Vaskularisierte Hautmodelle als Tierversuchsersatz
Vascularized skin models to reduce animal use in dermatology
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (20%); Klinische Medizin (30%); Medizinische Biotechnologie (50%)
Keywords
-
Cellular Senescence,
Skin,
Bioengineering,
Burn Wounds,
Dermatology,
Aging
Ein umfassendes Verständnis darüber, wie die menschliche Haut auf Verletzungen reagiert, ist entscheidend für die Entwicklung neuer Behandlungen. Vor allem die Themen Wundheilung und Hautalterung sind derzeit zentrale Themen in der Dermatologie (der Lehre über die Haut) und werden intensiv beforscht. Unsere Haut ist ein außerordentlich komplexes Gewebe. Daher werden in der dermatologischen Forschung momentan Großteils Tiermodelle verwendet, da diese die komplexe Anatomie der Haut am genauesten abbilden können. Tiermodelle gehen jedoch mit erheblichen Nachteilen einher, wie ethische Bedenken und biologische Unterschiede zwischen tierischer und menschlicher Haut. Eine mögliche Lösung zur Reduktion von Tiermodellen und genauerer Berücksichtigung der menschlichen Anatomie ist der Ersatz dieser Tiermodelle durch im Labor erzeugte künstliche Haut, sogenannte in vitro Modelle. Erste künstliche Hautmodelle sind bereits im Einsatz, zum Beispiel zur Prüfung der Unbedenklichkeit von Kosmetikprodukten. Derzeit bestehen diese Modelle oft aber nur aus einzelnen Zellschichten ähnlich der äußersten Hautschicht, der Epidermis. Es fehlen viele wesentliche Teile normaler Haut, wie etwa Blutgefäße. Somit können sie aufgrund ihrer Einfachheit die meisten Forschungsfragen der Dermatologie nicht beantworten. Als Antwort auf diese Probleme zielt dieses Projekt darauf ab, ein neues und komplexeres künstliches Hautmodell zu entwickeln, das die Anatomie der Haut besser nachbildet als die derzeit verfügbaren Modelle. Im Gegensatz zu den derzeit verwendeten Zellschichten hat das neue Modell den entscheidenden Vorteil, dass es verschiedene Teile der Haut einbezieht. Es beinhaltet unter der äußersten Hautschicht, der Epidermis, auch die darunter liegende Hautschicht, die Dermis. Die Dermis besteht aus Bindegewebe, das die Haut elastisch macht, und Blutgefäßen, um Nährstoffe zu liefern. Durch Einbettung der Blutgefäße kann die neu entwickelte künstliche Haut über die eingebetteten Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt werden. Durch diese physiologische Art der Nährstoffzufuhr sind sich das Modell und die reale Haut um einiges ähnlicher als bei bestehenden Modellen. Nach Erstellung dieser fortschrittlichen hautähnlichen Modelle werden wir zeigen, dass sich unser Modell ähnlich wie die menschliche Haut verhält und anstelle der Haut lebender Tiere verwendet werden kann. Insbesondere wollen wir mit dieser künstlichen Haut regenerative Prozesse untersuchen, beispielsweise wie sich die Haut bei schmerzhaften Verletzungen wie Verbrennungen verhält und wie sie anschließend heilt. Die während dieses Projekts gewonnenen Ergebnisse werden helfen zu verstehen, wie Hautzellen auf Brandverletzungen reagieren und welche Interventionen helfen können, den Regenerationsprozess zu beschleunigen.
