Matching Funds - Oberösterreich
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Sozialwissenschaften (40%); Informatik (60%)
Keywords
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Games User Research,
Information Visualization
In einer Welt voller Daten, ist es wichtiger denn je, diese zu verstehen. Herkömmliche Methoden wie Diagramme oder Dashboards richten sich meist an Expert:innen. Da jedoch mittlerweile alle Menschen mit Visualisierungen in Berührung kommen, gewinnen Aspekte wie Design und Interaktivität zunehmend an Bedeutung. Dieses Projekt untersucht, was wir von Videospielen lernen können, die Daten über ihre virtuellen Umgebungen darstellen. Wir nennen diese nahtlos integrierten Datenrepräsentationen ludische Visualisierungen. Indem Informationen direkt in die Handlung und Umgebung eines Spiels eingebettet werden, begegnen Spieler:innen den Daten auf intuitive Weise, ohne dass ihre Immersion oder ihr Spielfluss unterbrochen wird. Stellen Sie sich ein Städtebauspiel vor: Verkehrsstaus und Luftverschmutzung erscheinen nicht als Balkendiagramme oder Symbole. Stattdessen sehen Spieler:innen den Stau unmittelbar auf den Straßen, oder Gebäude wirken desolat, wenn die Luftqualität sinkt. Auf diese Weise lassen sich Daten durch Beobachtung der Umgebung erfassen. Dieses Projekt untersucht, ob ein solches integriertes Design hilft, Informationen effektiver aufzunehmen und zu behalten und ob es den Spielspaß steigern kann. Zudem erörtern wir, welche Erkenntnisse sich daraus für die Visualisierung im Allgemeinen ziehen lassen. Weiters befassen wir uns damit, wie sich Spieler:innendaten selbst einbetten lassen. Etwa könnten die Errungenschaften oder Handlungen von Spieler:innen sichtbar die Landschaft eines Rollenspiels verändern so erhält jede Heldenreise einen individuellen Stempel, den andere sehen und mit dem sie interagieren können. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für soziale Interaktion, gemeinsames Geschichtenerzählen und innovative Spielmechaniken und verleiht Daten einen größeren Stellenwert, als wenn sie bloß in Form von Statistiken präsentiert werden. Dazu analysieren wir kommerzielle Spiele und befragen Designer:innen, um praktisches Wissen zu sammeln. Außerdem entwickeln wir eigene Prototypen, in denen wir verschiedene Ansätze erproben, Daten diegetisch darzustellen also als natürliche Bestandteile der Spielwelt. Geplant sind eine Reihe von Nutzer:innenstudien, die Umfragen, Interviews und In-Game-Metriken kombinieren, um das Verständnis der Spieler:innen, ihr Gefühl der Immersion und den Spaßfaktor zu messen. Obwohl unser Hauptaugenmerk auf Unterhaltungsspielen liegt, erwarten wir, dass die Ergebnisse auch in anderen Bereichen Anwendung finden können. So könnten Bildung, Gesundheitswesen oder Museen ludische Visualisierungen nutzen, um Daten einprägsamer und ansprechender darzustellen etwa durch die Verwandlung nüchterner Zahlen zu Fitnesszielen oder historischer Zeitabläufe in interaktive Erlebnisse. Indem wir die Lücke zwischen Datenanalyse und spielerischem Design schließen, soll eine neue Welle fesselnder, nutzer:innenzentrierter Daten-Erzählungen für alle entstehen.
- FH Oberösterreich - 50%
- Universität Linz - 50%
- Michael Lankes, FH Oberösterreich , assoziierte:r Forschungspartner:in