Poetiken der Relationalen und Intersektionalen Identitäten
Poetics of Relational and Intersectional Identities: African-Diasporic Writers in Austria
Wissenschaftsdisziplinen
Medien- und Kommunikationswissenschaften (10%); Soziologie (10%); Sprach- und Literaturwissenschaften (80%)
Keywords
-
African Diaspora Poetics,
Relational/Intersectiona
Wien ist bunt, Wien spricht alle Sprachen der Welt. so beschreibt es die Autorin und Aktivistin Dr. Ishraga Mustafa Hamid, die sich selbst als Schwarze Wienerin bezeichnet. Für Tarek el Tayeb (Sudan/Ägypten) sind die Wiener Kaffeehäuser eine zweite Heimat. Fiston Mwanza Mujila (Demokratische Republik Kongo) fragt hingegen danach, was mit den österreichischen Alpen geschehen würde, sollten dort wertvolle Bodenschätzeentdecktwerden, während Njideka Iroh (Österreich/Großbritannien/Nigeria) in ihrem Spoken-Word Gedicht Speech-Less nach dem Grund, warum ihr das Recht abgesprochen wird, ihr eigenes Deutsch zu sprechen, forscht. Mihret Kebede aus Äthiopien, die auf Amharisch schreibt und performt, stellt sich die Frage, wie sie Zugang zum österreichischen Literaturmarkt finden kann, während der sudanesische Schriftsteller Abdelaziz Baraka Sakin in seinem Theaterstück Achtung, Schrödinger! Verbindungslinien zum gleichnamigen Wiener Physiker eröffnet. Welche Parallelen gibt es zwischen dem Nil, dem Kongo und der Donau, und welche Rolle spielen Kriege in diesem Kontext? Und: Was können afrikanisch-diasporische Texte der rassistischen Gewalt in Österreich und rassistisch geprägten Narrativen entgegensetzen, die sich gegen Menschen richten die, wie es Precious Chiebonam Nnebedum formuliert, hier sind, um zu bleiben? All jene und weitere Fragen wird das Projekt in Auseinandersetzung mit den vielfältigen Werken dieser Autor:innen beantworten, die sich von Romanen, Gedichtbänden, Performances und Slams, über Theaterstücke, (Semi)Autobiografien bis hin zu Libretti erstrecken. Die Autor:innen schreiben u. a. auf Amharisch, Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Nigerianischem Pidgin-Englisch. Einige von ihnen leben und schreiben seit mehreren Jahrzehnten in Österreich, jedoch gibt es bis dato keine umfassende wissenschaftliche Untersuchung ihrer Literaturen. Mit dem Projekt soll Folgendes erreicht werden: 1) Österreich als wichtigen Knotenpunkt auf der Landkarte der afrikanisch-diasporischen Literaturen und Kulturen in Europa zu platzieren, 2) Afrikanisch-europäische Beziehungen und komplexe, verwobene Identitäten zu analysieren, 3) Kontextsensitive und mehrsprachige Methoden zu entwickeln, 4. Einen Beitrag zu Debatten der African Studies, Migration Studies, African European Studies, Black Studies und Studies of Black Europe zu leisten; und 5) Eine theoretische Grundlage für die Erforschung diasporischer Literaturen in Österreich vorzulegen. Folgende Methoden werden angewandt: 1) Systematische Sammlung und Dokumentation der Werke, 2) Sorgfältige und ethische Literaturanalyse, 3) Respektvolle Interviews mit den Autor:innen, 4) Analyse von Produktion, Zirkulation und Rezeption der Werke. Ein zentrales Element dieses wissenschaftlich und sozial relevanten Projekts sind zudem öffentliche Veranstaltungen, die einen Dialog zwischen den Autor:innen, Wissenschaftler:innen und der Gesellschaft ermöglichen.
- Universität Wien - 100%
- Mou Poh À Hom Kamdem, nationale:r Kooperationspartner:in
- Aminata Cécile Mbaye, Utrecht University - Niederlande