Ein umfassendes Verständnis darüber, wie die menschliche Haut auf Verletzungen reagiert, ist entscheidend für die Entwicklung neuer Behandlungen. Vor allem die Themen Wundheilung und Hautalterung sind derzeit zentrale Themen in der Dermatologie (der Lehre über die Haut) und werden intensiv beforscht. Unsere Haut ist ein außerordentlich komplexes Gewebe. Daher werden in der dermatologischen Forschung momentan Großteils Tiermodelle verwendet, da diese die komplexe Anatomie der Haut am genauesten abbilden können. Tiermodelle gehen jedoch mit erheblichen Nachteilen einher, wie ethische Bedenken und biologische Unterschiede zwischen tierischer und menschlicher Haut. Eine mögliche Lösung zur Reduktion von Tiermodellen und genauerer Berücksichtigung der menschlichen Anatomie ist der Ersatz dieser Tiermodelle durch im Labor erzeugte künstliche Haut, sogenannte in vitro Modelle. Erste künstliche Hautmodelle sind bereits im Einsatz, zum Beispiel zur Prüfung der Unbedenklichkeit von Kosmetikprodukten. Derzeit bestehen diese Modelle oft aber nur aus einzelnen Zellschichten ähnlich der äußersten Hautschicht, der Epidermis. Es fehlen viele wesentliche Teile normaler Haut, wie etwa Blutgefäße. Somit können sie aufgrund ihrer Einfachheit die meisten Forschungsfragen der Dermatologie nicht beantworten. Als Antwort auf diese Probleme zielte dieses Projekt darauf ab, ein neues und komplexeres künstliches Hautmodell zu entwickeln, das die Anatomie der Haut besser nachbildet als die derzeit verfügbaren Modelle. Im Gegensatz zu den derzeit verwendeten Zellschichten hat das neue Modell den entscheidenden Vorteil, dass es verschiedene Teile der Haut einbezieht. Es beinhaltet unter der äußersten Hautschicht, der Epidermis, auch die darunter liegende Hautschicht, die Dermis. Die Dermis besteht aus Bindegewebe, das die Haut elastisch macht, und Blutgefäßen, um Nährstoffe zu liefern. Durch Einbettung der Blutgefäße kann die neu entwickelte künstliche Haut über die eingebetteten Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt werden. Durch diese physiologische Art der Nährstoffzufuhr sind sich das Modell und die reale Haut um einiges ähnlicher als bei bestehenden Modellen. Als nächstten Schritt werden wir zeigen, dass sich unser Modell ähnlich wie die menschliche Haut verhält und anstelle der Haut lebender Tiere verwendet werden kann. Insbesondere wollen wir mit dieser künstlichen Haut regenerative Prozesse untersuchen, beispielsweise wie sich die Haut bei schmerzhaften Verletzungen wie Verbrennungen verhält und wie sie anschließend heilt.
- Johannes Grillari, Ludwig Boltzmann Gesellschaft , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 110 Zitationen
- 6 Publikationen
- 6 Wissenschaftliche Auszeichnungen
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2024
Titel In the land of not-unhappiness: On the state-of-the-art of targeting aging and age-related diseases by biomedical research DOI 10.1016/j.mad.2024.111929 Typ Journal Article Autor Klinaki E Journal Mechanisms of Ageing and Development Seiten 111929 -
2025
Titel Cells of all trades – on the importance of spatial positioning of senescent cells in development, healing and aging DOI 10.1002/1873-3468.70037 Typ Journal Article Autor Dworak H Journal FEBS Letters Seiten 2087-2106 Link Publikation -
2024
Titel Profiling microRNA expression during senescence and aging: mining for a diagnostic tool of senescent-cell burden DOI 10.1101/2024.04.10.588794 Typ Preprint Autor Weigl M Seiten 2024.04.10.588794 Link Publikation -
2023
Titel The p-rpS6-zone delineates wounding responses and the healing process DOI 10.1016/j.devcel.2023.04.001 Typ Journal Article Autor Ring N Journal Developmental Cell -
2023
Titel The meaning of adaptation in aging: insights from cellular senescence, epigenetic clocks and stem cell alterations DOI 10.1038/s43587-023-00447-5 Typ Journal Article Autor Ogrodnik M Journal Nature Aging Seiten 766-775 Link Publikation -
2022
Titel The role of senescence in cellular plasticity: Lessons from regeneration and development and implications for age-related diseases DOI 10.1016/j.devcel.2022.04.005 Typ Journal Article Autor Ring N Journal Developmental Cell Seiten 1083-1101 Link Publikation
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2024
Titel Keynote lecture at the EWMA meeting 2024 Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2023
Titel Best Abstract Award at LBG Innovation in Health Sciences Meeting 2023 Typ Poster/abstract prize Bekanntheitsgrad National (any country) -
2023
Titel Best Young Investigator Award at the Annual meeting of the Austrian Cluster for Tissue Regeneration 2023 Typ Poster/abstract prize Bekanntheitsgrad Regional (any country) -
2023
Titel Keynote lecture at the Meeting of Polish Society for Animal Physiology Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad National (any country) -
2023
Titel Keynote lecture at the TERMIS EU (Manchester, UK) Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2022
Titel Keynote lecture at the TERMIS AP (Jeju, South Korea) Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International