Aushandlungen von Differenz in cON/FFlating Spaces
Young People Negotiating Difference in cON/FFlating Spaces
Wissenschaftsdisziplinen
Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (90%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (10%)
Keywords
-
Gender-Queer Geographies,
Digital Geographies,
Intersectionality,
Abundant Identities,
Cyberbullying,
Geographies Of Difference
Das FWF-Projekt beYOND zieht einen innovativen Multi-Methodenansatz heran, um junge Menschen bei der Aushandlung vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten in verschränkten Online- Offline-Alltagswelten zu begleiten. Das interdisziplinäre Projektteam aus Geograph*innen und Kommunikationswissenschaftler*innen möchte damit zu einem besseren Verständnis gesellschaftlicher Exklusions- und Inklusionsprozesse im digitalen Zeitalter beitragen. Identitäten sind in diesem Verständnis nicht fixiert, sondern fluide und vielfältig und werden immer wieder neu in On- und Offline-Räumen ausgehandelt. In ihrem Konstruktionsprozess spielen gesellschaftliche Wertvorstellungen von Geschlechterrollen, Sexualität, Sprache, Klasse, Aussehen, Zuschreibung von Ethnizität eine Rolle, die wiederum eng verbunden sind mit gesellschaftlichen Exklusions- und Inklusionsprozessen, sozialem Zusammenhalt sowie Konflikten. Zugleich verändern digitale Innovationen, die gesellschaftlich sehr unterschiedlich angeeignet werden, die sozialen Möglichkeiten und Herausforderungen in diesem Prozess kontinuierlich. Im Alltagsleben vieler junger Menschen sind digitale Technologien und Medien längst zentral für die Aushandlung von Identitäten ebenso wie für Meinungsbildung, Wissen, Werte, Beziehungen geworden. Wenngleich digitale Räume neue Möglichkeiten zum Experimentieren, Lernen, Informieren und Knüpfen von Kontakten eröffnen, haben sie sich auch als Orte des quälenden sozialen Drucks, der Ausgrenzung, des Mobbings und der Gewalt erwiesen. Diese Erfahrungen können sehr prägend für die mentale Gesundheit, das Selbstvertrauen und die Identitätsbildung junger Menschen sein. Hinzu kommt, dass die Online-Räume, in denen solche Identitätsaushandlungen stattfinden, untrennbar mit dem Offline-Alltagsleben verschränkt sind, was die Aushandlung vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten noch umkämpfter und die beteiligten jungen Menschen oftmals vulnerabler macht. Die Untersuchung dieser komplexen gesellschaftlichen Prozesse verfolgt beYOND daher mit einem Multi-Methodenansatz, der verschiedene qualitative, mobile und digitale Methoden kombiniert, um neue Einblicke in komplexe Offline-Online-Alltagsräume junger Menschen zu gewinnen. Das Projektteam vergleicht dabei Identitätsaushandlungen junger Menschen in verschiedenen europäischen Regionen sowie im Zeitverlauf.
- Universität Innsbruck - 100%
- Anke Strüver, nationale:r Kooperationspartner:in
- Irene Bittner, nationale:r Kooperationspartner:in
- Monika Palmberger, nationale:r Kooperationspartner:in
- Rivka Saltiel, nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Höflehner, nationale:r Kooperationspartner:in