LAMB3 - DAG1 bei der endoglandulären Trophoblastinvasion
LAMB3 – DAG1 axis in endoglandular trophoblast invasion
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (10%); Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)
Keywords
-
Trophoblast invasion,
In Vitro Model,
Missed Abortion,
Implantation Failure,
Human Pregnancy,
Endoglandular Trophoblasts
Frauen in Österreich wünschen sich derzeit im Durchschnitt mindestens 2 Kinder, doch leider leiden viele in den ersten Wochen der Schwangerschaft unter Fruchtbarkeitsproblemen und verlieren sogar sehr früh ihr Kind. Die Wissenschaft kann hier noch nicht helfen, da die grundlegenden Vorgänge bei der menschlichen Einnistung und der Entwicklung der Plazenta beim Menschen noch weitgehend unbekannt sind. Während der menschlichen Schwangerschaft wird der Fötus über die Plazenta mit mütterlichem Blut ernährt. Dieser so genannte uteroplazentare Blutfluss startet aber erst ab dem 4. Schwangerschaftsmonat. Davor wird der Fötus durch Sekrete aus den Drüsen der Gebärmutterschleimhaut der Mutter ernährt. Erst in den letzten Jahren hat man entdeckt, dass während der Entwicklung der Plazenta fetale Zellen aus der Plazenta in diese Gebärmutterdrüsen invadieren, die Drüsen mit der Plazenta verbinden und so erst den Weg der Drüsensekrete zum Fötus ermöglichen. Die Rolle der Gebärmutterdrüsen und deren Invasion mit fetalen Zellen für die Aufrechterhaltung einer gesunden Schwangerschaft wurde bisher wahrscheinlich unterschätzt. Auch die Faktoren, die dieses Invasionsmuster diktieren und damit den Fortpflanzungserfolg beeinflussen können, sind noch unbekannt. Wir wollen besser verstehen, wie diese invadierenden fötalen Zellen mit den mütterlichen Gebärmutterdrüsen interagieren und wie dieser Invasionsprozess möglicherweise zu Komplikationen bei der Fruchtbarkeit und der frühen Schwangerschaft beiträgt. Die Erforschung der menschlichen Fortpflanzung stellt jedoch eine besondere Herausforderung dar. Abgesehen von ethischen Bedenken unterscheiden sich Prozesse wie die Einnistung und die anschließende Plazentaentwicklung erheblich zwischen Tier und Mensch. Wir haben neuartige In-vitro-Modellsysteme für die frühe Plazentaentwicklung entwickelt. Sie dienen der Identifizierung von Biomarkern, der Untersuchung ihres potenziellen Beitrags zur frühen Plazentaentwicklung, dem austesten von Behandlungsoptionen in vitro, und der Vorhersage eines möglichen Therapieerfolges mit klassischen Labormethoden wie Histologie, Molekularbiologie zusammen mit moderner Bioinformatik. Dabei soll ein möglicher Beitrag dieser Biomarker zur frühen Schwangerschaft untersucht werden. Dieses Projekt bietet die Möglichkeit, Einblicke in Kinderwunschthemen und schwangerschaftsbedingte Krankheiten zu gewinnen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Krankheiten, die Frauen betreffen.
- Jelena Krstic, Medizinische Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Julia Feichtinger, Medizinische Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Martin Gauster, Medizinische Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Martina Kollmann, Medizinische Universität Graz , nationale:r Kooperationspartner:in
- Jürgen Pollheimer, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in