Neue Ansätze bei der OSL Oberflächendatierung von Gesteinen
New approaches in OSL rock surface dating
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Naturwissenschaften (20%); Geowissenschaften (65%); Geschichte, Archäologie (15%)
Keywords
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OSL dating,
Luminescence Dating,
Archaeology,
Geomorphology,
Rock Surface Dating
Sedimentgesteine und die darin gespeicherten biologischen und kulturellen Spuren können als ein planetarisches Archiv verstanden werden, in welchem die geologische Geschichte unseres Planeten und die Entwicklung des Lebens auf der Erde gespeichert sind. Der Wissenschaft steht heute eine breite Palette an Datierungsmethoden zur Verfügung, um dieses Archiv zu lesen; d.h. um das Alter dieser Ablagerungen, Artefakte und Ereignisse numerisch zu bestimmen und die dahinterliegenden evolutionären Prozesse und die Erdoberflächendynamiken zu verstehen. Geochronologische Methoden und insbesondere Lumineszenz-basierte Datierungsmethoden spielen hierbei eine zentrale Rolle, insbesondere wenn es sich um die letzten ca. 2,6 Mio. Jahre handelt (das Quartär), also um jenes Erdzeitalter, in der auch unsere Spezies entstand. In diesem Projekt wird die optisch stimulierte Lumineszenz (OSL) Datierung auf geologische und archäologische Felsoberflächen angewendet. Ziel ist die Entwicklung und Erprobung des OSL Chronometers für die Datierung von Gesteinsoberflächen voranzutreiben, sowie neuartiger Lumineszenzsignale und Detektionssysteme (einschließlich eines EM-CCD-Kamera Ansatzes) in die Datierungsroutine zu integrieren. Das Projekt soll somit einen Beitrag liefern die derzeit noch relative junge OSL Datierung von Gesteinsoberflächen auf methodisch solide Beine zu stellen, und eine numerische Altersbestimmung von bisher nicht datierbaren archäologischen und geologischen Gesteinsoberflächen ermöglichen. Mit einem Team von internationalen Mitarbeitern werden eine Reihe sorgfältig ausgewählter geomorphologischer und archäologischer Forschungsfragen und Untersuchungsgebiete bearbeitet. Mittels der OSL-Felsoberflächendatierung soll (i) die räumlich-zeitliche Entwicklung von Fluß- armierungen und grobkörniger fluviatiler Sedimentfracht bestimmt werden, (ii) das Alter von archäologischen Oberflächenartefakten und Monolithen eingegrenzt werden und (iii) erstmalig die Anwendbarkeit der Felsoberflächendatierung auf Petroglyphen getestet werden. Als solches hat dieses Projekt das Potential bedeutende Beiträge in der Archäologie und der fluviatiler Geomorphologie zu leisten.
- Universität Innsbruck - 100%
- Radu Iovita, Universität Tübingen - Deutschland
- Jain Mayank, Technical University of Denmark - Dänemark
- Michael Frachetti, Washington University in St. Louis - Vereinigte Staaten von Amerika