Einfluss von Immunaktivierung auf das maternale Gehirn
Impact Of Gestational Immune Activation On The Female Brain
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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Maternal Immune Activation,
Fmri,
Maternal Brain,
Gestational Plasticity,
Pregnancy
Unter dem Einfluss von Hormonanstiegen kommt es im weiblichen Gehirn während der Schwangerschaft zu umfangreichen Umstrukturierungen, um Verhaltensanpassungen der Mutter nach der Geburt zu gewährleisten, die das mütterliche Fürsorgeverhalten fördern. Gleichzeitig machen diese umfangreichen Umstrukturierungen das weibliche Gehirn verformbar und besonders anfällig für äußere Einflüsse. Die mütterliche Immunaktivierung (MIA) ist eine der häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft, die in erster Linie durch eine Virusinfektion hervorgerufen wird. Wir haben vor kurzem im Mausmodell gezeigt, dass MIA die Mutter-Kind-Bindung und das mütterliche Fürsorgeverhalten nach der Geburt stört, verbunden mit Veränderungen im Hypothalamus des Gehirns. Der zeitliche Verlauf der Veränderungen im weiblichen Gehirn als Reaktion auf die Immunstimulation und ihre Auswirkungen auf die physiologischen neuronalen Anpassungen während der Schwangerschaft sind jedoch noch unbekannt. In diesem Projekt werden wir den zeitlichen Verlauf struktureller und funktioneller Veränderungen im weiblichen Gehirn während der Schwangerschaft untersuchen und die durch MIA verursachten Abweichungen in einem longitudinalen, präklinischen Studiendesign charakterisieren. Wir wollen die dynamischen Veränderungen in der Anatomie und Physiologie des weiblichen Gehirns über einen Zeitraum von vor der Empfängnis, bis nach der Geburt erfassen und die neuronalen Folgen von MIA mit dem gestörten mütterlichen Fürsorgeverhalten in Verbindung bringen. Zu diesem Zweck werden wir trächtige weibliche Mäuse mit einer Substanz stimulieren, die eine virale Infektion imitiert (Poly I:C). In-vivo-Aufnahmenmittels funktioneller und struktureller Magnetresonanztomographie (MRT) werden vor der Verpaarung, während der Trächtigkeit und am postnatalen Tag bei Kontroll- und MIA-Müttern durchgeführt. Das mütterliche Verhalten wird am 6. Tag nach der Geburt im pup retrieval test untersucht. Die Tiere werden dann perfundiert und die Morphologie des Gehirns mittels hochauflösenden postmortalen anatomischen Scans genau dargestellt. In diesem Projekt wird erstmals untersucht, wie eine Infektion während der Schwangerschaft die dynamischen Veränderungen in der neuronalen Konnektivität und Anatomie des weiblichen Gehirns in dieser Periode aus dem Gleichgewicht bringt und zu einer erheblichen Störung des mütterlichen Fürsorgeverhaltens nach der Geburt führt.
- Andreas Hahn, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Rupert R. Lanzenberger, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Thomas Helbich, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in