Quanten-Kausalität: Mathematische und praktische Aspekte
Quantum causality: Mathematical und practical aspects
Wissenschaftsdisziplinen
Mathematik (40%); Physik, Astronomie (60%)
Keywords
-
Causality,
Linear Algebra,
Process Matrix Formalism,
Quantum Information,
Quantum Thermodynamics
Es ist allgemein bekannt, dass Kausalität eine grundlegende Rolle in unserem Alltag spielt. In der Tat, eines der ersten Dinge, die man schon als Kind lernt, ist die kausale Natur unseres Handelns: nachdem wir einige Zeit mit dem Ringelspiel verbracht haben, entdecken wir, dass es sich dreht und Musik macht, wenn die Taste gedrückt wird. Das Konzept der Kausalität ist deswegen tief in unserer Weltanschauung verwurzelt und wurde so ganz natürlich zu einem der wichtigsten Themen in zahlreichen Bereichen, einschließlich Philosophie und Physik. Jedoch bleibt die grundlegende Bedeutung der Kausalität nach wie vor rätselhaft und umstritten. In der Physik könnte die scheinbare Inkompatibilität von Quantentheorie und allgemeiner Relativitätstheorie aus den Konzepten der Kausalität und Zeit selbst entstehen. Die Quantentheorie, die als eine der erfolgreichsten Theorien in der Physik betrachtet wird, weist diesen Begriffen eher eine Hintergrundrolle zu, sodass kausale Zusammenhänge zwischen Ereignissen (z. B. A geht B voraus) von vornherein klar definiert sind. Andererseits legt die Quantentheorie nahe, dass ein physikalisches System sich gleichzeitig in mehr als einem Zustand befinden kann: diese Eigenschaft wird als Superpositionsprinzip bezeichnet. Eine neue vereinheitlichte Theorie könnte es möglicherweise erfordern, kausalen Zusammenhängen diese skurille Quanteneigenschaft zu verleihen, die wiederum die Kausalordnung von Ereignissen unbestimmt macht. Solche unbestimmten Kausalstrukturen, bei denen die Ereignisse A geht B voraus und B geht A voraus gleichzeitig wahr sind, können durch den Prozess-Matrix-Formalismus in den Rahmen der Quantentheorie eingeführt werden. Darüber hinaus kann eine unbestimmte Kausalordnung von Operationen in einem als Quantum-SWITCH bekannten Modell im Rahmen heutiger Technologie umgesetzt werden. Dies hat sofort die Erforschung von Informationsverarbeitung mit unbestimmten Kausalstrukturen angestoßen. Trotz des schnell wachsenden Interesses an praktischen Vorteilen unbestimmter Kausalstrukturen bleiben ihre grundlegenden Aspekte jedoch noch unzureichend erforscht. Dieses Forschungsprojekt zielt darauf ab, neue Erkenntnisse über die Auswirkungen unbestimmter Kausalstrukturen auf die grundlegenden Naturgesetze im Rahmen des Prozess-Matrix-Formalismus zu gewinnen und die unbestimmte Kausalität als wertvolle Ressource für praktische Aufgaben zu demonstrieren. Daher werden die Ergebnisse des Projekts den Mechanismus näher beleuchten, der hinter der Effizienz der schon bekannten Protokolle liegt und dem die unbestimmten Kausalstrukturen zugeschrieben werden könnten. Dies wiederum wird neue Anwendungen unbestimmter Kausalstrukturen in der Informationsverarbeitung und darüber hinaus liefern.
- Universität Wien - 100%
- Lee Rozema, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Philipp Grohs, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Markus Müller, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Veronika Baumann, Österreichische Akademie der Wissenschaften , nationale:r Kooperationspartner:in
- Giulio Chiribella, University of Hong Kong - China
- Tamas Kozsik, Eötvös University - Ungarn
- Lajos Diósi, Hungarian Academy of Sciences - Ungarn
- Zoltan Zimboras, Hungarian Academy of Sciences - Ungarn