Elterliche Medienintervention für Resilienz v. LGBTQ+ Jugend
Parental Media Intervention for Resilience in LGBTQ+ Youth
Wissenschaftsdisziplinen
Psychologie (100%)
Keywords
-
Suicide Prevention,
LGBTQ+,
Adolescents,
Parents,
Mental Health,
Laboratory Experiment
Mediale Darstellungen des Umgangs mit schwierigen Lebenssituationen und der Bewältigung von Krisensituationen spielen eine wichtige Rolle bei der Suizidprävention. Jugendliche, die bezüglich ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität eine Minderheit bilden [im weiteren bezeichnet als LGBTQ+ Kinder und Jugendliche], dazu gehören z.B. homosexuelle oder transidente Jugendliche, sind eine wenig erforschte Risikogruppe für Suizidalität. In diesem Projekt werden Eltern eine kurze Medienintervention in Form eines Ratgebervideos für andere Eltern entwickeln und wir werden evaluieren, inwiefern derartige Videos andere Eltern, die sich im Rahmen des Coming-outs ihres eigenen Kinds Sorgen machen, dabei helfen können, ihr Kind in dieser Lebensphase zu unterstützen. Die Intervention zielt darauf ab, die Akzeptanz der Eltern zu erhöhen und psychische Probleme bei Eltern und ihren LGBTQ+-Kindern zu reduzieren. Fokusgruppen und Workshops mit Eltern von LGBTQ+-Jugendlichen sowie LGBTQ+- Jugendlichen dienen als Grundlage für die Entwicklung der Ratgebervideos. In den Videobotschaften werden Eltern über ihre Erfahrungen mit bestimmten Kernaspekten des Coming-outs bei ihrem eigenen Kind sprechen, die anderen Eltern in ähnlichen Situationen helfen könnten. Anschließend werden wir die Auswirkungen der mit Eltern entwickelten Videos untersuchen. Insbesondere werden wir untersuchen, wie sich die Videos auf die Akzeptanz von Eltern, die Auseinandersetzung mit der Identität ihres Kindes, den elterlichen Stress, depressive Symptome und Ängste auswirken. Darüber hinaus werden wir die Auswirkungen der elterlichen Intervention aus der Sicht ihrer Kinder untersuchen, insbesondere im Hinblick auf Veränderungen in der elterlichen Akzeptanz, der Eltern-Kind- Interaktion, aber auch bezüglich depressiver Symptome, Ängste und Suizidgedanken. Mögliche Mechanismen hinter den Auswirkungen der Intervention in Bezug auf die beteiligten elterlichen Prozesse und die Identifikation der Eltern mit den Ratgerbervideos werden wir ebenso analysieren. Fokusgruppen mit Eltern, die die Intervention abgeschlossen haben, werden dazu dienen, weitere Einblicke in die umfassenderen Auswirkungen der Videos, die Vorteile und die aufgetretenen Herausforderungen, zu gewinnen. Dieses Projekt ist wichtig, da es an Wissen über Interventionen mangelt, die die Suizidresistenz bei LGBTQ+-Jugendlichen erhöhen, obwohl diese eine Risikogruppe für psychische Erkrankungen und Suizid bilden. Insbesondere Forschung zu Eltern-Kind- Beziehungen sowie Forschung mit einer guten Repräsentation der Eltern von transidenten Jugendlichen fehlt völlig. Die Erkenntnisse über das Potenzial einer kurzen, gemeinsam von Eltern und Jugendlichen entwickelten Medienintervention werden dringend benötigte neue Erkenntnisse zum Aufbau der Resilienz bei jungen Menschen liefern.
- Martin Plöderl, Paracelsus Med.-Priv.-Univ. Salzburg / SALK , nationale:r Kooperationspartner:in