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Ein logischer Rahmen für graduiertes deontisches Schließen

A Logical Framework for Graded Deontic Reasoning

Christian Fermüller (ORCID: 0000-0003-2932-5477)
  • Grant-DOI 10.55776/PAT2141924
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 01.01.2025
  • Projektende 31.12.2027
  • Bewilligungssumme 490.553 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Mathematik (80%); Philosophie, Ethik, Religion (20%)

Keywords

    Deontic Logic, Many-Valued Logic, Graded Obligations, Judgment Aggregation, Mathematical Fuzzy Logic

Abstract

Deontisches Schließen beschäftigt sich mit den logischen Zusammenhängen von normativen Geboten, Erlaubnissen und Verboten. Beispielsweise stellt die Tatsache, dass etwas verboten ist, wenn es nicht erlaubt und dass etwas dessen Gegenteil nicht geboten ist, eine Erlaubnis darstellt, ein einfache logische Beziehung zwischen deontischen Aussagen dar. Entsprechend werden schon seit vielen Jahrzehnten sogenannte deontische Logiken formuliert und analysiert. Diese beziehen sich bisher aber fast ausnahmslos auf klassische Propositionen, das heißt auf Aussagen, die entweder schlicht wahr oder falsch sind. Viele Anwendungen verlangen jedoch einen breiteren Ansatz, in dem unterschiedliche Normen mit unterschiedlichen Gewichten versehen werden können. Darüber hinaus sollen auch Aussagen berücksichtigt werden können, die - wegen Vagheit oder Unsicherheiten normative Geltung nicht als binäre ja/nein- Entscheidung auffassen, sondern Grade von Wahrheit bzw. Gültigkeit zulassen. Für die Formulierung entsprechender graduierter deontischer Logiken gibt es viele Optionen, die durch eine Reihe verschiedener Komponenten und Parameter zu Stande kommen, die in einem mathematischen Modell des normativen Schließens zu berücksichtigen sind. So wurden zum Beispiel in sprachwissenschaftlichen Untersuchungen verschiedene Anordnungsweisen von Graden und Gewichten von Gutem, im Sinn von explizit oder implizit allgemein Erwünschtem aufgedeckt. Dieses Projekt versucht solche Ergebnisse in die Formulierung entsprechender Logiken einfließen zu lassen und ist entsprechend interdisziplinär angelegt: Die angestrebten formalen Modelle das Schließens beruhen nicht nur auf logischen und mathematischen Vorarbeiten, sondern berücksichtigen auch philosophische und linguistische Aspekte des Schließens mit normativen Aussagen. Mögliche Anwendungen dieser Modelle und entsprechender graduierter deontischer Logiken sind die Analyse und das automatische (computergestützte) Schließen mit Normensystemen, die vermehrt in der Spezifikation von komplexen Systemen, wie beispielsweise autonomen Fahrzeugen vorkommen. Das Projektteam wird einen breiten formal-logischen Rahmen schaffen, der als flexible Grundlage für die Bereitstellung entsprechender formaler Werkzeuge für diese Aufgabe dienen kann.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Agata Ciabattoni, Technische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Carles Noguera, Universita di Siena - Italien
  • Davide Grossi, University of Groningen - Niederlande
  • Petr Cintula, Academy of Sciences of the Czech Republic - Tschechien

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