Wissenschaftsdisziplinen
Physik, Astronomie (100%)
Keywords
Neutron,
Uncertainty Relations,
Macro Realism,
Neutron Interferometry
Abstract
Heisenbergs berühmte Unschärferelation, die bereits 1927 und somit in den Anfängen der
Quantenmechanik formuliert wurde, besagt, dass Paare bestimmter Eigenschaften eines
Quantenteilchens nicht mit beliebiger Genauigkeit gemessen werden können. Bei aufeinanderfolgenden
Messungen liegt dies an den unvermeidlichen Störungen, die durch die erste und jede weitere Messung
verursacht werden. Ein besonders interessantes Szenario dieser aufeinanderfolgenden Messungen wird
mit den sogenannten Leggett-Garg-Ungleichungen (LGU) untersucht, benannt nach Anthony James
Leggett und Anupam Garg. Im Rahmen der LGUs wereden zeitliche Korrelationen eines Systems
untersuchen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die zugrunde liegenden Messungen das System
nicht verändern, was insbesondere in der Quantenmechanik eine ungerechtfertigte Annahme
darstellt. Ziel dieses Projekts ist daher eine kritische Untersuchung der den traditionellen LGU-Tests
zugrunde liegenden Annahmen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer Neuformulierung des
üblichen Ansatzes unter Berücksichtigung der unvermeidlichen Störung der invasiven Messbarkeit,
einem Kennzeichen der Quantenhaftigkeit.
Neutroneninterferometrie, bei der Interferenzeffekte von Materiewellen beobachtet werden, die ein
perfektes Siliziumkristall-Interferometer durchlaufen, und Neutronenpolarimetrie, auch Spin-
Interferometrie genannt, sind zwei Methoden, die zur Untersuchung dieses nicht-klassischen Verhaltens
von aufeinanderfolgenden Quantenmessungen eingesetzt werden. Darüber hinaus sind im Rahmen des
Antrags Experimente mit einem sogenannten Spin-Echo-Instrument vorgesehen. Dieser
Interferometertyp kann als Hybridsystem betrachtet werden, das verschiedene Freiheitsgrade des
Neutrons koppelt und sich besonders zur Prüfung des neu formulierten LGU-Ansatzes eignet, der die
unvermeidlichen Störungen des Quantenmessprozesses berücksichtigt.