Sicherheitsexternalitäten des Handels
Security Externalities of Trade
Wissenschaftsdisziplinen
Politikwissenschaften (75%); Wirtschaftswissenschaften (25%)
Keywords
-
Economic Interdependence,
Interstate Conflict,
Trade Networks,
Military Power,
Preferential Trade Agreements
Dieses Projekt untersucht, wie Handel den Wohlstand von Staaten erhoht und dadurch starkt, und wie sich diese Beziehung zwischen Handel und Macht auf die internationalen Beziehun- gen auswirkt. Eine solche Untersuchung ist wichtig, da sich die bisherige Forschung auf die nichtmilitarischen Vorteile von Handel konzentriert hat. Infolgedessen dominiert das Argu- ment, dass zunehmender Handel zwischen Landern ihre friedlichen Beziehungen starkt, da Staaten die Vorteile von Handel nicht aufgrund eines militarischen Konfliktes verlieren wollen. Fur diese Erklarungslinie, obwohl dominant, ist es aber schwierig, Konflikte zu erklaren, bei denen die militarische Macht von Staaten durch ihre Offenheit fur den internationalen Handel weiter gestarkt wurde, wie etwa Chinas jungster Konflikt mit den USA und Russlands Konflikt mit der Ukraine und der EU. Unser Projekt kann durch eine sorgfaltige Analyse, wie Staaten Handelsgewinne in militarische Macht umwandeln, einen Mechanismus zu den bestehenden Erkenntnissen beitragen, der jahrzehntelang wenig beachtet wurde. Es kann daher auch zu einer effektiveren Politikgestaltung beitragen, insbesondere in den Bereichen Handelspolitik und Konfliktmanagement. Wir werden unser Forschungsprojekt in drei Schritten umsetzen. Zunachst werden wir un- tersuchen, ob und wie sich Handel auf die militarische Macht von Staaten auswirkt. Dazu greifen wir auf aktuelle Entwicklungen in der Netzwerkanalyse zuruck, die es uns ermoglichen, zu untersuchen, wie viel Staaten miteinander handeln, wie der Handel ihrer Handelspartner mit anderen Landern aussieht und wie zentral jeder Staat im Laufe der Zeit in den jeweili- gen Netzwerken ist. Darauf aufbauend werden wir untersuchen, wie sich die Position eines Staates in diesen Handelsnetzwerken auf seine Beziehungen zu anderen Staaten auswirkt. Wir erweitern dann unseren Fokus und untersuchen, wie Faktoren, die uber ein Landerpaar hinaus- gehen, diese Beziehungen beeinflussen. Insbesondere untersuchen wir, wie praferentielle Han- delsabkommen nicht nur Handel innerhalb einer Gemeinschaft fordern, sondern dabei auch an- dere Lander ausschließen. Dies kann dazu fuhren, dass die ausgeschlossenen Staaten Verluste erleiden und dadurch potenziell eher gewillt sind, Konflikte zu riskieren. Schließlich werden wir versuchen, Lehren aus den oben genannten Studien zu ziehen, und verschiedene Mittel unter- suchen, die Staaten nutzen konnen, um Sicherheitsbedenken zu reduzieren und potenzielle Kon- flikte zu bewaltigen. Dazu konnen gezielte Maßnahmen wie Dual-Use-Exportkontrollen oder weiter gefasste Regelungen wie Wirtschaftsembargos gehoren. Zusammenfassend schlagt unser Projekt innovative Ideen und Messungen vor, die die Forschung zum Handel-Konflikte Nexus voranbringen und wichtige Implikationen fur politische Entscheidungstrager haben. 1
- Universität Salzburg - 100%
Research Output
- 3 Zitationen
- 3 Publikationen
- 1 Datasets & Models
-
2025
Titel Shock and awe: Economic sanctions and relative military spending DOI 10.1177/00223433251331486 Typ Journal Article Autor Zeng Y Journal Journal of Peace Research Seiten 1968-1983 Link Publikation -
2023
Titel Riding the Trojan Horse? EU Accession and Chinese Investment in CEE Countries DOI 10.1080/10670564.2023.2196507 Typ Journal Article Autor Zeng Y Journal Journal of Contemporary China Seiten 486-501 Link Publikation -
2023
Titel Microchips and sneakers: Bilateral trade, shifting power, and interstate conflict DOI 10.1177/00223433231153902 Typ Journal Article Autor Zeng Y Journal Journal of Peace Research Seiten 659-672 Link Publikation