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Vorhersagefähigkeit bei Autismus durch Musik verbessern

Enhancing Predictive Ability in Autism through Music

Giorgia Silani (ORCID: 0000-0002-4284-3618)
  • Grant-DOI 10.55776/PAT3432624
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status laufend
  • Projektbeginn 03.03.2025
  • Projektende 02.03.2027
  • Bewilligungssumme 348.926 €

Wissenschaftsdisziplinen

Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (25%); Psychologie (75%)

Keywords

    Music therapy, Autism, Predictive processing, Clinical outcomes, Resting State

Abstract

Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine lebenslange neurologische Entwicklungsstörung, die durch tiefgreifende Herausforderungen in sozialer Interaktion und Kommunikation gekennzeichnet ist und bis zu 12 % der Bevölkerung betrifft. Das begrenzte Verständnis der Störung sowie die ausgeprägte Heterogenität innerhalb des Spektrums führen zu unzureichenden therapeutischen Möglichkeiten für Betroffene und Gesundheitsfachkräfte. Der Ansatz des Predictive Processing bei Autismus legt nahe, dass die beobachteten Schwierigkeiten auf einer beeinträchtigten Fähigkeit beruhen könnten, Vorhersagen zu generieren zeitliche Erwartungen, die helfen, die Umwelt zu interpretieren. Erste Hinweise zeigen, dass Kinder mit ASS bei Vorhersageaufgaben schlechter abschneiden als neurotypische Kinder und dass Unterschiede in der Vorhersagefähigkeit mit klinischen Symptomen in Verbindung stehen könnten. Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich und bedürfen der Replikation. Bislang hat keine Studie untersucht, ob die Beeinträchtigung der Vorhersagefähigkeit durch therapeutische Intervention gezielt gefördert werden kann. Dieses Projekt baut auf früheren Erkenntnissen auf und untersucht, ob Veränderungen in den Vorhersagefähigkeiten die Auswirkungen der Musiktherapie(MT) auf das Verhaltenund neurophysiologische Ergebnisse bei Kindern mit Autismus erklären können. Musik gilt als ein spezifischer Fall prädiktiver Verarbeitung, da sie gezielt Neugier weckt, Erwartungen aufbaut und verletzt sowie Freude durch korrekte Vorhersagen erzeugt. MT bietet ein sicheres Umfeld, das eine Balance zwischen Vorhersagbarkeit und Vorhersagefehlern, Unsicherheit, Überraschung und spielerischer Exploration ermöglicht. Im Rahmen einer randomisierten Cross-Over-Studie durchlaufen Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren mit einer ASS-Diagnose sowohl MT als auch eine spielbasierte Kontrolltherapie, durchgeführt von lizenzierten Musiktherapeut*innen. Die erste Intervention erfolgt über drei Monate, gefolgt von einer dreimonatigen Therapiepause und anschließend drei Monaten der zweiten Intervention. Klinische, und bildgebende Messungen, sowie die Tests für die Verhersagefähigkeiten werden vor und nach jeder Interventionsphase durchgeführt. Ergänzend wird eine Kontrollgruppe neurotypischer Kinder zur Bewertung der Normalisierung solcher Veränderungen herangezogen. Wir erwarten, dass (1) die Effekte von MT auf klinische und neurophysiologische Ergebnisse mit zeitlichen Veränderungen der Vorhersagefähigkeit korrelieren und (2) anfängliche Unterschiede in der Vorhersagefähigkeit mit einer stärkeren Wirkung von MT auf die gemessenen Ergebnisse einhergehen. Angesichts des dringenden Bedarfs, therapeutische Mechanismen zu verstehen und Interventionen individuell anzupassen, wird dieses Projekt aufzeigen, wie und warum Musiktherapie bei Autismus von Nutzen sein kann und so die Weiterentwicklung therapeutischer Ansätze für ASS fördern.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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