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Biologie des extrazellulären Meeresökosystems

Marine extracellular ecosystem biology

Silvia Bulgheresi (ORCID: 0000-0002-1441-7152)
  • Grant-DOI 10.55776/P35248
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.05.2022
  • Projektende 30.04.2027
  • Bewilligungssumme 399.778 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (30%); Geowissenschaften (70%)

Keywords

    Marine Microbes, Marine Ecosystems, Marine Microbial Ecology, Carbon cycle, Climate change, Marine Bacteria

Abstract

Mikroben sind die Motoren, die den globalen Nährstoffkreislauf antreiben, da sie über die Gene verfügen, die für die wichtigsten Proteine/Enzyme kodieren, die an der Umwandlung von Energie und Materie im Ozean beteiligt sind. Daher sind mikrobielle Aktivitäten/Funktionen grundlegend dafür, wie der Ozean funktioniert, mit Auswirkungen, die von der Fischerei bis zum Klimawandel reichen. In den letzten 10 Jahren wurden Millionen von Genen aus dem Ozean geborgen. Dennoch können wir noch keine Funktion zu ca. 50% dieser Gene zuordnen. Interessanterweise werden die meisten dieser Gene normalerweise aus einer intrazellulären Funktionsperspektive interpretiert. Jüngste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass viele Proteine aus den Zellen in die Umwelt (d. h. das Sekretom) ausgeschieden werden und Prozesse vermitteln, die für das Funktionieren des Meeresmikrobioms von grundlegender Bedeutung sein können. Ein großer Teil dieser Proteine wurde in Meerwasser gelöst gefunden, wo sie in einiger Entfernung von den Zellen über einen längeren Zeitraum aktiv bleiben können, was eine neue Dimension der extrazellulären Ökosystembiologie in der Untersuchung der marinen Mikrobiologie eröffnet. Das Hauptziel des Projekts ist die Charakterisierung des marinen mikrobiellen Sekretompotenzials, seiner Expression und seiner taxonomischen Zugehörigkeit sowie die Untersuchung der Reaktion des marinen Sekretoms auf globale Umweltveränderungen. Die folgenden Hypothesen werden getestet: (1) Das Potenzial mariner Mikroben, Proteine zu sezernieren, ist weit verbreitet und von grundlegender Bedeutung für die Funktionsweise des Ökosystems Ozean; (2) spezifische Funktionen tragen wesentlich zur Sekretom-Expression bei, während andere hauptsächlich zellassoziiert sind; (3) Globale Veränderungen werden die Aktivität von Schlüsselfunktionen/Proteinen des Sekretoms beeinflussen und somit die Ökologie und Biogeochemie des Ozeans über seinen Einfluss auf das Sekretom beeinflussen. Wir werden Metagenomik und Metatranskriptomik mit kürzlich entwickelten Ansätzen in unserem Labor kombinieren, um spezifisch Proteine zu charakterisieren, die mit mikrobiellen Zellen (d. h. Proteomik) und auch mit zellfreien (d. h. Exoproteomik) assoziiert sind. Wir werden die saisonale Variabilität des marinen Sekretoms an zwei Referenzstandorten (Mittelmeer und Atlantik) und die räumliche Heterogenität des Sekretoms unter Verwendung von Daten aus globalen Probenahmeexpeditionen untersuchen. Indem wir eine völlig neue Dimension (extrazelluläre Ökosystembiologie) in der Erforschung der Meeresmikrobiologie eröffnen, werden wir mit diesen Werkzeugen eine kritische Lücke schließen und das Sekretom als Schlüsselspieler in den breiteren Kontext der Meeresökologie und Biogeochemie stellen,. Das Erreichen des Vorhergehenden wird höchstwahrscheinlich ein viel tieferes Verständnis dieser molekularen Dimension ermöglichen und auch einen tiefgreifenden Einfluss auf unser Verständnis der Funktion des Ozeanökosystems im Kontext des globalen Wandels haben. Die erzielten Ergebnisse werden sich auf ein breites Spektrum wissenschaftlicher Disziplinen auswirken, die von Mikrobiologie, mikrobieller Ökologie, Biogeochemie, Systemökologie, Naturstoffchemie bis hin zu mariner Bioprospektion reichen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Gerhard J. Herndl, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
  • Thomas Reinthaler, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Josep M. Gasol, CSIC - Spanien
  • Logares Ramiro, CSIC - Spanien
  • Javier Arístegui, Universidad de Las Palmas de Gran Canaria - Spanien

Research Output

  • 113 Zitationen
  • 4 Publikationen
Publikationen
  • 2022
    Titel Prokaryotic Life in the Deep Ocean's Water Column
    DOI 10.1146/annurev-marine-032122-115655
    Typ Journal Article
    Autor Herndl G
    Journal Annual Review of Marine Science
    Seiten 461-483
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Extracellular Enzymatic Activities of Oceanic Pelagic Fungal Strains and the Influence of Temperature
    DOI 10.3390/jof8060571
    Typ Journal Article
    Autor Alekseyeva K
    Journal Journal of Fungi
    Seiten 571
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Global and seasonal variation of marine phosphonate metabolism
    DOI 10.1038/s41396-022-01266-z
    Typ Journal Article
    Autor Lockwood S
    Journal The ISME Journal
    Seiten 2198-2212
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Phylogeny and Metabolic Potential of the Candidate Phylum SAR324
    DOI 10.3390/biology11040599
    Typ Journal Article
    Autor Malfertheiner L
    Journal Biology
    Seiten 599
    Link Publikation

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