AirBiD: Modulierung Luftgetragener Biodiversität durch urbanes Grün
AirBiD: Airborne biodiversity modulated by Urban Green Elements
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (80%); Mathematik (20%)
Keywords
-
Biodiversitä,
Bioaerosole,
Nature based solutions,
Modellentwicklung
Biodiversität in Städten ist stark von den Menschen beeinflusst. Der Aufbau und die Zusammensetzung von verschiedenen Flächen, Grünflächen, Parks, Industriegebiete, Wohngebiete können die Luftqualität in Städten stark beeinflussen. Neben den meistens Bekannten Luftbestandteilen wie CO2, Stickoxiden oder Feinstaub, sind auch viele biologische Partikel in der Luft. Diese Partikel, sogenannte Bioaerosole, umfassen Dinge wie Pollen, Pilzsporen und Bakterien. Sie können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, wie zum Beispiel Allergien oder Infektionen verursachen. Die Zusammensetzung und Vielfalt der Arten ist dabei ein wichtiger Faktor, der die Wirkung von Bioaerosolen beeinflussen kann. Im Projekt AirBiD wird erforschen, wie diese Grünflächen, auch naturbasierten Lösungen (NBS) genannt, in städtischen Gebieten die Menge und Vielfalt der Bioaerosole beeinflussen. Dafür hat das Projekt verschiedene Schwerpunkte. In einem davon, werden Luftproben nahe und entfernt von verschiedenen Grünflächen in den Partnerstädten gesammelt, um die Vielfalt der Bioaerosole zu untersuchen. Dabei werden modernste molekularbiologische Methoden verwendet und sogenannte genetische Fingerabdrücke (DNA Sequenzierung) von verschiedenen Arten untersucht. Mit diesen Daten wird eine Karte erstellt, welche die Vielfalt mit der Zusammensetzung der verschiedenen Flächen verknüpft. Diese Sammlung findet in Wien, Lissabon, Kopenhagen, Goetheburg und Trento statt. Damit sind insgesamt fünf Länder an dem Projekt beteiligt. In einem zweiten Schwerpunkt, wird untersucht, ob man die Luftqualität durch Pflanzen gezielt verbessern kann. Die Wirkung von Pflanzen auf verschiedene Gase wurde bereits untersucht, der Einfluss auf die biologischen Partikel ist aber noch nicht erforscht worden. Der dritte Schwerpunkt konzentriert sich auf den Einfluss von Bioaerosolen auf die Gesundheit. Vor allem dabei, aber auch bei den anderen Schwerpunkten, setzt das Projekt auf das Einbeziehen von der Bevölkerung in einem Citizen Science Ansatz. Dabei werden Personen gebeten am Projekt aktiv mitzuarbeiten, bei der Datensammlung zu Unterstützen oder selbst kleine Experimente durchzuführen. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Forschung direkt mit den Menschen zu verbinden und einen nutzen für die WissenschafterInnen sowie die Bevölkerung zu erhalten. Am Ende des Projektes werden Wege vorschlagen, um die Biodiversität der Luft in Städten zu erhalten und zu verbessern, mit dem Ziel, die positiven Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden zu verstärken und schädliche Gesundheitseffekte zu minimieren. Darüber hinaus wird AirBiD Richtlinien und Empfehlungen für den Bau und die Verwaltung nachhaltiger Grünflächen erstellen. Diese werden der Öffentlichkeit in lokalen Sprachen und mit Infografiken zur Verfügung gestellt, um den Menschen zu helfen, die Vorteile städtischer naturbasierter Lösungen auch in Ländern zu verstehen, die nicht direkt am Projekt beteiligt sind.