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Memoiren der Gräfin Luise Charlotte von Schwerin

Memoirs of the countess Louise Charlotte of Schwerin

Ines Peper (ORCID: 0000-0002-8676-3935)
  • Grant-DOI 10.55776/P34943
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.04.2022
  • Projektende 30.09.2026
  • Bewilligungssumme 390.680 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (30%); Geschichte, Archäologie (70%)

Keywords

    Self-Narrative, Imperial court, Kinship, Gender, Scholarly Digital Edition, Public-Private

Abstract

Die Lebenserinnerungen der Gräfin Luise Charlotte von Schwerin (1684-1732) geben wertvolle Einblicke in die Handlungsmöglichkeiten und Netzwerke von Frauen des Hofadels im frühen 18. Jahrhundert. Insbesondere für den Wiener Kaiserhof und die von den Habsburgern regierten Länder sind aus dieser Zeit überhaupt keine vergleichbaren Selbstzeugnisse (also etwa Tagebücher, Memoiren, Autobiographien) von Frauen erhalten. Die Gräfin kam 1716 als Ehefrau eines preußischen Gesandten erstmals nach Wien; 1719 trat sie hier vom reformierten zum katholischen Glauben über. Ihr Vorhaben, ein Gut in Schlesien zu erwerben und damit wohl auch ihrem Mann Möglichkeiten für einen Eintritt in den kaiserlichen Dienst zu eröffnen, schlug fehl. Wegen ihres Glaubenswechsels aus Preußen ausgewiesen, verbrachte sie den Rest ihres Lebens in Köln, Schlesien und Wien und schrieb in den 1720er-Jahren ihre Lebenserinnerungen nieder. Der Text ist in zwei Abschriften in französischer Sprache erhalten. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird eine moderne digitale Edition entstehen, die den Text in französischer und deutscher Sprache für die Forschung zugänglich macht und durch Hintergrundinformationen und digitale Auswertungswerkzeuge erschließt. Im Zentrum des Projekts stehen Fragen nach dem sozialen Netzwerk der Gräfin und den Handlungsspielräumen von Frauen am Wiener Kaiserhof und den teils auch protestantischen Kreisen, in denen sie sich in Wien bewegte. Dabei wird es nicht zuletzt auch um zeitgenössische Vorstellungen von Öffentlichkeit und Privatheit (oder Geheimhaltung) gehen, die in allen Lebensbereichen weit von den heutigen abwichen von Geschlechterrollen über Verwandtschaft oder das Verhältnis von Religion und Politik bis hin zur Frage, für welches Publikum Texte wie etwa die Memoiren der Gräfin Schwerin geschrieben wurden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 35%
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 65%
Nationale Projektbeteiligte
  • Georg Vogeler, Universität Graz , assoziierte:r Forschungspartner:in
  • Marion Romberg, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Claudia Ulbrich, Freie Universität Berlin - Deutschland
  • Sebastian Kühn, Leibniz Universität Hannover - Deutschland

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