Stressessen und emotionales Essen im Alltag differenzieren
Decomposing stress eating and emotional eating in daily life
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (20%); Psychologie (80%)
Keywords
-
Eating Behavior,
Ecological Momentary Assessment,
Stress,
Emotions,
Emotional Eating,
Stress Eating
Negative Emotionen und Stress können unser Essverhalten beeinflussen, dahingehend, dass manche Personen mehr, Manche weniger essen. Dies wird als emotionales Essen oder Stressessen bezeichnet. Eine Vielzahl an Personen ist hiervon betroffen und es können negative Auswirkungen wie Übergewicht, Essstörungen oder andere metabolische Krankheiten folgen. Die psychologischen und physiologischen Mechanismen, die emotionalem Essen und Stressessen zugrunde liegen sind weitestgehend unbekannt. Ebenso lassen sich beide Konstrukte schwer voneinander abgrenzen, obwohl beide womöglich unterschiedliche Mechanismen aufweisen. Das vorliegende Projekt differenziert emotionales Essen und Stressessen in drei, sich ergänzenden Studien. In einer alltagsnahen Smartphone-Studie sollen die täglichen Zusammenhänge von Emotionen / Stress und Essverhalten erhoben werden. In einer experimentellen Studie werden Probanden einmal in eine traurige Stimmung und einmal in Stress versetzt und deren Auswirkungen auf die Bewertung von Nahrungsmittelbildern erhoben. Durch die simultane Erhebung von physiologischen Parametern wie Herzrate oder Stresshormonen (z.B. Cortisol) lassen sich zudem die physiologischen Mechanismen explorieren. In der letzten Studie erhalten emotionale Esser oder Stressesser eine Intervention mit spezifischen Tipps zur Emotions- oder Stressregulation. Durch mehrmalige Smartphone-Eingaben über die folgenden Wochen sollen die Effekte der Intervention gemessen werden. In Summe können die Studien dazu beitragen, emotionales Essen und Stressessen klarer zu differenzieren und die psychologischen bzw. physiologischen zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen. Dadurch wird sowohl die theoretische Essforschung als auch die praktische Essverhaltenstherapie weiterentwickelt.
- Universität Salzburg - 100%
- Frank H. Wilhelm, nationale:r Kooperationspartner:in
- Belinda Pletzer, Universität Salzburg , nationale:r Kooperationspartner:in
- Jens Blechert, Universität Salzburg , nationale:r Kooperationspartner:in
- Katja Petrowski, Johannes Gutenberg Universität Mainz - Deutschland
- Joshua M. Smyth, Ohio State University - Vereinigte Staaten von Amerika