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ProGuide

Alexander Egyed (ORCID: 0000-0003-3128-5427)
  • Grant-DOI 10.55776/P34805
  • Bewilligungs­summe Einzelprojekte
  • Status Beendet
  • Projekt­beginn 01.01.2022
  • Projektende 31.12.2025
  • Bewilligungs­summe 393.220 €

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (100%)

Keywords

  • Software Engineering Process,
  • Quality Assurance,
  • Process Deviation,
  • Constraint Violation,
  • Constraint Repair,
  • Violation Impact
Abstract Zusammenfassung

Gerade in sicherheitskritischen Bereichen ist die Sicherstellung einer hohen Softwarequalität relevant. Stellen Sie sich die Folgen bei einer Rettungsaktion vor, wenn die Kommunikation zwischen Leitstelle und Rettungseinheiten aufgrund eines Softwarefehlers ausfällt. Unter den verschiedenen Maßnahmen zur Erzielung einer hohen Qualität sind Regelungen, wie die einzelnen Software-Engineering-Artefakte (wie Anforderungen, Designdokumente, Testfälle etc.) verknüpft werden müssen. Durch eine solche Verknüpfung (auch Tracing genannt) kann beispielsweise überprüft werden, ob alle Anforderungen umgesetzt und auch getestet werden. Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Traces gehören zur Erfüllung der Qualitätssicherungskriterien (QS). Was die Entwicklung sicherheitskritischer Systeme erschwert, ist die Tatsache, dass das Erstellen oder Aktualisieren dieser Artefakte und deren Verknüpfung selten die Aufgabe eines einzelnen Ingenieurs ist. Vielmehr erfordert dies die Koordination mehrerer Ingenieure: einige sind für die Definition von High- Level-Anforderungen verantwortlich, andere für deren Verfeinerung auf Low-Level-Anforderungen, andere verantwortlich für die Entwicklung von Testfällen usw. Diese Ingenieure müssen sich daher koordinieren, um Fehler wie etwas das Fehlen eines Testfalls oder eine nicht nachgezogene Anforderungsaktualisierung zu vermeiden. Dazu beschreibt ein Software-Engineering-Prozess, wie sich diese Ingenieure koordinieren sollen. Den Prozess zu befolgen und sicherzustellen, dass die Qualitätskriterien erfüllt werden, ist nicht trivial. Oftmals müssen Ingenieure wissentlich aufgrund von Zeitdruck oder unvorhergesehene Situationen vorübergehend von den Prozess- und QS-Kriterien abweichen. Ziel des Projekts ist es, Ingenieure dabei zu unterstützen, eine Abweichung von den Prozess- und QS- Kriterien zu beheben, auch wenn einige Arbeiten bereits als erledigt gelten und andere auf diesen Ergebnissen aufbauen. Beispielsweise muss eine High-Level-Anforderung überarbeitet werden, obwohl diese bereits zu einer Low-Level-Anforderung verfeinert wurde. Eine strikte Befolgung des Prozesses erlaubt es eventuell nicht, dies zu tun. Der in diesem Forschungsprojekt untersuchte Ansatz unterstützt die Ingenieure dabei, bewusst zu werden, welche Artefakte von einer Änderung (und damit Prozessabweichung) betroffen sind, welche QS-Kriterien möglicherweise nicht mehr erfüllt sind und wer in die Entscheidung zur Behebung eingebunden werden soll. Letztendlich besteht das Ziel darin, detaillierte, umsetzbare Anleitungen zu den Behebungsmöglichkeiten zu geben, jedoch weiterhin Unterstützung zu bieten, welche Prozessschritte durchgeführt werden müssen und ob andere QS- Einschränkungen erfüllt sind, auch wenn die bestehende Abweichung noch nicht behoben ist. Das Projekt wird die Auswirkung einer solchen Engineering-Unterstützung durch die Anwendung in einer realen Software-Engineering-Umgebungen zeigen. Es wird erwartet, dass Software-Ingenieure weniger Zeit aufwenden müssen, um herauszufinden, gegen welche QS-Beschränkungen sie verstoßen oder wer davon betroffen ist, sowie dass sie weniger QS-Kriterien verletzen welche zu kostspieligen Fehlern und/oder deren zeitaufwändiger Behebung führen.

