Alpenpflanzen verschiedener Mikrohabitate und Klimawandel
Alpine plants of different micro-habitats and climate change
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (30%); Geowissenschaften (70%)
Keywords
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Alpine habitats,
Micro-habitats,
Phylogeography,
Climate Change
Der Klimawandel hat starke Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und ist in den letzten Jahrzehnteneines der herausragenden Themen in der Biodiversitätsforschungund Naturschutzbiologie. Die vergangenen Klimaschwankungen, insbesondere während der glazialen (kalten) und interglazialen (warmen) Perioden des Pleistozäns (vor 2,6 Millionen bis 11.700 Jahren), hatten starke Auswirkungen auf die Verbreitungsgebiete, die Populationsgrößen und das lokale Fortbestehen oder Aussterben von Pflanzen- und Tierarten. Um die Auswirkungen des gegenwärtigen Klimawandels auf die Arten vorherzusagen, können wir die Reaktion der Arten auf vergangene Klimaveränderungen bewerten. Die Verwendung genetischer Daten verschiedener Populationen vieler Arten erlaubt uns, Änderungen in den Populationsgrößen dieser Arten im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu untersuchen. Alpine Biota (i.e., solche aus Hochgebirgen oberhalb der Baumgrenze) gelten als eine der am stärksten vom globalen Klimawandel betroffene Gruppen, und alpine Habitata sind perfekt geeignete Habitat, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die biologische Vielfalt zu untersuchen. Die Mikrotopographie bestimmt im alpinen Raum die Verteilung der Schneedecke, und viele Studien haben den bestimmenden Einfluss der Schneeverteilungsmuster auf die alpinen Vegetationstypen und ihre Artenzusammensetzung dokumentiert. Mit der globalen Erwärmung nimmt die Dauer der Schneedecke im Allgemeinen ab, und infolgedessen können sich Arten und auch Vegetationstypen, die an kurzzeitig schneebedeckte Böden angepasst sind, allmählich in Schneedeckengemeinschaften eindringen, die an lange schneebedeckte Böden angepasst sind. In diesem Projekt untersuchen wir die Auswirkungen der Glazial- und Nacheiszeiten auf die biogeografische Geschichte der alpinen Arten des Alborz-Gebirges. Dieses Gebirge liegt im Irano- Anatolian globalen Biodiversitäts-Hotspot, der eine große Anzahl endemischer Arten beherbergt. Anhand verschiedener alpiner Arten, die an verschiedene Mikrolebensräume im Gradienten der Schneeschmelzzeit angepasst sind, werden wir die Reaktionen der Populationen dieser Arten auf pleistozäne Klimaschwankungen untersuchen. In den meisten früheren Studien wurde die Rolle der Mikrolebensräume für die Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Arten weitgehend vernachlässigt. Wir werden die Hypothese testen, dass während der postglazialen Erwärmung die Populationsgrößen von Schneebodenarten aufgrund der Verkleinerung der Habitate (lange Schneebedeckung) kleiner wurden, während die Populationsgrößen von Arten trockener Rücken aufgrund der Ausweitung geeigneter Habitate (kurze Schneedecken) größer wurden. Wir haben diese Hypothese auf der Grundlage der Ergebnisse unseres letzten Projekts entwickelt, das gezeigt hat, dass die Reaktion der Gebirgsarten auf vergangene Klimaschwankungen unabhängig von ihren Höhenzonen ist und dass wahrscheinlich Mikrolebensräume eine wichtige Rolle spielen.
- Universität Wien - 100%
- Christian Körner, Universität Basel - Schweiz