Das funktionelle Proteinnetzwerk von Rin-like in T Zellen
Interactome mapping of Rin-like signaling in T cells
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (50%)
Keywords
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T cells,
T cell signaling,
T cell differentiation,
Proteomics,
Proximity Labeling,
Guanine Nucleotide Exchange Factor
Unser Immunsystem bietet uns tagtäglich Schutz vor tausenden von Erregern. Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten T-Zellen. Die Entwicklung der T-Zellen findet im Thymus statt und ist für die Entstehung eines vielfältigen und funktionellen adaptiven Immunsystems von entscheidender Bedeutung. Im Thymus werden die T-Zellen geschult, und können sich in weitere Untergruppen entwickeln. Eine dieser Gruppen sind die zytotoxischen T-Zellen. Sie bewirken die Abtötung von Zellen, die von Viren infiziert wurden. Eine weitere Gruppe bilden die T-Helferzellen (TH-Zellen). TH-Zellen sind für die adaptive Immunität von entscheidender Bedeutung, da sie maßgeschneiderte Immunantworten auf eindringende Krankheitserreger steuern. Wenn eine TH- Zelle aus dem Thymus in das lymphatische System des Menschen gelangt, ist sie noch eine nave TH-Zelle, die noch keine spezifische Immunantwort koordinieren kann. Kommt sie aber in Kontakt mit Teilen des Erregers durch andere Immunzellen wie dendritische Zellen oder B-Zellen, entwickelt sie sich in weitere Untergruppen, darunter zum Beispiel die follikuläre T-Helferzelle (TFH). Dieser Entwicklungsprozess wird auch TH-Zelldifferenzierung genannt. TFH-Zellen unterstützen B-Zellen bei der Produktion von hoch-affinen Antikörpern, und damit bei der Entwicklung eines Immunschutz bei Infektion oder nach Impfung. Wir haben kürzlich entdeckt, dass das Protein Rin-like (Rinl) als negativer Regulator der TFH- Zelldifferenzierung wirkt. In Abwesenheit von Rinl ist die Zahl der TFH-Zellen und der B-Zellen in sogenannten Keimzentrenvon Lymphknoten erhöht.Außerdemsind die Signalübertragungsvorgänge in naiven TH-Zellen beeinträchtigt. Dies deutet darauf hin, dass Rinl die TFH-Zelldifferenzierung durch Beeinflussung von Signalwegen in TH-Zellen steuert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse möchten wir die Rinl-abhängigen molekularen Mechanismen entschlüsseln, die die TFH-Differenzierung steuern, indem wir Interaktionspartner von Rinl identifizieren und charakterisieren. Um einen ganzheitlichen Überblick über das Rinl-Protein-Netzwerk zu erhalten, werden wir Proximity Labeling in Kombination mit Massenspektrometrie anwenden. Proximity Labeling ermöglicht die Identifizierung permanenter und transienter Protein-Protein-Wechselwirkungen, wobei ihre räumlich-zeitliche Dimension erfasst wird. Wir werden in vivo Proximity Labeling etablieren, das in vivo Netzwerk von Rinl-Protein-Interaktionen in TH-Zellen im Steady-State und während akuter Immunantwort charakterisieren, und Rinl-Interaktoren und ihre Rolle bei Rinl- abhängigen Signalereignissen charakterisieren.DieseStudien werdenneue Regulierungsmechanismen, die die TFH-Zelldifferenzierung und folglich die Immunantwort beeinflussen, während der frühen Aktivierung von TH-Zellen aufdecken. Diese Erkenntnisse werden helfen, neu Therapieansätze für die Behandlung von immun-mediierte Krankheiten zu finden, wie zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen, T Zell Lymphome oder Allergie.
- Johannes B. Huppa, Charité - Universitätsmedizin Berlin , nationale:r Kooperationspartner:in
- Markus Hartl, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Johannes B. Huppa, Charité - Universitätsmedizin Berlin - Deutschland