Epitoperkennungsmuster in der Gräserpollenallergie
Epitope recognition patterns in grass pollen allergy
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (50%); Informatik (10%); Klinische Medizin (40%)
Keywords
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Grass Pollen Allergy,
Allergen Immunotherapy,
Allergens,
Conformational Epitopes,
Epitope Mapping
Allergien der Atemwege, die durch Pollen, Pilzsporen, Hausstaubmilben oder Hautschuppen von Haustieren ausgelöst werden, beeinträchtigen die Lebensqualität eines großen Teils der Bevölkerung. Die Symptome reichen von leichtem Heuschnupfen bis zu schwerem Bronchialasthma. Die einzige ursächliche Therapie ist die Allergen-Immuntherapie (AIT), bei der über mehrere Jahre hinweg steigende Mengen eines Extrakts aus der jeweiligen Allergenquelle entweder gespritzt (subkutane AIT) oder als Tablette unter die Zunge gegeben (sublinguale AIT) werden. Die lange Therapiedauer, die für eine nachhaltige Verbesserung der Symptome erforderlich ist, sowie die manchmal beobachteten allergischen Nebenwirkungen führen jedoch bei vielen Patienten zu einem vorzeitigen Abbruch der Therapie. Bei der AIT wird das Immunsystem durch den wiederholten Kontakt mit dem Allergen dazu angeregt, allergenspezifische Antikörper der IgG- Klasse zu bilden, die mit den allergieauslösenden IgE-Antikörpern um die Bindung an die Allergene konkurrieren und so den Ausbruch einer allergischen Reaktion verhindern. Es wurde beobachtet, dass bereits im ersten Jahr der Therapie hohe Konzentrationen an schützenden allergenspezifischen IgG-Antikörpern gebildet werden. Eine nachhaltige Verringerung der allergischen Symptome über das Ende der Therapie hinaus wird jedoch nur erreicht, wenn die Therapie mindestens drei Jahre lang fortgesetzt wird. Der Grund für diese Diskrepanz ist noch unbekannt. In diesem Projekt werden wir die Entwicklung der Antikörperreaktion während der AIT bei Patienten mit einer Allergie gegen Gräserpollen untersuchen, die zu den häufigsten Allergieauslösern gehören. Die Hypothese, die diesem Projekt zugrunde liegt, ist, dass die genaue Zusammensetzung der allergenspezifischen Antikörper, insbesondere im Hinblick auf ihre Bindungsstellen auf den allergenen Proteinen, ihre biologische Wirkung bestimmt. Daher werden wir Serumproben von Gräserpollen-Allergikern vor und ein Jahr nach Beginn der AIT gewinnen und sowohl die Konzentrationen allergenspezifischer Antikörper als auch die Lage ihrer Bindungsstellen auf der Oberfläche der Allergene messen. Zu diesem Zweck werden wir eine Reihe künstlicher chimärer Proteine herstellen, von denen jedes nur einen Teil der Moleküloberfläche der wichtigsten Gräserpollenallergene enthält. Mit diesen Werkzeugen werden wir in der Lage sein, mehrere Fragen zu klären: Verändert sich das Repertoire der Allergie-induzierenden IgE-Antikörper während des ersten Therapiejahres? Erkennen die neu gebildeten schützenden IgG-Antikörper die gleichen Stellen auf der Allergenoberfläche wie die IgE-Antikörper? Gibt es einen Unterschied zwischen subkutaner und sublingualer AIT? Mit diesen Daten erhoffen wir uns neue Erkenntnisse über die immunologischen Veränderungen, die zur Symptomreduktion bei der AIT beitragen. Das langfristige Ziel dieser Forschung ist die Entwicklung neuartiger Therapiekonzepte mit weniger Nebenwirkungen und kürzerer Behandlungsdauer.
- Gunter Sturm, nationale:r Kooperationspartner:in
- Katharina Moritz, nationale:r Kooperationspartner:in
- Gabriele Gadermaier, Universität Salzburg , nationale:r Kooperationspartner:in
- Mohamed H. Shamji, Imperial College School of Medicine - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 1 Publikationen
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2025
Titel New Allergens Approved by the WHO/IUIS Allergen Nomenclature Sub-Committee in 2021–2024 and Their Significance for Future Diagnostics, Regulation, and Research. An EAACI Task Force Report DOI 10.1111/all.70166 Typ Journal Article Autor Radauer C Journal Allergy Link Publikation