Softwareprozesse zusammen mit der Software-Qualitätssicherung (QA) zielen darauf ab, sicherzustellen und nachzuweisen, dass die Engineering-Prozesse zu der entsprechenden Softwarequalität führen. Dennoch besteht eine Spannung zwischen der Notwendigkeit, Vorschriften und Prozessen zu folgen, und dem Bedürfnis, bei Bedarf davon abweichen zu können. Das Problem besteht also darin, wie man Ingenieur:innen in Anwesenheit verletzter Prozess- und Qualitäts-Constraints automatisierte Prozessunterstützung bieten kann. Dies ist nicht trivial, da eine Prozessabweichung typischerweise nicht nur eine einzelne Person betrifft, sondern Auswirkungen auf andere Ingenieur:innen hat. Ohne Bewusstsein für die Prozessabweichung und deren Auswirkungen auf andere könnte eine Abweichung (wie z. B. ein nicht erfülltes QA-Constraint) unbemerkt bleiben oder nicht vollständig korrigiert werden. Die Constraint-Verletzung könnte sich dann auf nachfolgende Prozessschritte und deren Engineering-Artefakte ausbreiten, was letztlich zu kostspieligem Mehraufwand zu einem späteren Zeitpunkt oder zu einer geringeren Softwarequalität führt. Wir argumentieren, dass die Unterstützung in zwei Formen erfolgen muss. Erstens durch Unterstützung der Ingenieur:innen bei der Bestimmung, welche Aktivitäten erforderlich sind, um in einen konsistenten Prozesszustand zurückzukehren, und zweitens durch die Identifikation der betroffenen Prozessschritte und deren verantwortlichen Ingenieur:innen. In diesem Projekt haben wir untersucht, wie man Software-Engineering-Prozesse und deren QA-Constraints passiv im Hintergrund verwalten kann, sodass Ingenieur:innen flexibel vom Prozess abweichen können. Wir haben Algorithmen entwickelt, um die Ursachen zu identifizieren und zu analysieren, wer sich abstimmen muss, um eine Abweichung im Prozess und/oder bei den QA-Anforderungen zu beheben. Ebenso haben wir Algorithmen zur Bestimmung des Wirkungskreises einer Abweichung etabliert, um die nachfolgenden Effekte auf andere zu identifizieren. Letztlich ermöglichen unsere Mechanismen die Erstellung eines detaillierten Reparaturplans, der die Ingenieur:innen durch die verschiedenen Alternativen zurück zu einem konformen Prozess führt. Die zentrale Innovation besteht darin, auch denjenigen Ingenieur:innen eine Unterstützung zu bieten, die von einer Abweichung betroffen sind. Evaluierungen mit Ingenieur:innen aus den Bereichen Luftverkehrskontrolle und Automobilindustrie haben gezeigt, dass unsere neu entwickelten Modelle, Techniken und Algorithmen in einem Proof-of-Concept-Prototyp eine effektive Unterstützung unter realistischen Bedingungen bieten. Die Ingenieur:innen begrüßen die automatisierten Prüfungen und das unmittelbare Feedback.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Linz - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Martina Seidl, Universität Linz , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Ruben Heradio, Spanish Open University - Spanien

