Resistenzevolution bei soliden pädiatrischen Tumoren mit HRD
Resistance evolution in solid paediatric cancers with HRD
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
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Drug resistance,
Cancer evolution,
Genomics,
Chromosomal instability,
Paediatric cancer,
Homologous recombination repair
Obwohl selten, bleibt Krebs eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern. Ein Hauptgrund dafür ist, dass manche Krebsarten eine Resistenz gegenüber Behandlungen entwickeln. Dies geschieht oft, weil sich Krebszellen weiterentwickeln und verändern können in einem Prozess, der Charles Darwins Theorie der natürlichen Selektion ähnelt. Zellen mit Eigenschaften, die ihnen helfen, die Behandlung zu überleben, setzen sich durch und machen die Krankheit schwerer kontrollierbar. In solchen Fällen müssen ÄrztInnen häufig ihre Strategie ändern. Neue Medikamente bringen neue Hoffnung, doch auch hier kann Resistenz entstehen. Eine vielversprechende Behandlung bei Kinderkrebs ist eine Medikamentenklasse namens PARP- Inhibitoren. Diese zielen auf jene Krebszellen ab, die Schwierigkeiten haben, ihre DNA zu reparieren. In unserem Projekt RECHORD wollen wir verstehen, wie diese Krebszellen eine Resistenz gegen PARP-Inhibitoren entwickeln. Hierfür bilden wir den Evolutionsprozess im Labor nach und untersuchen Zelle für Zelle, wie sich der Krebs an die Therapie anpasst. Wir wissen bereits, dass Kinderkrebs andere Mutationen aufweist als Krebs bei Erwachsenen und vermuten, dass auch die Resistenzmechanismen unterschiedlich sind. Außerdem möchten wir herausfinden, ob resistente Zellen neue Schwächen entwickeln die wir gezielt angreifen können, um der Krankheit einen Schritt voraus zu sein. Wir nutzen modernste Methoden, um zu untersuchen, ob Gene aktiviert oder deaktiviert werden und wie die DNA innerhalb der Zelle organisiert ist. Jede dieser Ebenen liefert Hinweise darauf, wie sich der Krebs weiterentwickelt und wie wir ihn stoppen könnten. Wenn die Resistenz beispielsweise durch neue Mutationen verursacht wird, könnte dies neue Angriffspunkte für Medikamente darstellen. Wenn sie durch eine größere Flexibilität im Verhalten der Zellen entsteht, brauchen wir möglicherweise völlig neue Strategien. Indem wir die Entwicklung von Kinderkrebszellen verstehen lernen, hoffen wir, Erkenntnisse zu gewinnen, die zukünftige Behandlungen beeinflussen können. Unser Ansatz ist von der Evolution selbst inspiriert wir verfolgen die Stammbäume der Krebszellen, um zu verstehen, warum manche auf die Behandlung ansprechen und andere nicht. Unser Team vereint ExpertInnen aus der Onkologie, Genetik und Bioinformatik, um diese Herausforderung zu meistern. Wir wollen herausfinden, wie Krebszellen, insbesondere bei Hochrisikopatienten, auf neue Medikamente reagieren. Hierfür dokumentieren wir die vielen Wege, auf denen sie sich anpassen und überleben können. Unser gewonnenes Wissen wird nicht nur auf die spezifisch untersuchten Krebsarten anzuwenden sein. Es wird unser allgemeines Verständnis über die Entstehung von Krebsresistenzen vertiefen. Wenn RECHORD erfolgreich ist, können wir besser vorhersagen, wie sich die Krankheit eines Patienten unter PARP-Inhibitoren entwickelt, und neue Wege finden auf eine entstandene Resistenz zu reagieren.
- Eva Maria König, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Sabine Taschner-Mandl, St. Anna Kinderkrebsforschung GmbH , nationale:r Kooperationspartner:in