenntnistheorie bildete die Grundlage für seine Verteidigung der Realität der objektiv-sinnlichen Welt. Das Projekt soll ein neues Licht auf die komplexen intellektuellen Interaktionen zwischen diesen Traditionen während des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts werfen.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Hugo David, Ecole francaise d Extreme-Orient - Frankreich
  • Veeranarayan Pandurangi, Karnataka Sanskrit University - Indien
  • Jonathan Duquette, University of Cambridge - Vereinigtes Königreich

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Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
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