Research Output

  • 68 Zitationen
  • 17 Publikationen
  • 1 Methoden & Materialien
  • 1 Datasets & Models
  • 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 1 Weitere Förderungen
Publikationen
  • 2026
    Titel Evaluating Temporal OCL Process Constraints
    Typ PhD Thesis
    Autor Cosmina Ratiu (Thesis Finished, Defense Scheduled Q3/2026)
  • 2026
    Titel Recommending Process Guidance Actions
    Typ PhD Thesis
    Autor Anmol Bilal (Thesis Finished, Defense Scheduled Q2/2026)
  • 2025
    Titel Generating Quality Assurance Constraints From Natural Language With LLMs
    DOI 10.1002/smr.70062
    Typ Journal Article
    Autor Mayr-Dorn C
    Journal Journal of Software: Evolution and Process
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Balanced knowledge distribution among software development teams—Observations from open- and closed-source software development
    DOI 10.1002/smr.2655
    Typ Journal Article
    Autor Shafiq S
    Journal Journal of Software: Evolution and Process
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Supporting Engineering Process Compliance via Generation of Detailed Guidance Actions
    DOI 10.1145/3666015.3666019
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Bilal A
    Seiten 87-97
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Supporting High-Level to Low-Level Requirements Coverage Reviewing with Large Language Models
    DOI 10.1145/3643991.3644922
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Preda A
    Seiten 242-253
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Towards Leveraging Fine-Grained Dependencies to Check Requirements Traceability Correctness
    DOI 10.1145/3639478.3643091
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Preda A
    Seiten 292-293
  • 2024
    Titel An extensive replication study of the ABLoTS approach for bug localization
    DOI 10.1007/s10664-024-10537-6
    Typ Journal Article
    Autor Niu F
    Journal Empirical Software Engineering
    Seiten 143
    Link Publikation
  • 2024
    Titel TRIAD: Automated Traceability Recovery based on Biterm-enhanced Deduction of Transitive Links among Artifacts
    DOI 10.1145/3597503.3639164
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Gao H
    Seiten 1-13
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Actionable light-weight process guidance
    DOI 10.1016/j.jss.2024.112064
    Typ Journal Article
    Autor Mayr-Dorn C
    Journal Journal of Systems and Software
    Seiten 112064
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Using reactive links to propagate changes across engineering models
    DOI 10.1007/s10270-024-01186-w
    Typ Journal Article
    Autor Ratiu C
    Journal Software and Systems Modeling
    Seiten 1213-1239
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Taming Cross-Tool Traceability in the Wild
    DOI 10.1109/re57278.2023.00031
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Ratiu C
    Seiten 233-243
  • 2024
    Titel Ranking guidance actions to support engineers in fulfilling process constraints
    DOI 10.1002/smr.2729
    Typ Journal Article
    Autor Bilal A
    Journal Journal of Software: Evolution and Process
    Link Publikation
  • 2023
    Titel ProCon: An automated process-centric quality constraints checking framework
    DOI 10.1016/j.jss.2023.111727
    Typ Journal Article
    Autor Mayr-Dorn C
    Journal Journal of Systems and Software
    Seiten 111727
    Link Publikation
  • 2023
    Titel TRIAD: Automated Traceability Recovery based on Biterm-enhanced Deduction of Transitive Links among Artifacts
    DOI 10.48550/arxiv.2312.16854
    Typ Other
    Autor Gao H
    Link Publikation
  • 2023
    Titel RAT: A Refactoring-Aware Traceability Model for Bug Localization
    DOI 10.1109/icse48619.2023.00028
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Niu F
    Seiten 196-207
  • 2023
    Titel The ABLoTS Approach for Bug Localization: is it replicable and generalizable?
    DOI 10.1109/msr59073.2023.00083
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Niu F
    Seiten 576-587
Methoden & Materialien
  • 2024 Link
    Titel Passive Process Engine Environment
    Typ Improvements to research infrastructure
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Datasets & Models
  • 2023 Link
    Titel Process Guidance Evaluation Dataset
    Typ Database/Collection of data
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2023
    Titel Best Paper Award, Feifei Niu, Christoph Mayr-Dorn, Wesley K. G. Assunção, LiGuo Huang, Jidong Ge, Bin Luo, Alexander Egyed: The ABLoTS Approach for Bug Localization: is it replicable and generalizable? MSR 2023
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Continental/International
Weitere Förderungen
  • 2022
    Titel CEPS - Cognitive Engineering Process Support
    Typ Research grant (including intramural programme)
    Förderbeginn 2022
    Geldgeber Austrian Research Promotion Agency

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