Präferenzen und langfristige Arbeitsmarktergebnisse
Preferences, Personality and Long-Term Labor Market Outcomes
Wissenschaftsdisziplinen
Wirtschaftswissenschaften (100%)
Keywords
-
Economic Preferences,
Personality Traits,
Labor Markets,
Inequality
Wirtschaftliche Ungleichheit hat in letzter Zeit sowohl in der Wissenschaft als auch in der breiten Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erregt. Ungleichheit gibt auf mehreren Ebenen: Eine ungleiche Verteilung von Markteinkommen, ein geschlechterspezifisches Lohngefälle (die Gender-Pay Gap), und heterogene Einkommensverteilung zwischen Personen mit ähnlichen Merkmalen. Für politische Entscheidungsträger ist es von entscheidender Bedeutung zu wissen, welche Mechanismen zu wirtschaftlicher Ungleichheit führen, um wirksame und gerechte Bildungs-, Steuer- und Sozialversicherungssysteme gestalten zu können. In diesem Projekt untersuchen wir, inwieweit Einkommensungleichheit auf Zufall, kognitive Fähigkeiten, Präferenzen oder Persönlichkeitsmerkmale zurückgeführt werden kann. Dazu erstellen wir einen Paneldatensatz zu den Persönlichkeitsmerkmalen, Präferenzen, Berufswahlentscheidungen und langfristigen Arbeitsmarktergebnissen junger Fachkräfte. Die Besonderheit dieses Datensatzes ist sein langfristiger Charakter. Im Januar 2016 haben wir Laborexperimente mit 565 Studierenden der Wirtschaftswissenschaften aus Köln, Düsseldorf und Frankfurt durchgeführt. In diesen Experimenten haben wir eine Vielzahl von Präferenzen und Persönlichkeitsmerkmalen gemessen. Seitdem haben wir unsere Probanden alle zwei Jahre kontaktiert, um Daten zu ihren Arbeitsmarkterfahrungen zu erhalten. Die nächsten Datenerhebungswellen finden in den Jahren 2024 und 2026 statt. Der endgültige Datensatz wird also mehr als 10 Jahre von detaillierten Arbeitsmarktdaten umfassen. Er wird viele wichtige Details enthalten, die in administrativen Datensätzen normalerweise nicht erfasst sind, z. B. Arbeitsinhalte, Arbeitszeiten, Personalverantwortung und die Struktur der Vergütungspakete. Von besonderem Interesse für unsere Analyse der langfristigen Arbeitsmarktergebnisse werden die folgenden Persönlichkeitsmerkmale sein. Erstens die Wettbewerbsbereitschaft einer Person, d.h. ihre Neigung, an Wettbewerbssituationen wie Beförderungsturnieren oder Bewerbungsverfahren teilzunehmen. Zweitens kann das Durchhaltevermögen (oder Grit) einer Person für die Ergebnisse auf dem Arbeitsmarkt von Bedeutung sein. Grit ist eine nicht-kognitive Fähigkeit, die positiv mit dem beruflichen Erfolg korreliert. Schließlich betrachten wir auch die Präferenzen bezüglich nicht- monetärer Arbeitsmerkmale wie Arbeitsplatzflexibilität oder den gesellschaftlichen Beitrag der Arbeitsstelle als Determinanten für Arbeitsmarktergebnisse. Wir erwarten, dass das Projekt wichtige Resultate für Forschung, Politik und Hochschulpraxis mit sich bringt. Es wird wesentliche Erkenntnisse darüber liefern, welche und wie Präferenzen und Persönlichkeitsmerkmale Lohnungleichheit und den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern verursachen. Für die Hochschulbildung könnten die Ergebnisse für die Auswahl von Studierenden und die Gestaltung von Studiengängen von Bedeutung sein.
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