Sprachliche Effekte auf das Verständnis von Ereignissen
Linguistic Impact on Social Action Comprehension
Wissenschaftsdisziplinen
Psychologie (30%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)
Keywords
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Language Comprehension,
Event Cognition,
Social Events,
Event-Related Potentials,
Reciprocity,
Grammatical Framing
Ein Großteil unseres Lebens ist sozial: Wir treffen Freunde, diskutieren mit Kollegen, verhandeln über den Platz im Bus. Es ist daher nicht überraschend, dass sich der Mensch im Laufe der Evolution so entwickelt hat, dass er soziale Struktur von Ereignissen blitzschnell erkennt. Dennoch sind wir anfällig für den sprachlichen Rahmen.: Wir denken über dasselbe Ereignis unterschiedlich, je nachdem, ob es als "Kaufen" oder "Verkaufen" bezeichnet wird. So löst ein Satz wie "Karl kauft Bananen" visualle Erwartungen über ein Kaufereignis aus; "Alexander verkauft Bananen" führt jedoch zur Erwartung, dass der Verkauf im Vordergrund steht. Aber durch welche Prozesse beeinflusst der sprachliche Rahmen, wie wir über visuelle Ereignisse denken? Trotz Bemühungen in der Kognitionswissenschaft, Philosophie und Linguistik ist die Frage, wie das menschliche Gehirn sprachliche und nicht-sprachliche Informationen integriert, noch immer nicht beantwortet: Wir wissen immer noch nicht, wie und durch welche neuronalen Mechanismen Sprache die Wahrnehmung von visuellen Ereignissen beeinflusst. In diesem Projekt planen wir Experimente, die eine quantitative Prüfung kognitiver Theorien ermöglichen, wie Sprache die Ereigniskonstruktion während der visuellen Ereignisverarbeitung steuert. Wir fragen: Wie werden soziale Ereignisbeschreibungen verstanden? Welchen Einfluss hat Sprache auf Rollenbindung bei dynamischen Ereignissen? Wie wirkt sich Sprache auf das episodische Gedächtnis aus? Und: Wie beeinflussen Antworten auf diese Fragen unsere Theorien über die Schnittstelle zwischen Sprache und Kognition? Dieses Projekt wird es ermöglichen, präzisere und kognitiv fundierte Modelle der Verbindung von Sprache und Ereignisverarbeitung im menschlichen Geist zu erstellen. Unsere zentrale Methode kombiniert linguistisches Priming mit zwei verschiedenen Messmethoden: durch EEG aufgezeichnete neuronale Oszillationen, um laufende linguistische Auswirkungen auf Ereignisverarbeitungen zu verfolgen, und das Erkennungsgedächtnis, um Ereigniskonstruktionen zu verstehen, die sich aus der Kombination von linguistischen Frames ergeben, die eine visuelle Szene primen. Diese Ansätze werden durch eine sprachübergreifende Datenbank ermöglicht, die aus Beurteilungen darüber besteht, wie Menschen soziale Verben wie "treffen" oder "umarmen" in verschiedenen grammatikalischen Formen in drei Sprachen verstehen: Englisch, Deutsch und Ungarisch. Trotz vieler Fortschritte haben frühere Ansätze in dieser Debatte häufig sprachliche und kulturelle Unterschiede vermischt, oder spätes Verhalten gemessen, um Rückschlüsse auf frühe Wahrnehmung zu ziehen. Unser Projekt überwindet diese Einschränkungen durch einen kombinierten inner- und übersprachlichen Ansatz, um sowohl frühe als auch anhaltende Auswirkungen der Sprache zu erkennen. Unser Ansatz hat das Potenzial, eine wachsende neue Welle der Forschung voranzutreiben, die Sprache mit allgemeiner Kognition verbindet.
- Jutta Mueller, nationale:r Kooperationspartner:in
Research Output
- 1 Publikationen
- 1 Datasets & Models
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2025
Titel Event construal through social verbs in English and German: The LISADA corpus Typ Journal Article Autor Marx E Journal Proceedings of the Cognitive Science Society Annual Meeting
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2025
Link
Titel Linguistic Impact on Social Action Construal Database (LISADA) DOI 10.17605/osf.io/xzdqc Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link