A20 als Immunmodulator in Lungenkrebs
Harnessing A20 to Modulate Immunity in Lung Cancer
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
- KRAS driven lung cancer,
- Anti-Inflammatory A20,
- Mouse Models Of Disease,
- Immune Checkpoint Blockade,
- Adotive Immune Cell Therapy,
- Anti-Tumor Immunity
Lungenkrebs ist die tödlichste Krebsart weltweit, und besonders häufig treten sogenannte Lungenadenokarzinome auf. Circa ein Drittel dieser Fälle weist eine Mutation im sogenannten K-RAS-Gen auf, welche das Tumorwachstum begünstigt. Diese Tumore entstehen häufig in chronisch entzündetem Gewebe, oft hervorgerufen durch starken Zigarettenkonsum ein Zustand, der das Fortschreiten des Krebses zusätzlich fördert. Im Fokus dieses Forschungsprojekts steht ein Protein namens A20, das im Körper als natürlicher Entzündungsdämpfer wirkt. In früheren Studien konnte gezeigt werden, dass Lungenkrebszellen mit niedrigen A20-Werten aggressiver wachsen und schlechter auf Immunzellen reagieren. Überraschenderweise zeigte sich aber auch: Wird A20 nicht in den Tumorzellen selbst, sondern in den sie umgebenden Immunzellen leicht reduziert, kann dies das Immunsystem offenbar stärken und das Tumorwachstum verlangsamen. Ziel dieses Projekts ist es, diesen paradoxen Effekt besser zu verstehen. Dazu werden innovative Mausmodelle mit spezifischen genetischen Veränderungen eingesetzt. Die Forschenden wollen herausfinden, wie A20 im Zusammenspiel zwischen Krebszellen und dem Immunsystem wirkt und ob sich durch gezielte A20-Modulation die Wirksamkeit von Immuntherapien einer vielversprechenden Behandlungsform und für Patient:innen mit K- RAS-Mutationen oftmals die einzige Hoffnung verbessern lässt. Ein weiterer spannender Aspekt dieses Projekts ist, dass manche Menschen genetische Varianten des A20-codierenden Gens tragen, die A20 natürlicherweise vermindern. Das Projekt könnte also auch helfen zu erklären, warum bestimmte Patient:innen besser auf Immuntherapien ansprechen als andere. Langfristig verfolgt die Forschung das Ziel, neue Therapieansätze zu entwickeln, die gezielt die körpereigene Abwehr gegen Lungenkrebs stärken. Die Erkenntnisse könnten nicht nur für Lungenkrebs, sondern auch für andere Krebsarten mit ähnlichen Entzündungsmechanismen von großer Bedeutung sein.