Informationskompetenz im internationalen Vergleich
Cross-country evidence on information evaluation competency
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (20%); Wirtschaftswissenschaften (80%)
Keywords
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Information asymmetry,
Strategic sophistication,
Skepticism,
Socio-economic status,
Cross-country evidence,
Online experiment
In einer zunehmend digitalisierten Welt müssen Verbraucher und Bürger Informationen kritisch bewerten können. Dies ist besonders wichtig, da viele Informationen, denen sie begegnen, strategisch verzerrt sein können. Unternehmen haben oft Anreize, Verbraucher nicht vollständig zu informieren oder sogar in die Irre zu führen, um ihre eigenen Interessen zu fördern. Dies geschieht beispielsweise über Werbung in sozialen Medien, wo die präsentierten Informationen häufig von zahlenden Parteien beeinflusst werden. Solche verzerrten Informationen können auch in sogenannten "Filterblasen" und "Echokammern" Resonanz finden, in denen Verbraucher nur noch Informationen sehen, die ihre bestehenden Überzeugungen bestätigen. Unser Forschungsprojekt untersucht, wie Menschen aus verschiedenen Ländern mit dieser Herausforderung umgehen. Wir führen eine Online-Studie mit repräsentativen Stichproben aus Österreich/Deutschland, den USA und China durch. Dabei messen wir die Fähigkeit der Teilnehmer, Informationen kritisch zu bewerten, und analysieren, welche Faktoren ihre "Skepsis" beeinflussen. Besonders interessiert uns, wie sich unterschiedliche regulatorische Umfelder und individuelle Faktoren wie Bildung und Berufserfahrung auf diese Fähigkeit auswirken. Zusätzlich überprüfen wir, ob einfache Lernmaßnahmen, wie kurze Erklärvideos, die Fähigkeit zur kritischen Informationsbewertung verbessern können. In diesen Videos erklären wir die grundlegenden Mechanismen der Informationsverzerrung und geben praktische Tipps, wie man Informationen besser einschätzen kann. Durch eine Nachfolgestudie in unserer österreichisch- deutschen Stichprobe untersuchen wir, ob und wie diese Videos die Informationsbewertungskompetenz der Teilnehmer langfristig verbessern. Unser Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Verbraucher und Bürger besser vor Fehlinformationen geschützt werden können. Wir hoffen, dass unsere Forschung dazu beiträgt, das Bewusstsein für die Bedeutung kritischer Informationsbewertung zu schärfen und praktische Lösungen zur Verbesserung dieser wichtigen Fähigkeit zu entwickeln.
- Universität Wien - 100%
- Stefan Penczynski, University of East Anglia - Vereinigtes Königreich