Rasmussen Enzephalitis: Ursache und Immunreaktionen
Rasmussen Encephalitis: cause and immune reactions
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (90%)
Keywords
-
Encephalitis,
CD8-mediated,
Microglia Nodules,
Virus,
Innate Immunity,
Adaptive Immunity
Rassmusen Enzephalitis (RE) ist eine neurologische Erkrankung die histopathologisch gekennzeichnet ist durch Entzündung, Neuronenverlust, das Auftreten von Mikroglia- aktivierung sowie Mikrogliaknötchen und Astrogliose. RE stellt nicht nur ein gutes Modell für die Erforschung durch chronische Entzündungsprozesse verursachte Epilepsien dar, sondern auch ein Paradebeispiel für Enzephalitis mediiert durch zytotoxische T-Zellen. Eine faszinierende Besonderheit von RE ist die Tatsache, dass nur eine der beiden Hemisphären betroffen ist. Obwohl RE erstmals in 1958 beschrieben wurde, ist bis heute die Ursache der Entzündung und Neurodegeneration unklar. Bekannt ist jedoch, dass zytotoxische T-Zellen maßgeblich am Neuronenuntergang beteiligt sind. In diesem Projekt soll die Hypothese untersucht werden, ob ein Infektionserreger oder eine lokale Mosaik-Mutation eine CD8 mediierte (Auto-) Immunreaktion auslöst, welche in weiterer Folge zur Neurodegeneration der betroffenen Hemisphäre führt. Unseren Fokus legen wir dabei auf mehrere mögliche Ursachen: Zum einen soll das Vorhandensein eines Infektionserregers mithilfe einer Deep Sequenzing Plattform zur Untersuchung von Pathogenen untersucht werden. Zum anderen soll auch geklärt werden, ob eine genetische (Mosaik-)Mutation im Gehirn ursächlich für die Erkrankung ist. Weiters sollen unsere Untersuchungen auch zu neuen Erkenntnissen über Mechanismen, die bei einem Angriff auf Neuronen durch neurotoxische T-Zellen wirken, führen. Dazu sollen Mikrogliaknötchen (eine Ansammlung von Mikroglia und zytotoxischen T-Zellen) welche als lokale Hotspots von angeborener und erworbener Immunität in den Gehirnen von Patienten mit RE angesehen werden können, auf molekularer Ebene untersucht werden. Zu diesem Zweck soll eine Sequenzierung des vollständigen Genoms, die Analyse von T-Zellen Rezeptoren und Multiplex sowie RNA Imaging zum Einsatz kommen. Sollte es uns gelingen, den Pathomechanismus dieser Erkrankung zu ergründen, so werden die dabei erlangten Erkenntnisse nicht nur einen Meilenstein in der Behandlung betroffener Patienten darstellen, sondern auch einen Beitrag zur Erforschung anderer entzündlicher Krankheiten, die möglicherweise von Pathogenen oder genetischen Mutationen hervorgerufen werden, leisten.
- Alexander Zimprich, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Martin Beer, Friedrich-Loeffler-Institut - Deutschland
- Klaus Dornmair, Ludwig Maximilians-Universität München - Deutschland
- Christian Bien, Mara Krankenhaus - Deutschland
- Albert Becker, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn - Deutschland
- Doron Merkler, University of Geneva - Schweiz
Research Output
- 54 Zitationen
- 2 Publikationen
-
2022
Titel Paraneoplastic Cerebellar Degeneration With P/Q-VGCC vs Yo Autoantibodies DOI 10.1212/nxi.0000000000200006 Typ Journal Article Autor Winklehner M Journal Neurology: Neuroimmunology & Neuroinflammation Link Publikation -
2022
Titel Temporal lobe epilepsy with GAD antibodies: neurons killed by T cells not by complement membrane attack complex DOI 10.1093/brain/awac404 Typ Journal Article Autor Tröscher A Journal Brain Seiten 1436-1452 Link Publikation