Metastasierendes Osteosarkom entkommt der Onkogensucht
Metastatic OsteosMetasarcoma Escapes from Oncogene Addiction
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (70%); Medizinische Biotechnologie (30%)
Keywords
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Osteosarcoma,
Metastasis,
Recurrence,
Cancer,
Genetically Engineered Mouse Model
Das Osteosarkom (OS) ist der häufigste primäre bösartige Knochentumor, für den dringend effektivere Therapien benötigt werden. Die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate für OS-Patienten mit Metastasen und/oder einem Rezidiv, liegt bei ledigich etwa 20%. Ein Rezidiv tritt bei 30 bis 40 % der Patienten mit Primärtumor auf. Bei 15 bis 20 % der Patienten werden bereits zum Zeitpunkt der Diagnose Lungenmetastasen festgestellt, während bei der Mehrheit Mikrometastasen vorliegen könnten, die unterhalb der Nachweisgrenze liegen. Die derzeitige Diagnose von OS basiert auf klinischen, radiologischen und histologischen Beurteilungen, allerdings gibt es bisher keinen zuverlässigen prognostischen Biomarker. Obwohl die histologische Beurteilung einen diagnostischen Wert besitzt, sind die genannten konventionellen Ansätze nur begrenzt geeignet, um die biologischen Merkmale des metastasierten OS zu erfassen. Dies stellt ein zentrales Hindernis für die Entwicklung wirksamer Therapien dar. Die Mechanismen, die Rezidivbildung und Metastasierung steuer, sowie die Frage, wie beide Prozesse miteinander verknüpft sind, wurden bisher nicht ausreichend untersucht. Um diese Fragestellung zu adressieren, haben wir ein neues Modellsystem entwickelt, das dem menschlichen OS ähnelt. In diesem Modell zeigen Tumoren sowohl Metastasen als auch Rückfälle. Das Hauptziel unsesrer Studie besteht darin, das OS in verschiedenen Tumorwachstumsstadien zu charakterisieren und Schlüsselereignissen zu identifiziren, die an Rezidivbildung und Metastasierung beteiligt sind. Die integrativen Analysen dieser Studie erlauben eine systematische Untersuchung von Primärtumoren, rezidivierenden Tumoren und Metastasen und liefern wichtige Einblicke in die Entwicklungsprozesse von OS. Dies wird durch die Kombination modernster Technologien erreicht, darunter ein experimentelles OS-Modell, die Kartierung und Analyse der Genaktivität, die Charakterisierung zellulärer Eigenschaften und computergestützte Analysen. Die Identifizierung biologischer Prozesse, die mit der Metastasierung und dem Wiederauftreten von OS verknüpft sind, könnte eine bedeutende Innovation darstellen, die zu einer verbesserten Behandlung und einer Verringerung der Krankheitslast führt. Unsere Studie zielt darauf ab, die zugrundeliegenden Mechanismen zu entschlüsseln, die Metastasierung und Rezidivbildung regulieren, sowie die Beziehung dieser Prozesse zur Bösartigkeit der Erkrankung aufzuzeigen. Dadurch sollen therapeutisch relevante Ziele identifiziert werden, die zur Verbesserung der aktuellen Therapien gegen OS beitragen können.
- Iros Barozzi, nationale:r Kooperationspartner:in
- Latifa Bakiri, nationale:r Kooperationspartner:in
- Matthias Farlik, nationale:r Kooperationspartner:in