Soziale Lemstrategien bei freilebenden Hunden
Social learning strategies in free-ranging dogs
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (80%); Psychologie (20%)
Keywords
-
Social Learning,
Dogs,
Social Dynamics,
Canis Lupus Familiaris
Unsere Welt verändert sich mit hoher Geschwindigkeit und Tiere haben Mühe, sich an derart schnelle Veränderungen anzupassen. Von anderen zu lernen kann eine der kostengünstigsten Möglichkeiten sein, sich an solche Veränderungen anzupassen. Allerdings können von anderen bereitgestellte Informationen auch irreführend sein, sodass Tiere je nach Kontext bestimmte Strategien anwenden, um zu entscheiden, wann, was und von wem sie lernen. Freilaufende Hunde leben in Gruppen in einer mannigfaltigen und sich schnell verändernden Umgebung und bieten somit ein perfektes Modell, um zu untersuchen, ob und wie sich soziale Dynamiken auf die Nutzung von sozialem Lernen auswirken. Wir werden beobachten, wie freilaufende Hunde miteinander interagieren, um die Beziehungen zwischen ihnen zu beurteilen. Um zu testen, ob freilaufende Hunde von anderen lernen und welche Art von Informationen sie lernen, werden wir nicht-invasive Feldexperimente durchführen. Wir werden neuartige Probleme einführen, bei denen Hunde ein bestimmtes Verhalten zeigen müssen, um Zugang zu Futter zu bekommen (z. B. eine Kiste mit einer Tür, die geöffnet werden muss, um das Futter zu erhalten). Wir werden drei verschiedene Aufgaben verwenden, die sich in ihrer Komplexität unterscheiden. Wir werden messen, ob Hunde lieber allein oder von anderen lernen und ob sie von bestimmten Partnern bevorzugt lernen (z.B. Partner, mit denen sie enger verbunden sind). Wir werden auch testen, ob Hunde ein Verhalten annehmen, das von den meisten anderen Individuen gezeigt wird, indem wir Welpen testen, die nach dem Absetzen einer Gruppe beitreten, sowie erwachsene Tiere die in eine neue Gruppe einwandern. Da Haushunde die Fähigkeit haben, von anderen Menschen zu lernen, gehen wir davon aus, dass auch freilaufende Hunde von anderen lernen werden, wenn sie sich neuen Herausforderungen stellen. Im Detail sagen wir voraus dass wenn sie mit einer Reihe neuer Aufgaben konfrontiert werden, dann 1) lernen Hunde sozial von anderen Hunden, die bereits wissen, wie man die Aufgabe löst, wobei 2) dies zur Verbreitung des neuen Verhaltens in der Gruppe führt und 3) das Muster der Diffusion von den Bindungen zwischen den Individuen abhängt. Des weiteren sagen wir voraus dass 4) Welpen sowie 5) migrierende Erwachsene von anderen Individuen lernen, wenn sie einer neuen Gruppe beitreten, und 6) Hunde in Abhängigkeit von der Komplexität der Aufgabe entweder sozial lernen oder nicht. Dies ist das erste Projekt, das soziales Lernen bei freilaufenden Hunden untersucht, wobei Messungen der sozialen Dynamik von Hunden einbezogen werden können. Dank der Tatsache, dass freilaufende Hunde an verschiedene Arten von Nahrung gewöhnt sind die auf einfache oder komplexe Weise zugänglich sind, können wir ihr Potenzial erkunden, bei verschiedenen Aufgaben von anderen zu lernen.
- Wageningen University - 100%
- Friederike Range, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Sarah Marshall-Pescini, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Malgorzata Pilot, Polish Academy of Science - Polen
Research Output
- 33 Zitationen
- 3 Publikationen
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2022
Titel Cooperation and cognition in wild canids DOI 10.1016/j.cobeha.2022.101173 Typ Journal Article Autor Berghänel A Journal Current Opinion in Behavioral Sciences Seiten 101173 Link Publikation -
2021
Titel Secure base effect in former shelter dogs and other family dogs: Strangers do not provide security in a problem-solving task DOI 10.1371/journal.pone.0261790 Typ Journal Article Autor Cimarelli G Journal PLoS ONE Link Publikation -
2022
Titel Beyond the dichotomy between field and lab — the importance of studying cognition in context DOI 10.1016/j.cobeha.2022.101172 Typ Journal Article Autor Horn L Journal Current Opinion in Behavioral Sciences Seiten 101172 Link Publikation