Das Forschungsprojekt Das prospektive Gehirn in der Hemmung und Annäherung untersucht, wie
Menschen ihre Ziele und Motivation durch mentale Zeitreisen in die persönliche Zukunft (Prospektion)
besser verstehen und verfolgen können. Ziel ist es, herauszufinden, wie Prospektion Menschen dabei
hilft, Zielkonflikte zu überwinden und ihre Motivation zu stärken.
Im Mittelpunkt steht die Theorie der Verstärkungssensitivität, die besagt, dass unser Verhalten durch
zwei Systeme gesteuert wird: das Verhaltenshemmungssystem (BIS), das auf Konflikte und Ängste
reagiert, und das Verhaltensannäherungssystem (BAS), das auf Belohnungen und Zielverfolgung
ausgerichtet ist. Wenn Menschen Zielkonflikte erleben, wird das BIS aktiviert, was zu Angst und
Hemmung führt. Durch Prospektion soll dieser Zustand in einen BAS-aktivierten Zustand überführt
werden, der durch erhöhte Zielstrebigkeit und Handlungsdrang gekennzeichnet ist.
Das Projekt untersucht, wie sich die neuronale Aktivität in Schlüsselregionen des Gehirns verändert,
wenn Menschen durch Prospektion von einem angstbezogenen in einen zielorientierten Zustand
wechseln. Dazu werden Freiwillige, die regelmäßig ehrenamtlich tätig sind und Zielkonflikte in ihrer
Arbeit erleben, an einem fünfteiligen Coaching-Programm teilnehmen. Die Studie verwendet eine
Kombination aus Selbstberichten, Verhaltensmessungen und Neuroimaging-Analysen, um die
Veränderungen in der Gehirnaktivität zu erfassen.
Dieses innovative Forschungsprojekt trägt dazu bei, besser zu verstehen, wie Menschen motivationale
Konflikte lösen und wie dieser Prozess im Gehirn verankert ist.